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31.08.1990 - 

Gratwanderung zwischen MV- und Aviion-Serien

2000 Entlassungen: DG setzt die um fünfjährige Radikalkur fort

BOSTON/SCHWALBACH/TS (CW) - Mindestens 2000 Mitarbeiter oder 17 Prozent der Belegschaft wird die Data General Corp. in den nächsten vier Wochen entlassen. Das teilte das Unternehmen dem "Wall Street Journal" zufolge mit. Analysten applaudieren und prophezeien dem Minimaker eine baldige Rückkehr in die Gewinnzone.

Auch die Data General GmbH in Schwalbach/Taunus wird Stellen streichen müssen. Allerdings, so Dieter Kandel, für das Marketing verantwortliches Mitglied der Geschäftsführung, wolle man keine Mitarbeiter entlassen. DG Deutschland hoffe vielmehr, einerseits die natürliche Fluktuation ausnutzen zu können und werde andererseits versuchen, gezielt einer Reihe von Mitarbeitern den Ausstieg mit Prämien schmackhaft zu machen.

In welcher Größenordnung die Belegschaft hierzulande abgebaut wird, konnte Kandel noch nicht sagen. Bisher habe die GmbH personalpolitisch jedenfalls nicht so rigide zu Werke gehen müssen wie die Corporation, was aus der Zurückhaltung in puncto Neueinstellungen resultieren der man sich immer bedient habe.

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 1990 verlor DG weltweit über 50 Millionen Dollar bei einem Umsatz von 908 Millionen Dollar. 1989 war das Ergebnis der entsprechenden drei Quartale noch etwas weniger alarmierend ausgefallen: Bei 957 Millionen Dollar Umsatz hatte der Hersteller aus Massachusetts ein Minus von knapp 36 Millionen Dollar hinnehmen müssen.

DG balanciert derzeit auf einem schmalen Grat: Der Aufwand zur Betreuung von Kunden der traditionellen MV-Minicomputer-Reihe könnte mit den Vermarktungsanstrengungen für die neuen Aviion-Workstations und -Server kollidieren.

Die MV-Verkaufszahlen geben unter dem zunehmenden Konkurrenzdruck nach, während das Aviion-Equipment vergleichsweise gut läuft, weiß das "Wall Street Journal". Gleichwohl, so Kandel, macht DG den Löwenanteil des Umsatzes noch immer mit den MV-Maschinen. Den Begriff "Gratwanderung" illustriert er daher so: Bereits geringfügige prozentuale Einbußen in diesem Produktbereich wirkten sich in absoluten Zahlen so erheblich aus, daß die Aviion-Serie - in Deutschland erst seit Februar 1990 verfügbar - diese nicht ausgleichen könne. - Insgesamt rechnet DG zum Bilanzschluß Ende September mit einem Rückgang des Umsatzes auf 1,23 Milliarden (1988:1,36 Milliarden) Dollar.

Dennoch machen Branchenanalysten dem Minimaker Mut: Die Betriebskosten seien durch den seit fünf Jahren beständig verringerten Mitarbeiterbestand so weit gesunken, daß DG im nächsten Jahr wieder mit Profit rechnen könne, prophezeit etwa Shao F. Wang von Smith Barney, Harris Upham & Co. 1985 hatte das Unternehmen 17 700 Beschäftigte gehabt; nach den jetzt angekündigten Entlassungen werden es höchstens noch 9700 sein. Ein DG-Sprecher wollte jedoch einen noch weitergehenden Abbau der Belegschaft nicht ausschließen.