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19.11.1999 - 

Studie untersucht realisierte Projekte

15 Prozent aller Warehouses werden nie produktiv

Die Erfahrung aus abgeschlossenen Data-Warehouse-Projekten zeigt, daß diese häufig falsch ausgerichtet sind beziehungsweise am Ziel vorbeischießen, weil nur die IT- oder die Kosten-Nutzen-Sicht betrachtet wurde. Die Anwender sowie die betriebswirtschaftlich orientierte Sicht kommen laut Wolfgang Dähler* und Matthias Deeg* hingegen oft zu kurz.

Nur wenn die betriebswirtschaftlichen Anforderungen erfüllt und zugleich die Anwender zufriedengestellt werden, hat der Aufbau von Data-Marts oder Data-Warehouses umfassenden Erfolg. Wird die Akzeptanz der Anwender nicht gewonnen, können die schönsten Oberflächen und interessantesten Zahlen kein Projekt zum Erfolg führen. Dies spiegelte auch die aktuelle Studie der Data Mart Consulting und der TU Darmstadt wider, für die Erfahrungen von knapp 100 Unternehmen des deutschsprachigen Raums zusammengetragen wurden, bei denen bereits entsprechende Lösungen aufgebaut oder produktiv geschaltet sind.

Auf der technischen Seite fiel auf, daß bei den dominierenden Server-Plattformen für DataWarehouses und Data-Marts in den letzten zwei Jahren häufig ein Wechsel von NT zu Unix zu beobachten war. Dabei wuchs der Unix-Anteil von 35 Prozent im Jahr 1997 auf jetzt 50 Prozent an. Als Gründe nannten die Befragten die fehlende Skalierbarkeit und schwächere Datenbank-Management-Systeme in der Windows- NT-Umgebung. Bei Finanzdienstleistern (Banken, Versicherer, Leasing) wurden zudem häufig auch MVS-Systeme eingesetzt. Linux spielt in aktuellen Projekten hingegen bisher nur eine untergeordnete Rolle.

Beim Projekt-Management geht der Trend in Richtung Data-Marts. Diese stellen in der Regel schnelle, meist fachbereichsspezifische Lösungen dar, die operative Entscheidungen wie etwa Informationen zur Entscheidungsfindung unterstützen sollen. Die meisten Unternehmen planen jedoch mit "architected" Data-Marts den Aufbau eines modularen Data-Warehouses. Letztere werden deutlich häufiger aus strategischen Gründen eingeführt und sind daher längerfristig orientiert, während bei Data-Marts die operativ-taktischen Gründe überwiegen.

In puncto Kosten und Dauer der Projekte stellt sich die Einführung von fachbereichsorientierten Data-Marts wesentlich günstiger dar als bei Data-Warehouse-Lösungen, die Anforderungen mehrerer Fachbereiche gleichzeitig abdecken sollen. Data-Marts gehen dagegen sehr viel detaillierter auf die betriebswirtschaftlichen Anforderungen ein. Die Kosten der untersuchten Data-Warehouse-Projekte beliefen sich zwischen 200000 und 20 Millionen Mark. Die Dauer war bei einigen Projekten nicht quantifizierbar, bei denen es sich um fortlaufende Prozesse im Rahmen des Aufbaus größerer Management Informations Systeme (MIS) oder strategischer Abteilungen handelte. (siehe Grafik "Dauer und Kosten").

Der dritte Fragenkomplex bezüglich der Zufriedenheit mit den installierten Systemen offenbarte, daß die betriebswirtschaftlichen Anforderungen durchschnittlich nur zu etwa 70 Prozent erfüllt wurden. Vor allem in den Branchen Handel, Versicherungen und Konsumgüterhersteller ist ein deutlicher Mangel zu erkennen (siehe Grafik "Wunsch und Wirklichkeit"). Dies ist um so bedenklicher, als für diese Industrien ein Data-Warehouse die Grundlage für funktionierende dispositive Systeme ist. Letztere sind strategische Anwendungen wie Software zum Aufbau von Lieferketten (Supply-Chain-Management) oder Produkte für das Kunden-Management.

Außerdem scheitern trotz aller Fortschritte und des Trends in Richtung Data-Marts auch heute noch Projekte oder bleiben hinter den Erwartungen zurück. So stellten die Autoren fest, daß 15 Prozent der untersuchten Projekte nie produktiv wurden. Als Gründe nannten die Unternehmen vor allem eine falsche Wahl der Produkte sowie technische Probleme. Vorschub leistete dabei ein schlechtes Projekt-Management, das die kalkulierten Kosten oder die Dauer der Projekte unrealistisch geplant hatte.

Als weitere Ursachen wurden die überzogenen Erwartungen der Anwender sowie deren mangelnde beziehungsweise fehlende Akzeptanz angeführt. Die Studie zieht daher das Fazit, daß die Kommunikations-, Kompetenz-, Verantwortungs- und Verständnisprobleme zwischen Anwendern, der IT-Abteilung und dem Projekt-Management durch gezielte und kompetente Beratung überwunden werden müssen. Nur so läßt sich ein Data-Warehouse-Projekt zu aller Zufriedenheit umsetzen.

Studie

Gefragt wurde unter anderem nach dem betriebswirtschaftlichen Anforderungen, dem Projekt-Management sowie den eingesetzten Technologien. Die Ergebnisse sind in verschiedene Matrizen eingeflossen, die nach Fachbereichen bis hin zur Geschäftsführung sowie nach Branchen gegliedert sind.

Anhand der untersuchten Architekturen wurden die aktuellsten Informationen der jeweiligen Softwarehersteller eingeholt. In einem Test-Center wurden schließlich die erarbeiteten Anforderungen anhand von Beispiel-Anwendungen durchgespielt. Eine abschließende Befragung der Unternehmen glich die Ergebnisse der Tests mit den tatsächlich eingesetzten Technologien und Tools ab.

Die vollständige Studie kann unter Telefon 06102/73160 oder http://www.datamart.de bestellt werden.

*Wolfgang Dähler und Matthias Deeg* sind Mitarbeiter der Data Mart Consulting GmbH in Neu Isenburg und Hamburg.