27.10.2005 | 17:00 Uhr

DNS wird verkauft

Die DNSint.com AG mit Sitz in Fürstenfeldbruck bei München wird von Arrow Electronics Inc. übernommen. Dabei sollen alle 16 europaweit verteilten DNS-Gesellschaften in den Besitz des in den USA fünfgrößten Distributors über gehen. Der Kaufpreis beträgt etwa 131 Millionen Euro, inklusive 28 Millionen Netto-Schulden. Die hierfür notwendigen liquiden Mittel wird Arrow dem eigenen Cash-Depot entnehmen, derzeit sind dort etwa 654 Millionen Dollar "geparkt".

Manfred Moullion, Vorstand der DNSint.com AG:
Manfred Moullion, Vorstand der DNSint.com AG: "Ähnliche Denkweise wie die Amerikaner"

2004 setzte Arrow weltweit 10,646 Milliarden Dollar um, der operative Gewinn betrug im Vorjahr 439 Millionen Dollar. Der Distributor beschäftigt weltweit etwa 11.500 Mitarbeiter und unterhält Geschäftsbeziehungen zu etwa 600 Lieferanten. Arrow ist in 225 Niederlassungen vertreten. Mit der Übernahme von DNS versprechen sich die US-Amerikaner einen Ausbau des "Enterprise Computer Products"-Geschäft in Europa, wo Arrows bisher nicht vertreten ist. Der Umsatz mit derartigen Produkten betrug im Vorjahr 2,5 Milliarden Dollar, allerdings nur auf USA und Kanada beschränkt.

Für Manfred Moullion, Mitbegründer des VADs begründet den Verkauf der DNSint.com AG mit Arrows Interesse, nach Europa zu expandieren: "Bereits vor etwa zwei Jahren haben die Amerikaner ihre Fühler auf dem Kontinent ausgestreckt". Mit dem eigenen Produktportfolio (Sun, IMB, HP, EMC, HDS) wäre Arrow in Europa zu einem bedeutenden DNS-Wettbewerb aufgestiegen.

Insoweit ist für Moullion die Übernahmen die beste Lösung. Für ihn und seine europaweit 320 Mitarbeiter werde sich ohnehin kaum etwas ändern: "Wir erhalten nur zusätzliche Ansprechpartner in den USA." Ansonsten bleibe alles beim Alten was Distributionsverträge, Beziehungen zu den Fachhandelspartnern und das derzeitige Produktportfolion betrifft. Auch der Name DNS und die Besetzung des Vorstands (Moullion, Schöffer) bleiben bestehen.

Synergien verspricht sich Moullion durch einen informellen Austausch mit der neuen US-Muttergesellschaft. Neue Impulse erhofft sich der DNSint.com-Vorstand in den Bereichen Marketing, Business Development und "Go-to-market"-Strategien. "Wir profitieren ja bereits heute von den Erfahrungen unserer Niederlassungen in Skandinavien und Osteuropa".

Die Übernahme von DNS muss allerdings noch von der europäischen Kartellbehörde genehmigt werden. (rw)

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