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Universitäts-Studie über den Einsatz von Standard-Paketen

2 Prozent des Gesamt-Budgets für fremde Anwendungs-Software

06.02.1976

MÜNCHEN - "Der Erwerb von Anwendungssoftware stellt sich als kollektiver, komplexer und schlecht strukturierter Problemlösungsprozeß dar, für dessen Bewältigung keine eindeutige Prozedur im Unternehmen vorhanden ist", folgerte das Institut für Organisation der Universität München aus einer Anwenderbefragung über den Einsatz standardisierter Anwendungsprogramme in der industriellen Praxis.

Das Institut hatte aus den rund 1400 bundesdeutschen Unternehmen mit mindestens 1000 Beschäftigten nach statistischen Gesichtspunkten 75 Firmen ausgewählt und von 47 Anwendern auswertbare Antworten erhalten. Innerhalb normaler Toleranzgrenzen können die Ergebnisse also noch als repräsentativ angesehen werden.

Im einzelnen Unternehmen befragt wurden Firmen mit mindestens 1000 Beschäftigten - wurden durchschnittlich 379 Anwendungsprogramme eingesetzt, davon 89 Prozent selbst erstellte Lösungen. 4 Prozent waren mit anderen Firmen zusammen programmiert worden, 2 Prozent vom Hardware-Lieferanten und 4 Prozent von Softwarehäusern bezogen. Obwohl die Bundling-Anbieter Siemens, und Univac mit 11 Prozent an der Hardware beteiligt waren, zählte man im Durchschnitt nur 1 Prozent kostenlos von außen bezogene Anwendungsprogramme.

Personal-Pakete am wichtigsten

Auch aus einer - allerdings auf Zahlen von 1973 basierenden - Kostenübersicht ging hervor, daß von außen gegen Berechnung bezogenen Anwendungsprogrammen in der Praxis bislang nur eine "vergleichsweise geringe Bedeutung zukommt"; die Kosten der gesamten DV betrugen bei den Befragten im Jahr durchschnittlich 2,3 Millionen Mark. Die gesamten Softwarekosten lagen bei 570 000 Mark - davon für Anwendungssoftware 410 000 Mark. Der Aufwand für fremd bezogene Anwendungssoftware machte daran 11,5 Prozent aus. Das entspricht 2 Prozent des Gesamt-EDV-Budgets.

Übersicht fehlt

Die größte Bedeutung unter den zugekauften Programmen hatten im tatsächlichen Einsatz - gerechnet nach CPU-Zeiten - mit 32 Prozent die Softwarepakete für Personalwesen einschließlich Lohn- und Gehaltsabrechnung. An zweiter Stelle lagen mit 19 Prozent Fibu- und Kostenrechnungspakete.

Während 63 Prozent der Befragten glaubten, zugekaufte Software installieren zu können, meinten nur 46 Prozent, daß sie den Markt überschauten und nur 48 Prozent, daß sie Vergleichsmöglichkeiten besäßen. Die Markttransparenz ist also unzureichend. Wichtigste Begründung dafür: "Unsere Mitarbeiter haben zu wenig Zeit." Zweitwichtigste: "Die über die Programme verfügbaren Informationen sind nicht ausreichend." Diesem Mangel wird auch durch die Software-Kataloge nicht abgeholfen, weil sie den Wünschen der Verwender - so das Ergebnis der Umfrage - weitgehend nicht entsprechen. Die Kataloge werden zwar für notwendig gehalten, gelten aber als zu sehr auf die Anbieter und deren Eigeninteresse zugeschnitten.

Der Preis entscheidet

Dominierender Gesichtspunkt bei der Anschaffung von Software-Paketen war der Kostenvergleich, wenn er zugunsten der Fremdsoftware ausfiel - an zweiter Stelle lagen Terminüberlegungen ("Schneller verfügbar", "Engpässe in der eigenen Programmierabteilung"). Wichtigste Gründe gegen den Erwerb von Fremdsoftware waren dementsprechend zu hoher Preis und/oder zu hoher Anpassungsaufwand.

Zentrale Bedeutung messen die Verwender von Anwendungs-Paketen der eigenen Suche sowie - aber schon mit deutlichem Abstand - den Empfehlungen anderer Benutzer bei. Bei gleichem Angebot wird zunächst der Lieferant der eigenen Hardware bevorzugt.

Einig waren sich Anwender und die zuvor gesondert befragten Software-Hersteller, daß die Installation eines zugekauften Paketes den Einsatz der qualifiziertesten Mitarbeiter verlange.