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17.02.1995

16 000 Stellen werden wie angekuendigt gestrichen Alcatel SEL: Viel Geduld beim Durchqueren der Durststrecke

STUTTGART (CW) - Der im November vergangenen Jahres angekuendigte Sanierungskurs der Alcatel SEL AG wird auch unter dem neuen, seit Anfang Januar amtierenden Vorstand fortgesetzt. Gleichzeitig will sich das Unternehmen beim Ergebnis der Null "naehern" und 1996 in die Gewinnzone zurueckkehren.

Konsolidierung heisst offensichtlich die Devise beim angeschlagenen Stuttgarter Elektronikkonzern, nachdem Anfang Januar der bis dahin amtierende Vorstandsvorsitzende Gerhard Zeidler auf Druck der franzoesischen Konzernmutter seinen Posten raeumen musste, was den Hoehepunkt einer langanhaltenden Krise markierte. Jedenfalls hat man nun in Stuttgart wieder alles im Griff - auch die, wie es heisst, planmaessigen Verluste.

So ist der Umsatz 1994, wie nach Angaben des Wirtschafts- Informationsdienstes "vwd" der neue fuenfkoepfige Alcatel-Vorstand in Stuttgart erklaerte, wie vorgesehen um vier Prozent auf 5,4 (5,6) Milliarden Mark zurueckgegangen. Gleichzeitig habe der Verlust 1994 - wie prognostiziert - eine Groessenordnung von 500 Millionen Mark erreicht. Davon seien rund 300 Millionen Mark operatives Minus; der Rest entfalle auf Rueckstellungen fuer den Personalabbau.

Hier bleibt es nach Angaben des Alcatel-Managements bei der angekuendigten Reduktion auf rund 16 000 Mitarbeiter bis Ende 1995. Das sind rund 5300 Stellen weniger als Ende 1993. Vom personellen Kahlschlag hauptsaechlich betroffen sind die Standorte Nuernberg, Stuttgart und Rochlitz. Gleichzeitig ist nach den Worten des neuen Vorstandssprechers Peter Landsberg vorgesehen, die Hierarchie innerhalb des Unternehmens flacher zu gestalten. So wird es unter ihm kuenftig nur noch drei statt bisher fuenf Administrationsebenen geben; die Unternehmensbereiche Vermittlungs- und Uebertragungssysteme sollen zu einer Unit zusammengefasst werden.

Gerade in diesen beiden Geschaeftsfeldern (aufgrund oeffentlicher Auftraege lange Zeit die Umsatz- und Gewinntraeger schlechthin) mussten vor allem im deutschen Markt durch den zunehmenden Wettbewerb im Telecom-Sektor drastische Einbussen hingenommen werden. Trotzdem kam der Alcatel-Konzern hier, wie vor kurzem veroeffentlichte Zahlen ausweisen, zu einem noch passablen Ergebnis. So wurden beispielsweise bis 1994 weltweit ueber 100 Millionen Anschlusseinheiten der digitalen Vermittlungssysteme "Alcatel 1000 S12" und "Alcatel 1000 E10" installiert. In insgesamt 112 Laendern werden, wie das Unternehmen weiter mitteilte, Telefongespraeche ueber Alcatel-Vermittlungssysteme gelenkt. Wichtigster Markt des Konzerns ist nach wie vor Frankreich mit 32 Millionen Anschlusseinheiten, gefolgt von China (13 Millionen) und Deutschland (zehn Millionen).