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05.09.1975

2 Millionen Mark für ADL-Verband!

Die COMPUTERWOCHE ist dem ADL-Verband wohlgesonnen. Als anwender-orientierte Zeitung haben wir gerne berichtet, wenn der Verband sich für Anwender-Interessen stark machte. So haben wir aktuell und ausführlich die mutige ADL-Stellungnahme zu den IBM-Preiserhöhungen gedruckt, wir haben Meinungen des ADL-Bundesvorstandes zu verschiedenen Themen eingeholt und veröffentlicht. Der neue Vorstand erhielt von der CW reichlich Vorschußlorbeeren, - er hatte sich auch sehr viel vorgenommen.

Ein Jahr später heißt es, Bilanzziehen. Wann hat man das letzte Mal vom ADL gehört. Das Ergebnis ist mager. Diese Meinung vertreten auch mehr und mehr Mitglieder, denn beim Verband gibt es einen starken Mitgliederrückgang. Heute zählt man noch 1200 ADL-Mitglieder, die Zahlungsmoral ist miserabel. Aus finanziellen Erwägungen mußte jetzt der hauptamtliche Bundesgeschäftsführer entlassen werden. Damit zerfällt der ADL in ein Konglomerat von Landesverbänden. Wo bleibt die Interessenvertretung?

Die Branche braucht einen Verband

In Bonn gibt es Dutzende von Gesetzen und Programmen, zu denen die Meinung der Anwender oder ihrer Standesorganisation gehört werden sollte. Auch fehlt eine organisierte Gegenmacht zu den Herstellern, über die Anwender ihre Wünsche in bezug auf Normierung, Standards, Gleichbehandlung und Vorab-Informationen durchsetzen könnten. Wichtiger, noch wäre die Förderung des Erfahrungsaustausches. Kontakt zu den Kollegen mit den gleichen Problemen wäre so nützlich.

Es ist geradezu absurd, daß noch in diesem Jahrzehnt die EDV zur zweitstärksten Industriebranche wird, andererseits sich keinerlei Anwenderorganisation oder Standesvertretung profiliert. Dabei wäre ein solcher Verband geradezu Voraussetzung dafür, daß sich der "State of the Art" weiterentwikkelt, - eine wichtige Voraussetzung neben vielen anderen dafür, daß Datenverarbeitung effizient und wirtschaftlich realisiert wird.

Dies ist kein Angriff gegen die ADL-Funktionäre, die sich guten Willens bemüht haben. Aber von nichts kommt nichts. 1200 Mitglieder sind keine Macht, wo der Geschäftsführer gehen muß, kann man keine Aktivitäten durchführen. Die Armut kommt von der Pauverte. Man tütet nicht gerne am Wochenende Verbandsrundschreiben ein. Ohne das aber geht es nicht.

Gelder aus dem 3. DV-Programm

Wenn es stimmt, daß ein aktiver EDV-Verband dazu beiträgt, daß die EDV effizienter eingesetzt wird, dann ist es auch sinnvoll, Voraussetzungen für die Aktivität eines solchen Verbandes zu schaffen. Im 3. DV-Förderprogramm der Bundesregierung sollten deshalb für die Dauer von 5 Jahren insgesamt 2 Millionen Mark für den ADL-Verband bereitgestellt werden. Mit den jährlich 400 000 Mark sollte eine starke Bundesgeschäftsstelle mit mindestens 5 hauptamtlichen Mitarbeitern eingerichtet werden, die den regionalen Verbänden planmäßig bei der Organisation von Vorträgen, Seminaren, Wanderveranstaltungen, Stammtischen und auch bei der Mitgliederwerbung hilft. Der Rest des Geldes sollte für Gutachten und für Werbung zur Verfügung stehen.

Die Anwender werden dem ADL-Verband zuströmert, wenn er ihnen wirklich etwas zu bieten hat. Das kostet Geld, - also Zuschüsse, die als Starthilfe zu verstehen sind.

Wahrscheinlich würden diese 2 Millionen Mark zu den im 3. DV-Programm am sinnvollsten ausgegebenen Beträgen gehören.