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Europäischer Charakter gegeben?


18.09.1992 - 

1700 Fachleute besuchten erste Euro-DAC in Hamburg

HAMBURG (CW) - Zur ersten "European Design Automation Conference" (Euro-DAC) zum Thema Platinen- und Chip-Design haben sich Anfang September etwa 1700 Anwender, Wissenschaftler und EDA-Hersteller (Electronic Design Automation) in Hamburg versammelt.

Auf der Messe der Euro-DAC stellten rund 40 Anbieter ihre Produkte aus. Neues präsentierte die Synopsis Inc.: Die Ausgabe 3.0 des "VHDL System Simulators" (VSS) soll die Entwicklungszeit verkürzen und den Übergang zur Synthese (Chip-Herstellung) erleichtern. VSS 3.0 ist laut Hersteller ab dem vierten Quartal 1992 zu einem Preis ab 24 000 Dollar erhältlich. "Designware Developer" (DWD) wendet eine Art Objektorientierung beim Chip- und Platinendesign an. Dabei geht es darum, einmal entwickelte Konstruktionspläne von ASICs in Bibliotheken zu speichern und - gegebenenfalls modifiziert - beim Entwurf weiterer Systeme wieder zu verwenden. Synopsis will fertige Sammlungen solcher Komponenten unter dem Namen "Synthetic Designs" anbieten. Auch andere, wie Texas Instruments, würden solche Libraries auf den Markt bringen, erklärte das Unternehmen. Beide Produkte sollen Ende des Jahres erhältlich sein, DWD für rund 45 000 Dollar, die Synthetic Designs zu Preisen zwischen 5000 und 15 000 Dollar.

Die europäische Ausgabe der US-amerikanischen DAC, der wichtigsten derartigen Veranstaltung der Branche, zielt darauf, die hohe Zahl ähnlicher, aber sehr spezialisierter Messen und Konferenzen durch eine große Veranstaltung zu ersetzen. Auch soll die Euro-DAC die Konkurrenzfähigkeit der europäischen EDA-Branche gegenüber den US-Wettbewerbern stärken, indem sie den Dialog zwischen Anwendern, Industrie und Wissenschaft fördert. Egon Hörbst, Executive Director bei Siemens und Mitglied des Organisationskomitees, erklärte, man habe zwar in diesem Jahr viele kleine Hersteller und Fachhochschul-Absolventen noch nicht erreicht, sei aber mit der verhältnismäßig hohen Teilnehmerzahl zufrieden.

Allerdings sind einige der Teilnehmer skeptisch, ob es der neuen Konferenz gelingt, europäischen Charakter zu gewinnen. Adolf Seinecke, Geschäftsführer des EDA-Herstellers Racal-Redac-Design-System GmbH, sagte zum Beispiel: "Die größte Gefahr ist wohl die, daß einige US-amerikanische EDA-Anbieter versuchen, die Euro-DAC als Hausmesse zu vereinnahmen, sie zu einem Abklatsch der amerikanischen DAC zu degradieren."