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29.09.1995

300 Compaq-Server im Belastungstest MSN soll die Reifepruefung fuer Microsofts Windows NT ablegen

SAN MATEO (IDG) - Das Microsoft Network (MSN) ist fuer die Gates- Company mehr als ein gewoehnlicher Online-Dienst. So will das Unternehmen mit MSN den Beweis antreten, dass sein Betriebssystem Windows NT Server fuer den Einsatz mit Millionen Anwendern taugt. Zu diesem Zweck hat Microsoft 300 Compaq-Server mit Windows NT ausgestattet, die die vollstaendige Administration des Online- Dienstes bewerkstelligen sollen. Dennoch beklagen sich erste Anwender ueber eine mangelhafte Systemleistung von MSN.

"Es ist ein Test", bestaetigt Naveen Jain, Senior Technical Manager fuer MSN beim Softwaregiganten. "Wenn wir es problemlos schaffen, 500000 Anwender zu administrieren, kann sich kein Unternehmen der Welt vor einem Umstieg auf eine Client-Server-Architektur druecken", versucht Jain die Bedenken mancher Firmen aus der Welt zu schaffen. Microsoft-nahen Quellen zufolge wird das erste MSN- Zentrum im Headquarter, Bellevue, Washington, momentan von 300 Compaq-Rechnern der Reihe "Proliant 4000" mit je vier Prozessoren pro System gesteuert. Ein Teil dieser Server agiert dabei als sogenannte Gateways, die die Einwahl der MSN-Bummler sowie Aufrufe an Applikations-Server abwickeln. Konkurrierende Anbieter von Online-Diensten wie beispielsweise Compuserve oder America Online vertrauen dagegen einem Mix aus PC-Servern und Mainframes.

DEC, Microsoft-Partner und Lieferant von leistungsfaehigen 64-Bit- Servern, zeigt sich hinsichtlich der Performance-Probleme der Compaq-basierten MSN-Systeme naturgemaess skeptisch und bezweifelt, dass der Microsoft-Dienst dem Benutzerandrang auf Dauer standhalten kann. "MSN kann das auf diese Weise nicht schaffen", uebt ein Firmenvertreter Kritik am Hardware-Equipment fuer den Online- Service. "500 Logins erfordern bereits einen Server, um lediglich die Einwaehlprozeduren der User in den Griff zu bekommen." Bei fuenf bis 15 Millionen MSN-Anwendern waeren aber gleichzeitig zwischen 75 000 und 225 000 Logins zu verwalten, so der DEC-Mann.

MSN-Pioniere der ersten Stunde haben entsprechende Erfahrungen anscheinend bereits gemacht. Waehrend Microsoft bis Ende des ersten MSN-Jahres mit einer Million registrierten Anwendern rechnet, beklagen sich zahlreiche der mittlerweile 200000 Mitglieder ueber die unzureichende Systemstabilitaet und Performance. "Seit der Einfuehrung wird das System stetig langsamer und ueberfuellter", moniert etwa David Ottenstein, Windows-95-Betatester aus Darien, Connecticut.