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30.10.1981 - 

Neue MVSSP Software unterstützt Erweiterte Architektur - "bimodaler" Betrieb mögilch:

31-Bit-Version der 3081 sprengt 370-Rahmen

STUTTGART (CW) - Abschied von der /370: Mit dem zweiten Rechner des Prozessorkomplexes 3081. Modell 3081 K, hat die IBM jetzt eine neue System-Architektur eingeführt. Unter "IBM System /370 Erweiterte Architektur" (370-XA) ist 31-Bit-Adressierung möglich, so daß sich der verfügbare virtuelle Speicher auf zwei Gigabytes erhöht (32 MB Realspeicher). Voraussetzung für die neue Architektur ist MVS/SP Version 2, das 1983 eingeführt wird. Die XA-Software erlaubt, 370-Anwendungen unter der neuen Architektur im bimodalen Modus" (IBM-Jargon) weiterlaufen zu lassen. Gegenüber der 24-Bit-Version, Modell 3081 D, bietet das K-Modell rund 40 Prozent mehr Leistung.

Das Modell K des Prozessorkomplexes 3081 arbeitet wie das Modell D mit einem dyadischen Rechenwerk. Beide Modelle verfügen über je zwei integrierte Zentralprozessoren, von denen jeder unter der Steuerung eines einzigen Betriebssystems Zugriff zu einem gemeinsamen Zentralspeicher und zu den Kanälen hat. Der Zentralspeicher könne stufenweise von 16 MB auf 24 oder 32 MB erweitert werden, teilt IBM mit.

Auch das Modell K läßt sich mit maximal 24 Kanälen - jeder mit Datenstromeinrichtung und einer Datenübertragungsrate von 3 MB pro Sekunde - ausrüsten. Die Leistungserhöhungen des Modells K ergeben sich aus der Vergrößerung des Pufferspeichers und einer stärkeren Überlappung bei der Ausführung von Instruktionen. Der Umbau des Modells D zum Modell K erfolge auf Wunsch beim Kunden.

Einer der laut IBM wichtigsten Neuerungen ist die 31-Bit-Adressierung. Diese Funktion ermögliche es Speicherbereiche bis zu zwei Gigabytes real und virtuell zu adressieren, was den Adreßraum der IBM System /370-Architektur mit seiner 24-Bit-Adressierung um das 128fache vergrößere.

Damit die Investitionen der Benutzer in ihre Programme erhalten bleiben, sei zugleich die Möglichkeit geschaffen worden, Programme mit 24-Bit- und 31-Bit-Adressen parallel im sogenannten bimodalen Betrieb auszuführen. Die Gesamt-Software für den Betrieb der erweiterten Architektur - unter dem Kürzel 370-XA zusammengefaßt - ermögliche es, bestehende MVS-Programme in "fast allen Fällen ohne Änderungen" auszuführen.

Die erweiterte Architektur enthält IBM-Angaben zufolge auch ein dynamisches Kanalsubsystem, das den Zentralprozessor weitgehend von der Ein- und Ausgabesteuerung entlastet.

Bemerkenswert seien vor allem folgende Einzelheiten:

- Die bis zu 16 individuellen Kanäle der IBM System /370-Architektur werden ersetzt durch das dynamische Kanalsubsystem mit maximal 256 Kanalpfaden, die die Datenübertragung zu den peripheren Einheiten ermöglichen. Die Auswahl der Kanalpfade erfolgt dynamisch, unabhängig von einem bestimmten Prozessor.

Mikrocode-Programme im dynamischen Kanalsubsystem übernehmen auch weitgehend die Steuerung der Ein-/Ausgabe-Operationen und die Einordnung der Zugriffe auf die peripheren Einheiten in eine Warteschlange, wodurch der Zentralprozessor entlastet und die Verarbeitung der Anwendungsprogramme beschleunigt wird.

- Die Anzahl der adressierbaren Ein-/Ausgabe-Einheiten erhöht sich auf 65 536. An einem Prozessorkomplex IBM 3081 lassen sich derzeit bis zu 4080 Einheiten gleichzeitig anschließen.

- Außerdem sieht das dynamische Kanalsubsystem für die Magnetplatteneinheit IBM 3380 die Möglichkeit vor, nach einer Programmunterbrechung dynamisch auf einem anderen Kanalpfad wieder aufzusetzen. Dies bedeutet, daß eine Anforderung für Daten, die auf einer dieser Magnetplatten stehen, einen anderen Kanalpfad als die Übertragung der ausgelesenen Daten nehmen kann.

Das Betriebssystem MVS/System Produkt (MVS/SP) soll für die nächsten Jahre das Lizenzprogramm zur Unterstützung der IBM-Großrechner sein. Unterschiedliche, aber aufwärts verträgliche Versionen dieses Betriebssystems konnten sowohl auf Rechnern der IBM System /370-Architektur als auch auf Systemen implementiert werden, die die IBM System /370 Erweiterte Architektur verwenden.

Die Rechner IBM 3033 und beide Modelle der Prozessoreinheit IBM 3081 würden im IBM System /370-Architektur-Modus durch das Betriebssystem MVS/SP Version 1 unterstützt. Der Prozessorkomplex IBM 3081 wird im IBM System /370 Erweiterte Architektur-Modus von dem Betriebssystem MVS/SP Version 2 betrieben.

Diese Version ist neu. Die bislang existierenden MVS-Releases 1 bis 3 wurden in der Version zusammengefaßt.

Die IBM beabsichtigt nach eigenen Angaben, das Betriebssystem MVS/SP für den Einsatz auf Rechnern mit IBM System /370-Architektur und mit IBM System /370 Erweiterte Architektur zu ergänzen. 31-Bit-Versionen der Subsysteme IMS, CICS, VTAM und VSAM seien in Vorbereitung.

Der Prozessorkomplex 3081 Modell K in der höchsten Ausbaustufe mit 32 MB Zentralspeicher wird komplett für etwa 11,7 Millionen Mark zum Kauf und für etwa 350 000 Mark zur Miete (4-Jahres-Vertrag) angeboten. Die Erstauslieferung des neuen Modell K ist für das 3. Quartal 1982 geplant.

Die Kaufpreise für die Rechner IBM 3033 werden um bis zu 22 Prozent gesenkt.