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17.02.1984 - 

Verbilligung zwischen fünf und 16 Prozent im Gespräch:

308X-Preissenkung für Ende Februar erwartet

MÜNCHEN-Die Anzeichen, daß die IBM Deutschland GmbH in Kürze eine Kaufpreissenkung von 20 Prozent für Prozessoren und Kanäle der 308X-Serie bekanntgibt, mehren sich: Als Termin wird jetzt die letzte Februarwoche beziehungsweise der 1. März gehandelt. Die erwarteten Reduzierungen bewegen sich je nach Modell zwischen fünf und 16 Prozent - die 3081-Systeme zum Beispiel sollen um zehn Prozent billiger werden. Einigen seiner Kunden, die sich derzeit mit Kaufabsichten tragen, hat Big Blue bereits "auf dem inoffiziellen Weg" das neue Preisgefüge signalisiert.

In Brokerkreisen wurde bereits seit der Ankündigung des 4381-Prozessors mit einer Kaufpreiskorrektur beim kleinsten 308X-Modell, dem 3083-E, gerechnet. Der neue Prozessor, der in seiner größten Version rund 1,5 Millionen Mark koste, könne ohne weiteres im Feld aufgerüstet werden und erreiche dann vom Preis her die Größenordnung des E-Modells, das heute bei rund 3,5 Millionen liege. Dieses müsse also zwangsläufig billiger werden- und in der Folge auch die gesamte Mainframe-Reihe der Stuttgarter. Denkbar sei sogar, so ein Broker aus dem Stuttgarter Raum, daß die 3083-E über kurz oder lang ganz vom Markt verschwinde: "Da wird es noch Überraschungen geben". Man halte sich folglich momentan auch mit Maschinenkäufen zurück.

Ein weiteres Indiz für die erwartete Preissenkung sind die Klagen von IBM-VBs ihre diesjährigen Absatzvorgaben: "Die rufen hier an", weiß ein Big-Blue-Kunde zu berichten, "wir wissen gar nicht, wie wir diese hohe Quote erfüllen sollen." Daraus könne man nur schließen, daß der Vertrieb jetzt auf gleicher Punktebasis günstigere Maschinen an den Mann brigen müsse.

Nach Meinung von IBM-Beobachtern bietet sich eine Preissenkung der Top-End-Modelle des Marktführers zum letztigen Zeitpunkt auch aus wettbewerbspolitischen Gründen an. Zum einen hätten die Stuttgarter trotz ihrer guten Ergebnisse in den vergangenen zwei Jahren Marktanteile verlohren, da viele Anwender auf Grund der IBM "Hochpreis-Politik" auf Mixed-Hardware-Anbieter ausgewichen seien. Eine Korrektur im Preis-/Leistungs-Verhältnis sei daher unbedingt notwendig. Zum zweiten unterlaufe der Marktführer damit geschickt die Preis- aber auch die Vertragsgestaltung der Konkurrenz- beispielweise von Siemens und von Fujitsu- und mache quasi aus der Not eine Tugend. Nicht zuletzt werfe aber auch die spätestens für Herbst erwartete "Sierra" ihre Schatten voraus (siehe auch CW Nr.5 vom 27. Januar 1984). Bis jetzt sei es nämlich bei IBM immer so gewesen, daß jeweils ein halbes bis dreiviertel Jahr vor einer Neuankündigung der Service für in Produktion befindliche Rechner reduziert wurde, um die neuen Maschinen schnellstens zu placieren.

Für eine Preisreduzierung speziell auf dem deutschen Markt hat ein großes Leasingunternehmen aber noch eine andere Begründung parat: Das unterschiedliche Preisniveau innerhalb Europas müsse dringend aufgehoben, mindestens aber angeglichen werden, um nicht die Absatzvorgaben in den einzelnen Ländern durch Umgehungskäufe zu unterminieren.

Schließlich würde sich eine Verbilligung der Mainframes nach Meinung der Kennern, der IBM-Unternehmens-Policy auch nahtlos des Marktführers einfügen. Sein erklärtes Ziel: Sich zum besten Preis/Performance-Anbieter zu entwickeln, damit der Kunde jeglichen wirtschaftlichen Anreiz verlier, auf ein Produkt der Mitbewerber zurückzugreifen. Wie auf dem Personal-Computer-Markt plane IBM auch im Großrechnerbereich, mehr als bisher den Mengenagsatz zu forcieren. Um vom Preis her konkurrenzfähig zu sein, habe man in den vergangenen Jahren viel Geld in die Stabilisierung der Produkte und in die Fertigungsautomation investiert.