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16.09.1983 - 

Vorerst Wirken hinter den Kulissen:

1. Videotex- Kongreß: Mehr Glanz als Gloria

BASEL (sg)- Nicht weniger als 700 Fachleute aller Fakultäten, vom Computerlieferanten bis zur Videotexagentur, waren dabei, als die PTT am 1. September '83 mit ihrem ersten Videotex- Kongreß das Zeitalter für die "neue Art der Kommunikation" für die Schweiz mit einem vorerst noch spärlich genutzten Betriebsversuch einleitete. Was indes nicht so bleiben muß, denn das Wirken hinter den Kulissen, wo die Vorbereitungen für Videotex- Programme ebenso vehement betrieben werden wie der Ausbau der erforderlichen technischen Einrichtungen seitens der PTT, lassen keinen Zweifel daran, daß der Videotexversuch schon bald auf vollen Touren laufen wird.

Vergleichsweise zur Bundesrepublik scheint die PTT beim Schweizer Videotex, wo sie lediglich dazu da ist, um die Vermittlungsaufgaben vom Anbieter zum Konsumenten zu bewältigen, fein raus zu sein. Denn hierzulande muß der, der Videotexinformationen anzubieten vor hat, diese mittels eigenem Computer bereitstellen oder durch ein auf derlei Dienstleistungen spezialisiertes Rechenzentrum bereitstellen lassen. Was bereits einige der freien Rechenzentren, die sich mit einem auf Videotex ausgerichteten Dienstleistungsangebot neue Märkte zu erschließen hoffen, auf den Plan gebracht hat. Mit vollem Risiko und großen Erwartungen, versteht sich. Und alles ohne eine verläßliche Prognose darüber in Händen zu haben, was in Zukunft aus dem Videotex werden könnte.

Wie überhaupt die Erwartungen in den Videotex in jüngster Zeit neue Anbieter von Computeranlagen, Zubehör, Beratungsleistungen und Agenturen wie Pilze aus dem warmen Spätsommerboden haben schießen lassen. Fast 30 davon haben den Videotex- Kongreß denn auch dazu genutzt, um ihr Angebot in mehreren Anwendungsbeispielen zu präsentieren.

Aus diesem, im doppelten Sinne bunten Angebot sei des Spaßes halber das unter dem Namen Videotex- Risikometer von der Universität Lausanne als ein Instrument zur Verbesserung des individuellen Gesundheitszustandes zum Beispiel zu erwähnen. Videotexteilnehmer können damit in spielerischer Form ihre Lebenserwartung ausrechnen, indem sie Angaben zu den verschiedenen Risikofaktoren eingeben. Etwas praxis- beziehungsweise gegenwartsnaher war dagegen die vom Verlag der Basler Zeitung gezeigte Lehrstellenbörse.

Dieses Projekt wurde in Zusammenarbeit mit den zuständigen behördlichen Stellen realisiert.

Viel verspricht man sich auch vom grenzüberschreitenden Videotex, der im Zusammenhang mit dem sogenannten Home- Banking, eine starke kommerzielle Nutzung erfahren wird. Die Großbanken sind hier an einer raschen Entwicklung interessiert.

Was kostet Videotex im Betriebsversuch?

Bei den Kosten für Videotex ist grundsätzlich zwischen einmaligen Investitions- und wiederkehrenden Abonnementskosten zu unterscheiden. Zur Ausrüstung des Informationsbeziehers gehört ein Videotex- taugliches, das heißt, mit einem besonderen Videotex- Decoder ausgerüstetes Farbfernsehgerät. Im Handel sind der neuen technischen Norm entsprechende TV- Apparate mit eingebautem Decoder zum Preis von 3550 Franken erhältlich.

Fernsehgeräte jüngeren Datums können auch mit einem externen Beistelldecoder und Kosten von 2250 Franken nachgerüstet werden. Eine alphanumerische Tastatur wird zur Zeit für 500 Franken angeboten. Ein Modem kann bei der PTT gemietet werden. Für die Miete dieses Gerätes sowie für die Abonnementsgebühren zahlt der Informationsbezieher während des Betriebsversuches monatlich zwölf Franken.

Dem stehen die von der Benutzung abhängigen Kosten gegenüber, wie Telefontaxen, die für die Telefonverbindung vom Domizil des Videotexbenutzers zur Videotex- Zentrale verrechnet werden. Dabei gelangt landesweit der Nachbarzonentarif entsprechend zehn Rappen für eine Minute, unabhängig von Distanz zwischen Informationsbezieher und Videotex- Zentrale zur Anwendung. Die Investitionen der PTT für den Pilot- und Betriebsversuch werden zirka 15 bis 20 Millionen Franken, diejenigen der Informationslieferanten 40 bis 50 Millionen Franken betragen.