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18.05.1990 - 

Storeboard: Lieferprobleme vor allem bei 386SX-basierten Rechnern

286-PCs halten ihren Anteil an den Fachhandels-Verkäufen

BOSTON (IDG) - Nach einem schwachen Februargeschäft gingen im März wieder mehr PCs über die Ladentische der amerikanischen Fachändler: Ein Plus von 10,6 Prozent bei den verkauften Einheiten gegenüber dem Vormonat rettete das erste Quartal, in dem eine geringfügig höhere Stückzahl verkauft wurde als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Die Untersuchung des Fachhandels-Geschäftes, monatlich von der Storeboard Inc. aus Dallas/Texas vorgenommen, ergab für den März eine verkaufte Stuckzahl von 245 000 Rechnern; im Quartal setzten die Dealer demnach 713 400 Computer ab, das sind 1,3 Prozent mehr als von Januar bis März 1989. Etwa 40 Prozent - dieser Anteil ist laut Storeboard für die ersten drei Monate konstant geblieben - aller über den Fachhandel vertriebenen PCs hatten eine 286-basierte CPU. Mit 36,3 Prozent blieb der Anteil der 386SX- und 386-Prozessoren ebenfalls stabil.

Im Vergleich zum Vorjahr fallen jedoch Veränderungen ins Auge: Die 286-Kategorie mußte mit einem Verkaufsrückgang von 15 Prozent Verkaufs-Rückgang Federn lassen, während 386-CPUs um 26 Prozent zulegten und 386SX-basierte PCs gar mehr als viermal so häufig gekauft wurden wie im ersten Quartal des Vorjahres.

Demgegenüber hat es Apple immer schwerer in der Gunst der amerikanischen Fachhandelskunden: Zwar erholten die Macs sich im Vergleich zum miserablen Februar um sieben Prozent; der Quartalsvergleich weist jedoch einen Rückgang um nahezu ein Viertel gegenüber 1989 aus.

Die Händler äußern Storeboard zufolge immer häufiger ihre Unzufriedenheit mit den Produkten aus Cupertino: Wegen der im Durchschnitt (3302 Dollar) sehr hohen Preise sei es immer schwieriger, die Kunden von den Vorteilen der Macs zu überzeugen, zumal auch Bedienerfreundlichkeit und Grafikfähigkeit der IBM-kompatiblen PCs (Durchschnittspreis: unter 3000 Dollar) ständig besser würden. Außerdem mache Apple dem Fachhandel zunehmend Konkurenz durch das Direktgeschäft und durch Sonderverkäufe an Ausbildungseinrichtungen, besonders Universitäten.

Mit aggressivem Marketing bewegt sich AST Research weiter vorwärts in der Stückzahlen-Hitliste: Für die Quartalszunahme um 262 Prozent gegenüber dem Vorjahr machen die texanischen Marktforscher neben hoher Qualität der AST-Produkte ein "Vier-Sterne-Programm" des Herstellers verantwortlich, mit dem dieser sich der Loyalität der Händler versichere. AST bietet unter anderem Strategie-Briefings sowie Prämienzahlungen und schaltet große Werbeserien in amerikanischen Medien.

Compaq, seit langem Vize-Musterknabe in Sache absolute Verkaufszahlen hinter IBM, legte im Quartalsvergleich um sieben Prozent und seit Februar nahezu um ein Viertel zu. Die erfolgreichsten Modelle waren der Deskpro 386s mit 14 600 Einheiten und der LTE/286 mit knapp über 10 000 verkauften Einheiten. An Beliebtheit gewann auch der Notebook-PC des texanischen Herstellers: Gegenüber dem Februar wurde der Mini um 68 Prozent häufiger verkauft. Auch Compaq kümmert sich um seine Distributoren: Kürzlich wurden Demo-Centers für die Deskpro-Modelle in vielen Fachhandels Niederlassungen eingerichtet, die mit Compaq-Personal und einem direkten Draht zum Entwicklungslabor des Herstellers ausgestattet sind.

Probleme mit der Verfügbarkeit der 386SX-Modelle, so Storeboard, kosteten Epson 7,5 Prozent der verkauften Stückzahlen im Quartalsvergleich, obwohl das Geschäft im März immerhin noch um sieben Prozent besser lief als im Vormonat.

IBM: Probleme mit SCSI-Schnittstellen

Aber auch andere Hersteller konnten nicht immer prompt liefern: IBMs P5/2-50z und -55sx frustrierten die Händler, obwohl das letztere Modell sich erneut am meisten von allen absetzen ließ. Big Blue hatte zudem Pech mit verbesserten Versionen des 386SX-basierten Rechners und mit High-end-PS/2-Modellen: Ende März angekündigt, mußte die Lieferung der Mikros ausgesetzt werden, nachdem Probleme mit den SCSI-Schnittstellen der zugehörigen Peripheriegeräte aufgetreten waren.

Die PS/2-30, -60 und -80 bieten IBMs Distributoren dagegen inzwischen zu Ladenhüter-Preisen an: Bei Abschlägen von bis zu 16 Prozent zog zum Beispiel der Absatz des Models PS/2-80 um 38 Prozent gegenüber dem Februar an.

Bei NEC hoffen die Händler darauf, daß künftig der Vertrieb der kürzlich zusammengelegten Divisionen für Information Systems und Home Electronics besser funktioniert; auch hier beklagten die Deal die schwache Verfügbarkeit. Das Resultat: nur 0,4 Prozent Zunahme seit dem Vormonat und gar ein Rückgang des Fachhandels-Geschäftes um 12,7 Prozent im Quartalsvergleich.

Toshiba hatte im Februar gut ausgesehen; im März brach man im Fachhandel dagegen mit gut 15 Prozent ein. Dennoch sieht das Verkaufsergebnis im Vergleich zum ersten Quartal 1989 freundlich aus: um fast ein Viertel höher.

Die Händler kritisieren gleichwohl auch am Laptop-Spezialisten Lieferprobleme; hinzu kommen Mängel im Service- und Support-Bereich.