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06.08.1993

113 Millionen Dollar Profit im vierten Quartal Digital Equipment muss Erfolg auf neuem Kurs noch bestaetigen

BOSTON/MUENCHEN (CW) - Auf dem Weg der Besserung scheint sich die Digital Equipment Corp. zu befinden. In dem am 3. Juli zu Ende gegangenen Geschaeftsjahr 1992/93 konnte der Hersteller seine Vorjahresverluste in Hoehe von 2,79 Milliarden Dollar auf 251 Millionen Dollar reduzieren. Anleger und Analysten sind jedoch noch skeptisch, ob sich die im vierten Quartal erreichte Profitabilitaet des Unternehmens im laufenden Geschaeftsjahr halten laesst.

Bei stagnierenden Erloesen von 3,91 (Vorjahr: 3,9) Milliarden Dollar erzielte DEC im vierten Quartal des vergangenen Geschaeftsjahres einen Gewinn von 113,1 Millionen Dollar. In der Vergleichsperiode des Vorjahres hatte der VAX-Produzent auch aufgrund einer ausserordentlichen Belastung von 1,5 Milliarden Dollar noch einen Verlust von 1,85 Milliarden Dollar ausweisen muessen.

Nach Angaben des Unternehmens resultierte das Wachstum in der Berichtsperiode vor allem aus den Bereichen Professional Services, Software und Speicherprodukte. Allerdings sank der Produktverkauf insgesamt um drei Prozent. Als Bestseller stellten sich Lower-end- Maschinen mit relativ geringen Margen heraus. Die PC-Verkaeufe, die im vierten Quartal stark zugenommen hatten, brachten Digital im gesamten Geschaeftsjahr Erloese von knapp 900 Millionen Dollar. Die Verantwortlichen erwarten, dass das Mikrogeschaeft im laufenden Jahr profitabel wird. Zwar seien die Umsaetze mit den neuen Alpha- APX- Plattformen noch gering gewesen, sollen aber im Fiskaljahr 1993/94 mehr zu den Einnahmen beitragen.

Im gesamten Geschaeftsjahr 1992/93 konnte der Verlust auf etwa ein Elftel reduziert werden, der Umsatz stieg von 13,9 auf 14,37 Milliarden Dollar an.

"Obwohl ich mit jeder Art von Verlust unzufrieden bin, wird mein Vertrauen in die Zukunft von Digital durch die Verbesserungen in den letzten drei Quartalen gestaerkt", kommentierte President und Chief

Executive Robert Palmer das

Ergebnis. Durch die neue, Struktur sei das Unternehmen nun in der Lage, "Umsaetze zu steigern, Marktanteile zu gewinnen und gleichzeitig die Kostenreduzierung fortzusetzen".

Hinsichtlich kuenftiger Gewinne schlug Vice-President und Chief Financial Officer William Steuhl allerdings aufgrund des schwachen Europageschaefts leise Toene an: "Wir bleiben bezueglich einer Aussage ueber Profitabilitaet im saisonbedingt schwachen ersten Quartal des neuen Fiskaljahres vorsichtig."

Auch den Anlegern macht Sorgen, ob DEC in den Folgequartalen weiterhin gewinntraechtig arbeiten kann. "Digital liegt viel besser im Rennen als IBM", sagte Shao Wang von Smith Barney, Harris Upham & Co. gegenueber dem "Wall Street Journal". "Sie verfolgen eine neue Geschaeftsstrategie, die sie in der sich schnell veraendernden Branche gut positioniert." Allerdings gehe es nicht nur um das vierte Quartal, sondern darum, ob die Ergebnisse gehalten werden koennen. "Eine Rueckkehr in die roten Zahlen wuerde nicht gut aufgenommen werden", warnte der Analyst.

Die Jahresergebnisse der deutschen Digital-Konzerngesellschaften wurden noch nicht veroeffentlicht. Nach Angaben des Unternehmens konnten jedoch die in der Digital Equipment Beteiligungen GmbH zusammengefassten Unternehmen Digital Equipment, Muenchen, und Digital-Kienzle Computersysteme, Villingen, die intern gesetzten Ziele nicht erreichen. Zwar haetten beide Unternehmen bei einem Umsatz von zusammen mehr als zwei Milliarden Mark ein positives operatives Ergebnis erzielt, weisen aber in den Einzelbilanzen aufgrund erheblicher Restrukturierungen einen Verlust aus. Dabei habe die Digital GmbH das im vergangenen Jahr ausgewiesene Minus von 145,6 Millionen Mark erheblich verringern koennen.

"Um den Aenderungen im Markt der Informationstechnologien gerecht" zu werden, kuendigte Hans Dirkmann, Geschaeftsfuehrer der Holding und Vorsitzender der Geschaeftsfuehrung beider Digital- Konzerngesellschaften, die Gruendung von fuenf Einzelgesellschaften noch in diesem Jahr an. Die Distributionsgesellschaft soll sich um den regionalen Produktvertrieb und das Partnergeschaeft kuemmern. Ausserdem vertreibt diese Gesellschaft standardisierte Loesungen fuer die mittelstaendische Industrie und betreut das OEM-Business. Fuer das Projekt- und Integrationsgeschaeft duerfte kuenftig ein grosskundenorientiertes Unternehmen verantwortlich zeichnen. Darueber hinaus entstehen eine eigenstaendige PC-Gesellschaft, ein Serviceunternehmen sowie eine Company, die sich mit den hausinternen Verwaltungs- und Dienstleistungsfunktionen beschaeftigt.