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20.12.2002 - 

Verlässliche Prognosen der Marktforscher bleiben Mangelware

2003 - Skepsis und ein Funke Hoffnung

MÜNCHEN (CW) - Ein leichter Abschwung zu Jahresbeginn, auf den ein langer und flacher Boden und ein sanfter Aufschwung am Ende des Jahres folgt - wie einen Suppenteller stellen sich die Marktforscher von Berlecon Research die Grafik für den Jahresverlauf 2003 in der IT-Branche vor.

Ein kräftiger Aufschwung sei für die nahe Zukunft nicht zu erwarten, dämpfen die Verantwortlichen von Berlecon zu hohe Erwartungen in das nächste Jahr. Die aktuellen Konjunkturdaten, deutschland- wie auch weltweit, ließen momentan keine Indikatoren dafür erkennen. Bestenfalls gehe es 2004 wieder aufwärts. Allerdings, so Unternehmenschef Thomas Wichmann, gebe es bislang keine verlässlichen Prognosen, die so weit reichten.

Für den Winter müssten die Unternehmen erst einmal mit einer Wachstumsdelle rechnen, warnt der Berlecon-Chef. Jedoch sei nicht mit einem regelrechten Absturz der Wirtschaft zu rechnen, es sei denn, die weltpolitische Situation verändere sich dramatisch zum Schlechteren. Die Phase der Realitätsverleugnung sei in den meisten Firmen vorbei. Nachdem viele IT-Unternehmer den Abschwung lange Zeit nicht wahrhaben wollten und bereits abgeschwächte Vorhersagen immer wieder nach unten korrigieren mussten, hätten sich die Manager inzwischen den Tatsachen gestellt. Zukunftserwartungen würden nun vorsichtiger formuliert.

Trotz aller Warnungen ließen sich jedoch auch Hoffnungssignale im Markt erkennen. So habe eine Studie ergeben, dass rund ein Drittel aller Unternehmen in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien ihre E-Business-Ausgaben im nächsten Jahr erhöhen will. Die restlichen zwei Drittel planen, die Aufwendungen zumindest nicht zu kürzen.

Weniger optimistisch beurteilen dagegen Marktforscher anderer Institute die allgemeine Investitionsbereitschaft für IT. Er sehe keine Technologie, die Unternehmen dazu veranlassen könnte, ihre Geldbörse zu öffnen, so der Ausblick von Howard Rubin, Executive Vice President der Meta Group. Deshalb sei davon auszugehen, dass sich die IT-Ausgaben im kommenden Jahr um drei bis fünf Prozent verringerten.

Analysten anderer Marktforschungsfirmen sehen die Lage nicht ganz so pessimistisch. Die Verantwortlichen von Forrester Research rechnen mit einem Plus von einem Prozent für die weltweiten IT-Investitionen 2003. International Data Corp. (IDC) geht von einem Wachstum zwischen zwei und fünf Prozent aus.

Nur Gartner ist optimistisch

Am zuversichtlichsten scheinen die Marktforscher von Gartner. Sie sagen für 2003 um sieben Prozent höhere IT-Ausgaben als im laufenden Jahr voraus. Allerdings, so schränkt Principal Analyst George Schiffler ein, bleibe die weltweite Konjunktur anfällig. Unsicherheiten, was die weltpolitische Lage betrifft, würden auch künftig Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung bergen.

Rund fünf Prozent ihrer Einnahmen geben Firmen für IT-Infrastruktur aus. Das erbrachte eine Umfrage der Investment-Banker von Merrill Lynch, die im November 100 Chief Information Officers (CIOs) in den USA und Westeuropa zu ihren Investitionsplänen befragten. 62 Prozent teilten mit, künftig einen geringeren Teil ihres Umsatzes als bisher für Hard- und Software sowie IT-Dienstleistungen aufwenden zu wollen. Nur 22 CIOs erklärten, dass der Anteil im folgenden Jahr wachsen werde. Die Experten aber gehen davon aus, dass der Aufwand für IT nur in Unternehmen steigen wird, denen es im Zuge einer anziehenden Konjunktur gelingt, ihre Umsätze zu erhöhen.

Damit gehörten auch die großen E-Business-Projekte der Vergangenheit an, erläutert Wichmann. Aufgrund der wirtschaftlichen Lage halte sich die Abenteuerlust der Anwender in Grenzen. Außerdem habe es sich mittlerweile herumgesprochen, dass sich E-Business nicht allein durch Einschieben einer CD bewerkstelligen lasse, sondern auch langwierige Umstrukturierungen und Prozessanpassungen erfordere.

Vor allem die Optimierung und Konsolidierung bestehender E-Business-Infrastrukturen würden dabei im Mittelpunkt stehen. Allerdings müssten bei der Zusammenführung der Daten einige Hürden überwunden werden. "So manches Unternehmen wird sein blaues Wunder erleben, was den Zustand seiner Daten angeht", glaubt Wichmann. (ba)

Abb: Weltweite IT-Ausgaben 2000 - 2003

Nach dem Rückgang 2001 glauben die Gartner-Analysten, dass die IT-Budgets für 2002 leicht gewachsen sind und das auch 2003 tun werden. Quelle: Gartner