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IDC hält die 3033-Erweiterungen für "ghost products":

370 Mittelklasse unter verstärktem Preisdruck

19.09.1980

WALTHAM/MÜNCHEN (je) - Die neuesten korrigierten Restwerte-Prognosen für IBM-Zentraleinheiten, zusammengestellt im August-Bulletin des "Information Systems Planning Service" der International Data Corporation (IDC), Waltham und München, sehen für Großanlagen sinkende Marktpreise voraus. Wie stark diese Preise sinken werden, macht IDC von einigen Unwägbarkeiten abhängig. Stärkere Preisrückgänge als bislang prognostiziert IDC vor allem für die mittleren IBM-Anlagen der 370er Reihe.

Die letzten Monate, erläutert IDC, haben im IBM-Markt zahlreiche Veränderungen gebracht: So sei die 303X-Reihe in vielfacher Hinsicht ausgebaut und erweitert worden. Für diese Rechner habe es neue Peripherie, Betriebssysteme und Datenbank-Software gegeben. Ein neues 4300-Modell sei angekündigt worden - die 4331-2 mit erhöhter Leistung gegenüber dem Basismodell. Für die 4341 sei demnächst MVS verfügbar; und nicht zuletzt sei eine erhebliche Zahl von PCM-Maschinen mit Preis/-Leistungsverhältnissen im 4300-Bereich an den Markt gekommen.

Die neue Analyse und Prognose berücksichtigt dies, kommt für die großen Prozessoren aber zu dem Ergebnis, daß von einschneidenden Veränderungen bei den Restwerten nicht gesprochen werden kann - jedenfalls im Vergleich zur vorigen Prognose. Wirkliche Veränderungen wird hier nach IDC-Auffassung erst die kommende H-Serie auslösen. Dennoch hat IDC einige Korrekturen vorgenommen, die hier am Beispiel der 3033 erläutert seien.

Positive Preisentwicklungen haben die Ankündigungen zusätzlicher Kanäle-, Speicher- und Plattenlaufwerk-Optionen für die 3033 mit sich gebracht. Da diese neuen Features und Ausbauten nach Auffassung der Marktforscher jedoch nur "Interim-Produkte" sein dürften, erwarten die Experten auch nur für 3033-Rechner mit schnelleren Kanälen und größeren Speichern höhere Restwerte als für die früheren Modelle.

Derzeit geht IDC davon aus, daß die 3033-Restwerte von 1981 an in den Keller gehen werden und daß sich dies auch 1982 mit den Ankündigungen zur H-Serie weiter fortsetzen wird. Weil es sich hierbei nach IDC-Darstellung aber um eine "konservative Analyse" handelt, halten es die Forscher für denkbar, daß einige potentielle Einflußgrößen bremsend auf den Preisverfall wirken könnten.

Als Beispiele zählt IDC auf

- eine verzögerte Lieferbarkeit von H-Maschinen,

- weitere Systemausbauten für die 3033,

- ein neuer Front-End-Prozessor und - eine komplette Unterstützung von 32 MB- und 64 MB-Systemen durch die 3033.

Dennoch glauben die IDC-Forscher daß die Ankündigungen vom vergangenen Juni die meisten "303X-Upgrades" enthalten haben, und haben ihre Markteinschätzung darauf abgestellt. Mit dieser eher konservativen Vorgehensweise und den daraus abgeleiteten niedrigeren Preisen will IDC auch zum Ausdruck bringen, daß die im Juni angekündigten Produkte durchaus reine "ghost products" sein könnten die nie in größeren Stückzahlen ausgeliefert werden dürften.

Frühere Restwertprognosen für 370-Systeme von der - 135 bis zur - 148 hat IDC aufgrund zweier Faktoren stärker nach unten korrigiert: Die 4331-2 wurde früher angekündigt als vermutet; und der Wettbewerb durch PCM-Systeme dieser Größenordnung hat sich überraschend stark entwickelt. IDC verweist hier auf Systeme von Control Data, Magnuson, Cambex (früher Cambridge Memories) und National Advanced, die dem Anwender neben neuen und gebrauchten IBM-Rechnern zur Verfügung stehen.

Nach Auffassung anderer Marktbeobachter - so IDC - ist der augenblicklich niedrige Preislevel in diesem Markt künstlicher Natur und läßt für die Zukunft wieder höhere Erlöse erwarten. Kontinuierlich abwärts dagegen geht es mit den Restwerten der kleinen Systeme 370-115 und -125. "Wir hatten", berichtet IDC, "eigentlich schon bei der 4300-Ankündigung erwartet, daß auch eine kleinere Maschine dabeisein würde."

Jetzt aber seien die Pläne für eine "421" zumindest für absehbare Zeit ganz offenbar verschoben worden. Damit stünden die - 115/-125-Systeme zwar nicht unter dem Preisdruck dieses neuen Rechners; der von den größeren 370-Systemen ausgehende Preisdruck aber wirke unvermindert. Zudem kämen die - 115 und die - 125 wie ein Blick auf die Weiterentwicklung von DDP-Produkten zeige, nicht zur Wiederverwendung als RJE-Stationen oder DDP-Knoten - und auch dies wirke sich preissenkend aus.