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Interview


20.08.1999 - 

"30 Prozent Marktanteil ist konservativ geschätzt"

Mit Gary Bixler, Marketing-Manager für AMDs Athlon-Prozessor in Austin, Texas, sprach Clare Haney, Korrespondentin des IDG News Service.

CW: Wie können Sie bei der Vermarktung des Athlon Produktionsprobleme vermeiden, wie sie beim Vorgänger K6 aufgetreten sind?

Bixler: Wir werden über einen längeren Zeitraum hinweg beweisen, daß wir den Chip regelmäßig in den gewünschten Mengen liefern können. Der Athlon hat ein völlig neues Design. Der K6 dagegen basierte auf der Technologie, die wir mit der Übernahme der Nexgen Inc. erworben haben. Mit dieser Architektur war es beispielsweise schwierig, höhere Taktfrequenzen zu erreichen. Das führte unter anderem auch zu Problemen in der Fertigung.

CW: Wie wichtig ist der Übergang auf die 0,18-Mikrometer-Fertigungstechnik für den Erfolg des Athlon?

Bixler: Die 0,18-Mikrometer-Technik wird uns helfen, unseren Vorsprung hinsichtlich der Taktfrequenz zu halten. Gegenwärtig produzieren wir alle Athlon-Chips in unserer Fab 25 in Austin, Texas. Im vierten Quartal 1999 werden wir auf einen aluminiumbasierten Prozeß mit 0,18-Mikrometer-Strukturen umsteigen. Anfang 2000 beginnen wir mit der Produktion kupferbasierter CPUs in unserer Dresdner Fab 30.

CW: Was bringt die Verwendung von Kupfer?

Bixler: Mit dem kupferbasierten Prozeß können wir die Effizienz der Chips verbessern und wesentlich höhere Taktraten realisieren. Im vierten Quartal 1999 werden wir einen 700-Megahertz-Athlon marktreif haben. Irgendwann im Jahr 2000 folgt eine Variante mit 1 Gigahertz.

CW: Wie sieht die Zukunft der K6-Marke aus?

Bixler: Wir werden den K6 weiterhin in den Bereichen anbieten, wo die Nachfrage hoch ist. Auf kurze Sicht wird es noch einige weitere Varianten mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten geben. Der K6 wird noch das komplette Jahr 2000 auf dem Markt sein. Die weitere Entwicklung des Athlon ist davon unabhängig. Wir werden diesen Prozessor zunächst in Hochleistungs-Desktop-PCs anbieten. Der Athlon-Prozessorkern K7 wird später auch für billige Rechner zur Verfügung stehen.

CW: Wie lange wird AMD eigene Chipsets für den Athlon bauen?

Bixler: Wir haben eigene Chipsätze hergestellt, weil wir uns nicht auf unsere Partner verlassen wollten. Das hätte unsere Fähigkeit eingeschränkt, schnell auf den Markt zu kommen. Für den Volumenmarkt werden wir diesbezüglich aber auf Partner wie Via Technologies oder Ali (Acer Laboratories Inc.) zurückgreifen. Wir sind sehr offen, was den Zugang von Partnern zu unseren Informationen betrifft. Wenn deren Chipsets die gleiche Qualität wie unsere Systeme erreichen und in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, werden wir uns zurückziehen.

CW: Via hat angekündigt, sowohl Natsemis Cyrix-Sparte als auch die x86-Produkte von IDT aufzukaufen. Entsteht damit nicht eine Konkurrenzsituation zu AMD?

Bixler: Die Produkte, die Via erwirbt, konkurrieren nicht direkt mit unseren. Via hat sich außerdem verpflichtet, die Geschäftsbeziehungen mit AMD aufrechtzuerhalten. Wir haben gemeinsam eine Menge Geld verdient. Es wäre dumm zu denken, Via würde sich aus einem so lukrativen Geschäft zurückziehen.

CW: Glauben Sie, Via wollte sich mit den Akquisitionen lediglich Zugang zu Technologiepatenten verschaffen?

Bixler: Das kann gut sein. Im Grunde erwirbt Via damit die Fähigkeit, Produkte zu bauen, ohne von Intel schikaniert zu werden.

CW: AMD prognostiziert, bis zum Jahr 2001 30 Prozent des Weltmarkts für x86-Prozessoren zu besitzen, Desktop- und Server-Chips sowie Chips für Mobilrechner eingeschlossen. Wie kommen Sie zu dieser Einschätzung?

Bixler: Das ist einfache Mathematik: Mit unserer Fab 25 haben wir gegenwärtig einen Marktanteil von 15,5 Prozent weltweit. Mit der Fab 30 in Dresden verdoppeln wir die Kapazität. Ich denke, ein Anteil von 30 Prozent ist noch sehr konservativ geschätzt.

CW: Im Juli ist überraschend Atiq Raza, Company President, Chief Operating Officer und Technical Officer, zurückgetreten. Wann wird AMD einen Nachfolger präsentieren?

Bixler: Kein Kommentar. Atiq war ein sehr wichtiger Teil des Unternehmens und spielte bei der Entwicklung des Athlon eine bedeutende Rolle. Unsere Roadmap für den Athlon steht, und die Entwicklung schreitet voran. Atiqs Weggang hat darauf keinerlei Auswirkungen. Jeder ist ersetzbar.