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02.04.1976 - 

Kabinett verabschiedet 3. DV-Programm

1,6 Milliarden Fördergelder in 1976 bis 1979

BONN - Nach dem Scheitern der Unidata setzt Bonn auf die nationale Karte. Es zeichne sich keine neue Zusammenarbeit der DV-Industrie auf europäischer Ebene ab, erklärte Forschungsminister Hans Matthöfer auf einer Pressekonferenz anläßlich der Verabschiedung des 3. DV-Förderprogramms im Bundeskabinett. Matthöfer: "Wir wollen die deutsche Industrie so auf die Beine stellen, daß sie in den 80er Jahren selbständig laufen kann."

In der mittelfristigen Finanzplanung des Bundes wurden für 1976 bis 1979 Mittel in Höhe von 1,575 Milliarden Mark vorgesehen, deren geplante Verteilung die Übersichts-Tabelle 1 zeigt.

Kürzungen für DV-Bildungszentren

Eine eindeutige Gewichtsverlagerung ergibt sich beim Vergleich der neuen Planungen mit den Ausgaben im 2. DV-Förderprogramm (1971 bis 1975), in dem in fünf Jahren von insgesamt 1,811 Milliarden Mark für Maßnahmen im Hochschulbereich, inkl. Berufsbildungszentren, 21 Prozent, für Datenverarbeitungs-Anwendungen 31 Prozent, für industrielle Forschung und Entwicklung 40 Prozent und für Sonderprogramme 8 Prozent bereitgestellt wurden.

Zu den Kürzungen im Ausbildungsbereich heißt es im 166 Seiten langen vorläufigen Programm-Text: "Der Aufbau von Ausbildungskapazitäten ist im Laufe des 2. DV-Programmes so weit vorangeschritten, daß ihre Förderung schrittweise abgebaut werden kann." Die Unterstützung der DV-Bildungszentren - außerhalb des Hochschul- und Fachhochschulbereiches - wird nur noch minimal im Rahmen bestehender Verpflichtungen weitergeführt und soll bis 1978 auslaufen.

Mehr Anwendungs-Förderung, weniger Industrie-Subventionen

Bei den Ausgaben für DV-Anwendungen - Steigerung von auf 35 Prozent Anteil - sollen neue Programme in den Bereichen Datenfernverarbeitung, Benutzerhilfsmittel (Rationalisierung der Software, Herstellung, Umstellungshilfen) und Mustererkennung anlaufen (Tabelle 2).

Beachtliche Verschiebungen bei den anteilsmäßig geschrumpften Summen für die Förderung industrieller Forsche Anwender und wegen der mit ihrer Hilfe erleichterten Einbeziehung der Datenverarbeitung in die Arbeitsplätze zunehmen und gegen Ende der Dekade etwa gleichgewichtig neben der Förderung der mittleren und großen Datenverarbeitungs-Systeme stehen. Besondere Priorität haben Gemeinschaftsvorhaben mehrerer Datenverarbeitungs-Hersteller", heißt es im 3. DV-Programm. Matthöfer sprach auf der Pressekonferenz von "Siemens und sechs weiteren Herstellern", die als Hauptnutznießer von der halben Milliarde Mark Industrieförderung profitieren werden (Tabelle 3).

Nicht mehr gefördert werden Größtrechner, denn nach Ansicht Bonns hat die deutsche Industrie keine Chance, auf diesem Feld jemals konkurrenzfähig zu werden.

Zum 3. DV-Programm gehören zahlreiche frankierende administrative Maßnahmen. Über die künftige öffentliche Beschaffungspolitik heißt es: "Hersteller mit Basis in der Bundesrepublik Deutschland oder in anderen Ländern der Europäischen Gemeinschaft sind grundsätzlich zur Abgabe von Angeboten aufzufordern. Bei annähernd gleichwertigen Angeboten soll ihnen der Zuschlag erteilt werden."

Die Computerwoche wird in ihren nächsten Ausgaben umfassend über die Begründung der Regierung zum 3. DV Programm, über die Förderungsziele und Förderungsverfahren sowie über einzelne Detailprogramme und ihre Rechtfertigung, insbesondere im Bereich der DV-Anwendungen, berichten.