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2007: Leistung und Leidenschaft

21.12.2007
Gute Nachrichten vom Arbeitsmarkt und der Gehaltsfront IT-Profis waren heiß begehrt.

Am Schluss einer dieser in den vergangenen Monaten häufig geführten Diskussionen über den Fachkräftemangel in der IT-Industrie wurde Oliver Tuszik doch sehr leidenschaftlich. Der Geschäftsführer des IT-Dienstleisters Computacenter und Vater dreier Kinder appellierte an die Zuhörer alles Vertreter der IT-Industrie , die Schuldigen für Probleme nicht bei den Politikern, den Lehrern oder gar Schülern zu suchen. "Jeder in der IT-Branche muss für die Attraktivität dieser Industrie und die vielfältigen und abwechslungsreichen Jobmöglichkeiten werben." Dies ist in der Tat bitter nötig, denn das Jahr 2007 hat sich zum Jahr des IT-Profis entwickelt, in der die Nachfrage das Angebot deutlich übertraf.

"Händeringend"

Die Fakten zumindest eine Menge Zahlen , die im Augenblick herumgereicht werden, sprechen für die Bewerber und gegen die Arbeitgeber, von denen doch eine ganze Menge "händeringend", wie sie immer betonen, Mitarbeiter suchen. Tuszik zum Beispiel gab an, dass er so ziemlich jede Woche einen Auftrag absagen muss, weil ihm das Personal fehlt 200 IT-Experten könnte er vom Fleck weg einstellen. Mit der Aussage war der Computacenter-Manager zuletzt nicht allein.

Am lautesten weinte 2007 natürlich der Verband der IT-Industrie der Bitkom. Er spricht inzwischen von über 40 000 unbesetzten Stellen in der Branche. In einer Umfrage des Verbandes gaben drei Viertel der Mitglieder an, dass sie mit einem Umsatzplus rechnen, und 57 Prozent wollen zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Immerhin 62 Prozent der Befragten klagten, dass der Mangel an Fachkräften ihre Geschäftstätigkeit behindere. "Der Bedarf konzentriert sich auf Softwarefirmen und IT-Dienstleister, die vor allem nach Programmierern und IT-Beratern suchen", erläutert Bitkom-Präsident August Wilhelm Scheer.

Diese Einschätzung kann von der Adecco-Stellenmarktanalyse im Auftrag der computerwoche nur bestätigt werden. So wurden in den ersten zehn Monaten 2007 etwa 20 Prozent mehr IT-Stellen ausgeschrieben als im Vorjahreszeitraum.

Softwarehaus sucht ...

Die meisten freien Positionen für IT-Experten entfielen mit 6311 Angeboten nach wie vor auf Beratungs- und Softwarehäuser. Am stärksten gestiegen ist der Bedarf im Maschinen- und Fahrzeugbau. Dort wuchs die Zahl der Jobangebote von 2647 auf 3880. Mehr IT-Positionen wurden außerdem im öffentlichen Dienst, in der Elektrotechnik und bei den Finanzdienstleistern ausgeschrieben.

Die Frage, welche IT-Qualifikation besonders gesucht war, lässt sich eindeutig beantworten und passt zur Aussage des Bitkom-Chefs: Allein 4403 Offerten gab es für Anwendungsentwickler, rund 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Prozentual stärker stieg das Interesse an Internet-Spezialisten, wenn auch auf geringerer Basis - und zwar von 740 auf 1054. Größer als im Vorjahr ist auch die Nachfrage nach Datenbank- sowie System- und Netzspezialisten, aber auch nach Vertriebsmitarbeitern.

Die Stimmung unter den IT-Profis anheizen dürfte eine weitere Zahl. Die Marktforscher von IDC gehen davon aus, dass bis 2011 in Deutschland 193 000 Arbeitsplätze im Softwareumfeld entstehen weltweit sollen es gar 4,6 Millionen werden, so die optimistische Prognose. Microsoft-Geschäftsführer Achim Berg ist überzeugt, dass diese Zahlen zu erreichen sind: "Als Querschnittstechnologie ist Software ein echter Jobmotor."

Zu all diesen guten Nachrichten passen die Zahlen der jüngsten computerwoche-Vergütungsstudie. Zwar sind die Gehälter der IT-Spezialisten 2007 nur im unteren einstelligen Bereich gestiegen. Aber es fällt auf, dass sich die Schere zwischen Experten, deren Know-how am Markt stark nachgefragt ist, und den Tätigkeiten etwa in der Netzadministration und im Support weiter öffnet. Während Berater ohne Personalverantwortung, erst recht mit SAP-Know-how, im Jahr 2007 locker über 60 000 Euro verdienen konnten, lagen die Gehälter der Anwender-Support-Mitarbeiter bei rund 37 000 Euro. Was die Chefs allerdings maßlos frustriert, ist die Abhängigkeit von Top-Spezialisten und guten Projektleitern, die im Gehaltspoker die besten Karten haben. "Für gute Spezialisten sind sogar 200 000 Euro im Jahr drin", sagt Tim Böger, Geschäftsführer der Hamburger Vergütungsberatung Personalmarkt.

Gewaltige Anforderungen

Richtig ist aber auch, dass die Anforderungen der Unternehmen an Bewerber und Mitarbeiter gewaltig waren (und bleiben). Es wird der Allrounder mit Tiefgang erwartet, der einerseits genug von IT versteht und andererseits, wenn er beim Kunden gearbeitet hat, gleich den Nachfolgeauftrag mitbringt. Diejenigen, die als Leistungsträger identifiziert werden, dürfen sich über hohe Prämien und sonstige Bonbons freuen. Allerdings wollen die Chefs Können und Leidenschaft sehen: Wer nicht in so eine Leistungskultur passt, wird aussortiert Fachkräftemangel hin oder her. (ajf)