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14.12.2004 - 

Kolumne

2004: Kein verschenktes Jahr

Mit einem Trommelwirbel und einem Paukenschlag hat sich die IT-Branche in die ruhige Zeit zwischen den Jahren verabschiedet. Die Pauke schlug Oracle-Chef Lawrence Ellison, der die Übernahme von Peoplesoft noch vor den Festtagen in trockene Tücher gebracht hat - der erfolgreiche Ausgang des Deals war die ganze Zeit nur eine Frage des Geldes gewesen. Der Trommelwirbel kam von IBM, das seine PC-Sparte und damit ein Stück IT-Geschichte an den chinesischen Hersteller Lenovo verkaufte.

Beide Transaktionen rundeten das Bild des Jahres 2004 treffend ab, das erneut unter dem Zeichen der Konsolidierung stand. Auf der einen Seite waren Anwender damit beschäftigt, Ordnung in ihre IT-Landschaft zu bringen und gleichzeitig zu sparen. Standard-Server und Standardspeicher setzten ihren Angriff auf die proprietären Bastionen fort, Linux gewann im Zuge der Vereinheitlichung deutlich an Dynamik.

Weitaus gravierender waren allerdings die Verwerfungen im Lager der Lieferanten. Diese sahen sich weiterhin mit der bereits im Jahr 2003 aufgeworfenen Frage konfrontiert, ob IT einen Wettbewerbsvorteil mit sich bringt oder inzwischen zum Allgemeingut gehört. Mit dem Verkauf der PC-Sparte und der Übernahme von Peoplesoft haben IBM und Oracle eine klare Antwort darauf gegeben: Das ERP-Geschäft gehört noch nicht zum Allgemeingut, während die besten Jahre des PC vorbei sind.

Der IBM-Lenovo-Deal steht aber auch aus einem anderen Grund stellvertretend für das Jahr 2004. Outsourcing war weiter en vogue, selbst hierzulande. Das Signal, das Big Blue mit dem Verkauf aussendet, ist nur konsequent: Ich muss nicht alles selber machen, was andere besser (oder billiger) können. Gerade ein Outsourcing-Anbieter sollte vorleben, was er seinen Kunden verspricht - den Rücken frei zu haben, um sich auf die wesentlichen Teile des Geschäfts konzentrieren zu können. PCs bieten keinen Wettbewerbsvorteil mehr, weder für Anbieter noch für Anwender; sie sind lediglich Mittel zum Zweck.

Die Übernahmen im heimischen IT-Dienstleistungssektor belegen, wo künftig die Musik spielt. Avinci, Itellium, Mummert Consulting, SAP SI, Triaton und RAG Informatik stehen stellvertretend für alle Service- und Consulting-Unternehmen, die 2004 den Besitzer wechselten. Es geht endgültig nicht mehr um die IT an sich, sondern darum, was man daraus macht. Insofern war 2004 kein verschenktes Jahr, denn es wurden entscheidende Weichen gestellt: Der Umbau der Anbieterlandschaft tritt in eine neue Phase ein, und die Anwender werden zwangsläufig darauf reagieren müssen. Eines jedenfalls ist sicher - IT bleibt für beide Seiten eine spannende Angelegenheit.