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14.01.2000 - 

Beteiligung an Internet-Firmen ist Kern der Strategie

1&1 benennt sich in United Internet um

MONTABAUR (fn) - Die 1&1 AG & Co. KG aA will sich in die United Internet AG umwandeln. Das neue Unternehmen sieht sich in erster LInie als Beteiligungsgesellschaft, die 15 Internet-Firmen im Portfolio hat.

Bisher stellte sich 1&1 als Anbieter von Marketing- beziehungsweise Online-Marketing-Dienstleistungen, Call-Center-Betreiber und Internet-Provider auf. Über Firmenbeteiligungen deckte man Nischenmärkte im Internet ab. Letzterer Bereich spielt in der neuen Firmenphilosophie nun eine zentrale Rolle. 15 eigenständige, auf Teilmärkte spezialisierte Internet-Firmen hat das Management unter dem Dach einer Holding versammelt, darunter die Jobbörse Jobs & Adverts, den E-Mail-Dienstleister GMX, die Online-Auktion Itrade sowie den Online-Gebrauchtwagenmarkt Webauto.

Mit diesem Netz aus Web-Firmen sieht sich Vorstand Ralph Dommermuth gerüstet für das dynamische Online-Business, um an den künftigen Wachstumsmärkten zu partizipieren. Die Diversifikation soll gleichzeitig Risiken im schnelllebigen Internet-Business reduzieren. Durch das Tanzen auf vielen Hochzeiten verringert sich die Gefahr, aufs falsche Pferd zu setzen, hofft Dommermuth. Sollte sich beispielsweise das 26-Prozent-Engagement am Online-Auktionshaus Itrade als Flop erweisen, entwickelt sich möglicherweise die Online-Preisagentur Preisauskunft.de zum gewinnbringenden Investment.

Darüber hinaus setzt United Internet auf verstärktes Cross-Selling zwischen den Töchtern. So stammt beispielsweise die Jobbörse des E-Mail-Providers GMX von der ebenfalls zum Beteiligungsnetz gehörenden, europaweit größten Online-Stellenvermittlung Jobs & Adverts.

Im neuen Organigramm gehen die bisherigen Online-Aktivitäten des Unternehmens in der "1&1 Internet AG" auf, zu der die hundertprozentige Tochter Schlund + Partner sowie die Dienstleistungsangebote "1&1 Puretec", "1&1 Internet Profi" sowie "1&1 Internet-Shops" zählen. Die Geschäftsbereiche Ausstellungen und Marketing werden der Holding United Internet ebenfalls als Töchter unterstellt.

Zusammenarbeit mit der Telekom wird fortgesetztSie sollen nach dem Kalkül der Manager als Dienstleister für die Beteiligungsunternehmen fungieren. Eingestellt hat das Unternehmen dagegen die Vermarktung von Compaq-PCs, Mobilfunktelefonen sowie den aktiven Vertrieb des Online-Dienstes "T-Online" der Deutschen Telekom. Mit dem TK-Konzern bleibt United Internet trotzdem verbunden: Gemeinsam mit der Mobilfunktochter T-Mobil will man mobile Internet-Services lancieren, beispielsweise sollen Nutzer von WAP-Handys dann in der Lage sein, ihren persönlichen Internet-gestützten Kalender zu bedienen. Außerdem wird United Internet T-D1-Mobilfunk- und T-ISDN-Verträge vermarkten.

Auch vom Schlagwort "Application-Service-Provider" hat sich das Unternehmen aus Montabaur reizen lassen und will noch dieses Jahr Office-Anwendungen im Internet zur Verfügung stellen, die der Anwender dann gegen eine Gebühr online nutzen kann, ohne sie lokal installieren zu müssen.

Für dieses Jahr strebt United Internet einen Gesamtumsatz von rund 500 Millionen Mark an, wobei die 1&1 Internet AG mit etwa 200 Millionen den größten Einzelanteil haben soll.

Mit der Restrukturierung folgt 1&1 folgt dem Beispiel der amerikanischen Investment-Gesellschaft CMGI, die Beteiligungen an verschiedensten Internet-Firmen hält.