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14.03.1975 - 

Auftragsbearbeitung im Pharma-Großhandel

300 Aspirin in 300 Millisekunden

Eine schnelle Erfassung und Bearbeitung der Aufträge seiner

Großhandelsniederlassungen löst Reichelt mit einem Terminalsystem und der Anwendungssoftware PAS 1. Reichelt entwickelte gemeinsam mit Honeywell-Bull das Programmpaket. Es läuft auf einem Realzeitsystem mit acht Bildschirmerfassungsplätzen und Online angeschlossenen Apothekerterminals.

Es kann Stunden dauern, bis der Zustand erreicht wird, daß man zum Aspirin greift. Es handelt sich um Minuten, bis die gewünschte Wirkung eintritt. Eins steht jedenfalls fest: Es dauert nur 300 Millisekunden, um eine Position, wie zum Beispiel 300 Aspirin, in die Artikeldatei der Reichelt AG Hamburg zu schreiben.

Dezentrale Soforterfassung

11 Systeme Honeywell 716 (32 K Worte) werden in elf Städten Nord- und Westdeutschlands von Kiel bis Göttingen über Standleitungen (4800 Baud) mit der Hauptniederlassung Hamburg verbunden. Die Pharmaterminals sind an eine Univac 90/60 (327 K) angeschlossen.

Das EDV-System ermöglicht eine dezentrale Soforterfassung gekoppelt mit Echtzeit-Fakturierung und Rabattierung.

Geliefert wie geordert

Der Apotheker gibt seine Bestellung per Telefon an das Erfassungspersonal des Großhändlers durch. Die Telefonistinnen tasten daraufhin die Artikelbezeichnung, wie zum Beispiel Hepar Sulfuris Planto Aplex und die gewünschte Menge über Bildschirm in das Erfassungssystem ein. Daraufhin erhält das Bedienungspersonal Auskunft, ob das Pharma-Produkt im jeweiligen Lager vorhanden ist, und in welcher Menge. Die Software ist so konzipiert, daß keine Verwechslungen entstehen können: "es wird geliefert, wie geordert wird". Zur raschen internen Bearbeitung des Auftrags wird ein, lagerplatzorientierter Entnahmeschein ausgedruckt. Das bedeutet Wegoptimierung bei der Zusammenstellung des Auftrags und damit Zeitgewinn für den Kunden.

In den Großhandelsterminals sind die aktuellen Daten vorhanden, da die Terminaldateien täglich upgedatet werden.

Während in der Niederlassung die Auftrags- und Lieferscheinschreibung erfolgt, übernimmt der Zentralcomputer die Vorfakturierung gekoppelt mit einer Lagerbestandsfortschreibung. Die aufbereiteten Daten der Bestandsführung sendet der Zentralrechner an die entsprechenden Terminals zurück. Rüdiger Kallenberg, Verwaltungsdirektor der Reichelt AG über den Wert des Svstems: "Jede Stunde wissen wir über unsere Warenbestände, unser Einkaufsvolumen und unsere Umsätze Bescheid." Um gegen eventuelle Hardware-Ausfälle abgesichert zu sein, klügelte man bei Reichelt ein Sicherheitskonzept aus. Jedes Terminalsystem hat die notwendigen Daten selbst gespeichert und druckt die Lieferscheine aus, wenn Standleitung oder Zentralrechner nicht verfügbar sind.

Doppelsystem-Effekt

Bei Ausfall eines Terminalsystems rufen andere Niederlassungen den Kunden an, und geben die Daten an den Zentralrechner weiter, der sie auf einem zweiten unabhängigen Druckersystem über Standleitung in der vom Terminalausfall betroffenen Niederlassung ausdruckt.

Reichelt ist mit dem Sicherheitskonzept zufrieden: "Mit dem Computerverbundnetz sind wir in der Lage, Computer-Power hin- und herzuschleusen, und können sie an anderen Orten verfügbar machen. Das hat für uns quasi den Effekt eines Doppelsystems".