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25.03.1994

2,4 Prozent mehr DV-Beschaeftigte, aber Die Zahl der arbeitslosen Profis ist um rund die Haelfte gestiegen

HANNOVER (hk) - Trotz Krise ist die Zahl der beschaeftigten DV- Spezialisten im letzten Jahr um 2,4 Prozent gegenueber 1992 gestiegen. Dramatisch zugenommen hat aber auch die Arbeitslosigkeit in dieser Berufsgruppe, und zwar um 50 Prozent. Diese Zahlen gab Hildegard Happach von der Bundesanstalt fuer Arbeit auf einer CW-Podiumsdiskussion bekannt.

Jedes Jahr zur CeBIT praesentieren die Nuernberger Berufsforscher ihre Zahlen zur Beschaeftigung in der Computerbranche. Und je nachdem, aus welchem Blickwinkel man die aktuellen Werte betrachtet, lassen sie sich als erschreckend oder als normal bezeichnen.

Die Zahl der arbeitslosen DV-Fachkraefte belief sich 1993 auf 17 500 (1992: 12 000). Trotz dieses Anstiegs um 50 Prozent ist die Arbeitslosigkeit in der Branche mit 5,5 Prozent um einiges niedriger als im Gesamtdurchschnitt aller Berufe, wo sie bei 7,4 Prozent liegt.

Optimistisch stimmt eine weitere Zahl. 1993 gab es knapp 6000 DV- Beschaeftigten mehr als im Jahr davor, und das, wie Frau Happach betont, "in Zeiten der Rezession und eines starken Beschaeftigungsrueckgangs in der Industrie". Allerdings bestehe im Dienstleistungssektor nach wie vor Bedarf an DV-Experten.

Die Nuernberger Behoerde geht in den alten Bundeslaendern von 300000 Computerfachleuten aus, in den neuen Bundeslaendern sollen es 50000 Beschaeftigte sein. Auffallend hoch ist in den neuen Bundeslaendern der Frauenanteil unter den Datenverarbeitern, er betraegt ungefaehr 60 Prozent, in Westdeutschland dagegen rund 20 Prozent. Die Arbeitslosigkeit liegt mit 11,7 Prozent doppelt so hoch wie im Westen.

Die Verteilung der Arbeitslosen hat sich nur unwesentlich veraendert: 52,8 Prozent kamen aus einer Erwerbstaetigkeit, ein Viertel aus Aus- und Fortbildung, und der Rest bestand unter anderem aus Hausfrauen, Umsiedlern oder Personen, die mehr als ein halbes Jahr arbeitslos waren. In den neuen Bundeslaendern haben indes etwa zwei Drittel der Arbeitslosen eine fachspezifische Erwerbstaetigkeit von weniger als sechs Monate hinter sich. Das Risiko, nach einer Ausbildung ohne Job dazustehen, scheint dort niedriger zu sein als im Westen.

Die Qualifikationsstruktur der DV-Spezialisten aendert sich nach Beobachtung der Nuernberger Arbeitsmarktberater nur langsam: Derzeit haben etwa 30 Prozent von ihnen eine Hochschulausbildung; bei den juengeren Profis sind es bereits ueber 40. Allerdings hat die Mehrheit dieser Absolventen kein Informatikdiplom, sondern in einer anderen Fachrichtung abgeschlossen. Es dominieren nach wie vor die Fachleute, die sich nachtraeglich in dieses Berufsfeld eingearbeitet oder eine Umschulung besucht haben. Die studierten Informatiker sind immer noch die Ausnahme; weniger als 20 Prozent koennen einen einschlaegigen Abschluss vorweisen. Um ein Drittel auf 800 sind die offenen Stellen zurueckgegangen. Allerdings raeumt die Arbeitsmarktanalytikerin Happach ein, dass die Unternehmen ihre zu besetzenden Positionen in diesem Teilarbeitsmarkt nur in den seltensten Faellen dem Arbeitsamt mitteilen. Die Firmen seien selber aktiv.