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18.06.1976 - 

Amerikanische Wohlfahrts-DV in Nöten

23,7 Prozent der SSA-Schecks sind falsch

18.06.1976

WASHINGTON - 23,7 Prozent von monatlich 34 Millionen Schecks sind falsch, die die amerikanische "Social Security Administration" (SSA) ausdruckt und im Rahmen eines bundesweiten Wohlfahrtsprogrammes verteilt. 9,8 Prozent der Schecks im zweiten Halbjahr 1975 enthielten Überzahlungen, 6,1 Prozent der Beträge waren zu niedrig und 7,8 Prozent der Schecks überhaupt zu Unrecht ausgestellt. Das steht in einem noch unveröffentlichten Bericht des "General Accounting Office". 40 Prozent dieser Fehler sind allerdings - so SSA-Commissioner James B. Cardwell - auf das "Verhalten der 4,3 Millionen Wohlfahrtsempfänger" zurückzuführen. Die verbleibenden 60 Prozent gehen auf das Konto einer DV-Organisation, die Cardwell als "Flickwerk" bezeichnete, das "in den letzten 15 Jahren durch immer neue Aufträge des Kongresses und eine zunehmende Zahl von Wohlfahrtsprogrammen entstanden ist".

Bald 50 Millionen Schecks monatlich

Während Cardwell erklärte, die SSA benötige dringend neue Rechenkapazitäten, weil in wenigen Jahren voraussichtlich 50 Millionen Schecks monatlich auszugeben seien, attackierte SSA-Mitarbeiter Ferdinand Jung die Wohlfahrts-DV als "offenkundige Verschwendung von Steuergeldern". Das General Accounting Office (GAO) hatte kürzlich festgestellt, daß lediglich 40 Prozent der Kapazität der insgesamt 17 SSA-Rechner ausgenutzt seien und 24 Prozent der Produktionsläufe wiederholt werden.

RZ-Neubau unnötig

Während sich das GAO zunächst gegen die geplante 40prozentige Aufstockung der Computerkapazität durch vier IBM-Großrechner (CW Nr. 22/23 vom 4. Juni 1976 "Vier 370/168 stehen im Lagerhaus") wendet, ist Jung der Ansicht, daß auch der Neubau eines SSA-Rechenzentrums in Woodlawn Md. für 69 Millionen Dollar und eines Bürogebäudes in Baltimore für 92 Millionen Dollar unnötig seien.

Jung hatte zwei Jahre lang im Auftrag des DV-Managements der Sozial-Behörde die Effizienz der SSA-Datenverarbeitung untersucht und sich schließlich mit verschiedenen Briefen an die Öffentlichkeit gewandt, nachdem er glaubte, im eigenen Haus nicht das richtige Gehör zu finden. Er ist der Meinung, daß die derzeitige Computer-Kapazität der SSA völlig ausreichend sei.