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12.01.1979 - 

Zentral oder dezentral ?

106 Checkpoints zum Distributed Processing

Als Ziele bei der Einführung arbeitsplatzorientierter DV-Systeme werden von den Anbietern eist "Dezentralisierung der Verantwortung" und "gezielte Information des Managements" genannt. Das ist verständlich, fällt es doch den meisten Herstellern von "Distributed Processing" -Produkten verdammt schwer, die Wirtschaftlichkeit dezentraler Datenverarbeitung nachzuweisen - vor allem dann, wenn Zentralrechnerleistung immer preiswerter zu haben ist. Aber gerade auf das Argument "Kosteneinsparungen" legen die "Dezentralisten" unter den Anwendern den größten Wert, wie eine vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der Universität des Saarlandes durchgeführte Erhebung ergeben hat.

Nun darf man zwar die Zuverlässigkeit derartiger Befragungsergebnisse mit Fug und Recht bezweifeln (das sieht eher nach Lippenbekenntnissen aus), Tatsache ist jedoch, daß die Anwender nicht auf Marketing-Blabla hereinfallen. Und Wenn schon keine gründlichen Wirtschaftlichkeits-Untersuchungen durchgeführt werden - so läßt sich doch die Problematik des "Pro und contra dezentrale Datenverarbeitung" zumindest holzschnittartig eingrenzen. Die Prüfung auf, wirtschaftlichen Einsatz arbeitsplatzorientierter Datenverarbeitung kann beispielsweise mit Hilfe der folgenden Checkliste* vorgenommen werden:

1. Anwendungsbeschreibung beziehungsweise -erfordernisse

1. Dokumentation des Ist-Zustandes bis hin zur Schwachstellenanalyse des bisherigen Verfahrens.

2. Wirtschaftlichkeitsbetrachtung üb er die gesamte Investitionslaufzeit mit Ermittlung des gesamten Aufwandes (einmalig und laufend pro Jahr) sowie des gesamten Nutzens (quantifizierbar und nicht quantifizierbar).

3. Darstellung der Lösungsmöglichkeiten inkl. Zeitschätzungen für die Realisierung inkl. Stufenplan.

4. Dokumentation der negativen Effekte, die auftreten werden, falls die Lösung nicht genehmigt wird.

5. Probleme des Dateienwachstums über die gesamte Investitionslaufzeit.

6. Planung des internen und externen Personalbedarfs.

7. Planen der Stammdatenübernahme sowie des gesamten Systemstarts.

8. Dokumentation der Arbeitsabläufe.

9. Dokumentation der Ein-/Ausgaben.

10. Abstimmkonzeption für alle Anwendungen.

11. Testplanung der Anwendungen.

12. Übernahmeprobleme der programmierten Anwendung.

13. Erstellen eines Benutzerhandbuches.

14. Erstellen genereller Ablaufpläne im dezentralen Rechenzentrum (Terminplan, Ablaufplan).

15. Abstimmung mit der Groß-EDV (Termine im Rechenzentrum).

2. Kommunikation zur Groß-EDV

1 Direkter Anschluß Über Kanal.

2. Anschluß Über Remote-Steuereinheit.

3. Anschluß TP-Steuereinheit lokal.

4. Datenaustausch Über Diskette mit Kompatibilität vor und zurück.

5. Datenaustausch, über Computerband (Banddichte).

6. Datenaustausch über sonstige Einheiten.

7. Geschwindigkeiten des Datenaustausches.

8. Zugriff auf Bestände in der Groß-EDV.

9. Herstellerkompatibilität beim Datenaustausch, Notwendigkeit eines Interface-Programmes (Wer erstellt das Programm?).

10. Wartungsdiagnostik beim Datenaustausch (Verantwortung bei Fehlern?)

11. Probleme der Änderungen hinsichtlich der Kommunikation innerhalb der Groß-EDV und des dezentralen Systems.

3. Personalprobleme

1. Reserve für Krankheit.

2. Reserve für Urlaub.

3. Reserve für Schulung/Ausbildung.

4. Ausbildung für Programmierung.

s. Ausbildung für Systemanalyse.

6. Ausbildung für Systemprogrammierung.

7 Ausbildung für Bedienung des Computers.

8 Ausbildung für die Sachbearbeiter zur Terminalbedienung.

9. Stellvertretungsprinzip überall gewährleistet.

10. Unterstützung durch die Zentralorganisation gewährleistet.

11. Eigene Durchführung des Änderungsdienstes der Programme.

12 Verantwortung für die Lauffähigkeit der Anwendungssysteme.

4. Datensicherung/ Datenschutz

1. Datensicherung des Betriebsystems (Verfahren/Intervall/Zeitdauer/Medium der Sicherung).

2. Datensicherung der Bestände (Verfahren/Intervall/Zeitdauer/Medium der Sicherung).

3. Datensicherung der Bewegungen (Verfahren/Intervall/Zeitdauer/Medium der Sicherung).

4. Sicherung aller Programmunterlagen.

5. Sicherung aller administrativen Unterlagen (Dokumentation etc.).

6. Restartanweisungen bei Fehlern/System.

7. Datensicherung der Bibliotheken (Verfahren/Intervall/Zeitdauer/Medium der Sicherung).

8. Funktionstrennung zwischen Organisation/Programmierung und Bedienung.

g. Zugriffsschutz auf vertrauliche Informationen.

10. Auslagerung von Dateien etc.

11 Archivierung der Datenträger (Aufbau eines eigenen Archivs, Plattenverwaltung, Diskettenverwaltung).

12. Konsolprotokollmöglichkeit.

13. Zutrittskontrolle zum EDV-Raum.

14. Wiederanlauf der Anwendung nach Systemzusammenbruch.

15. Back-up-System/Ausweichanlage.

16. Feuerschutzprobleme.

5. Hardware/Systemsoftware

1. Ausbaufähigkeit Platten.

2. Ausbaufähigkeit Hauptspeicher.

3. Ausbaufähigkeit Terminals.

4. Ausbaufähigkeit Disketten.

5. Ausbaufähigkeiten Computerband.

6. Voraussichtliche Ausfallraten der CPU, Platten, Terminals, Bänder, Drucker.

7. Vorbeugende Wartung der Hardware (Intervall, Zeitdauer, Uhrzeit, Online oder Offline).

8. Ersatzteilversorgung.

9. Stationierung eines Technikers.

10. Zeit bis zum Eintreffen des Technikers.

11. Technikerdienst außerhalb der Dienstzeiten.

12. Erhöhte Wartungskosten bei Mehrschicht-Wartung.

13. Software-Spezialisten verfügbar.

14. Häufigkeit der Generierung neuer Releases beziehungsweise des Einspielens neuer Systemkomponenten.

15. Verantwortung für Änderungen des Betriebssystems (Generierung/Einspielung).

16. Optimierungs- und Tuningmöglichkeiten.

17. Techniken der Plattenorganisation (Verfahren, Satzlänge, Blocklänge, Überlaufprobleme, Zugriffsmöglichkeiten, Geschwindigkeiten, Reorganisation).

18. Verwendete Programmiersprachen.

19. Kompatibilität zu anderen Programmiersprachen.

20. Compiler.

21. Dienstprogramme/Utilities.

22. Standardprogrammbibliothek für verschiedene Anwendungen.

23. Interfaces zu TP-Systemen des Herstellers.

24. Übertragungsraten der Kanäle, der Platten, der Terminals, der Disketten.

25. Kapazitätsreserve des Systems.

26. Maximale Transaktionsrate des Systems pro Stunde oder Tag.

27. Minimaie Zeitdauer einer Transaktion.

28. Minimalkonfigurationserfordernisse abgedeckt.

6. Technik

1. Anforderungen an die Elektrotechnik.

2. Anforderungen hinsichtlich der Klimatisierung (notfalls schriftliche Bestätigung, daß keine Klimatisierung erforderlich ist, auch bei Platten).

3. DoppeIboden erforderlich?

4. Kabelführung/Kabellängen.

5. Schallprobleme.

6. Probleme der Staubfreiheit - FiIterklasse.

7. Aufstellungsplanung.

8. Tragfähigkeit des Bodens

9. Antistatik des Bodens.

7. Kosten- und Vertragsprobleme

1. Kaufpreis des Systems inkl. aller Features.

2. Wartungskosten des Systems im Sinne einer Pauschalwartung.

3. Mietpreis, falls möglich (nicht Mietkauf).

4. Vertragsdauer/Investitionslaufzeit.

5. Kosten der Software beziehungsweise des Betriebssystems.

6. Kosten der Software/Anwendung - Ersterstellung.

7. Kosten der Software/Wartung der Programme.

8. Nachbesserungspflicht bei Fehlern in der Programmerstellung.

9. Garantie der Lieferzeit.

10. Garantie der betriebsbereiten Übergabe des Systems.

11. Garantie der betriebsbereiten, Übergabe des Anwendungssystems.

12. Permanentes technisches Upgrading des Systems.

13. Rückkaufspreis des Systems (Option).

14. Upgrading-Option für einzelne Hardware-Komponenten.

15. Zahlung des Kaufpreises abhängig von erfolgter fehlerfreier Übergabe des Systems sowie der Anwendung.

*Quelle: EDV-Check, Vertrieb über Infosoft, Amselschlag 23, 8501 Weiherhof bei Nürnberg.