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12.11.1976

370145-Anwender überdenken Leasing-Entscheidung

"Verwirrung bei den Anwendern - Schock bei der Konkurrenz", hieß die Überschrift in der Computerwoche Nr. 28/29 vom 9. Juli 1976 zu IBMs 138/148-Ankündigung. Damals liefen in der Redaktion die Telefone heiß: Anwender, Hersteller und vor allem Leasing-Firmen wollten es nicht glauben, daß es jetzt IBM-Hardware nahezu "zum halben Preis" zu kaufen gibt. Vor allem Freude bei den 145-Anwendern, die ihr System gemietet hatten, weniger Begeisterung allerdings bei EDV-Chefs, die sich langfristig durch einen Leasing-Vertrag an ihre Systeme 145 gebunden hatten. Ein gutes Vierteljahr später - nachdem die anfängliche Euphorie über den Hardware-Preisverfall abgeklungen ist - nehmen vier Anwender zu ihrer Leasing-Entscheidung Stellung. hö

Ulrich Nelte, Leiter der EDV MAK Maschinenbau GmbH, Kiel

Unsere Entscheidung, für die derzeitig eingesetzte 370/145 von Miete auf Leasing überzugehen, ist nicht nur trotz der 370/148 und 138-Angebote der IBM auch im Nachhinein noch richtig, sondern gerade diese günstigen Angebote erleichtern es uns, unser Leasing-Konzept in Zukunft noch erfolgreicher fortzusetzen. Für jede langfristige Planung ist das leicht erkennbar. Aber auch dann, wenn ein Wechsel vorzeitig nötig wird, weil langfristig nicht vorhersehbare zusätzliche Leistungsanforderungen dazu zwingen, ist das Leasing-Konzept denn Mietverhältnis überlegen. Voraussetzung sind kündbare Verträge, die uns genügend Entscheidungsspielraum lassen. Die seit Übergang auf Leasing-Verträge bisher erzielten Einsparungen sind beträchtlich und die Gesamtersparnis bis zu einem frühestmöglichen Wechsel reichen völlig aus, um eine zum Zeitpunkt des Wechsels mögliche Differenz zwischen Marktwert und Restwert der Maschine auszugleichen, Der frühestmögliche Wechsel hängt für die 148 zur Zeit von einer Lieferfrist ab, die etwa zwei Jahre beträgt. Wenn uns steigende Leistungsanforderungen dazu zwingen, gibt es bei einem Wechsel für uns drei Alternativen:

1. Austausch der 145 gegen eine 148, und zwar dann, wenn der Marktwert für die 145 zum Zeitpunkt der Anpassung relativ hoch ist,

2. Ergänzung der 145 um eine weitere 145 dann, wenn der Marktwert der, 145 zu diesem Zeitpunkt relativ gering sein sollte,

3. Ergänzung der 145 um eine 138 als mittlere Alternative, wenn sich eine günstige Aufgabenteilung so ergibt, daß wir eine Maschine für den Batchbetrieb und eine Maschine vorrangig für den TP-Betrieb einsetzen können. Wenn für unser Zentralsystem keine Leistungssteigerung erforderlich wird, weil zum Beispiel weitere mittlere Systeme in dezentralem Einsatz das Zentralsystem preiswert entlasten, kann auch der Ersatz der derzeitigen 145 durch eine 138 interessant sein.

Gerhard Samter, Leiter Organisationsplanung, E. Merck, Darmstadt

Ja, wir halten unsere Leasing-Entscheidung heute noch für richtig. Begründung: Zur Zeit sind bei uns zwei Systeme 145 installiert, eine Anlage ist geleast. Der Leasing-Vertrag läuft Anfang 1969 aus. Die zweite Anlage ist planmäßig seit Januar 1976 installiert und in Erwartung der technischen Entwicklung gemietet.. Wir werden Mitte 1977 die gemietete Anlage gegen eine 148 austauschen und diese dann auf 54 Monate leasen. Die erste 145 (geleast) können wir ohnehin erst Ende 1977 austauschen, um unseren intensiven Online-Bildschirmbetrieb nicht zu gefährden, das heißt, wir unterhalten uns über eine Restlaufzeit von maximal 15 Monaten. Wirtschaftlich bedeutet das, daß wir immer noch etwa 1100 Mark pro Monat durch den Leasing-Vertrag gegenüber der Miete eingespart haben.

1978 hoffen wir dann - ohne unter Druck zu stehen - eine neue Entscheidung darüber zu treffen, was wir 1979 tun sollen. Diese Möglichkeit stellt uns durch den unterschiedlichen Leasing-Beginn für die zwei Anlagen auch in Zukunft alle zweieinhalb Jahre offen.

Solche Zeiträume erscheinen uns schon mit Rücksicht auf die Stabilität der Organisation durchaus vernünftig. Die Frage der größeren Kapazität kann für die 15 Monate keine Rolle spielen, da wir sie in dieser Zeit nicht benötigen.

Dipl.-Ing. Jürgen Schmudlach, Leiter des Bereiches, Betriebswirtschaft und Organisation", Triumph International Holding GmbH, München

Nach einer Laufzeit des Leasing-Vertrages für unsere IBM 370/145-Zentraleinheit von 36 Monaten - die erste Möglichkeit zur Beendigung des Vertragsverhältnisses überprüften wir unsere Langfristplanung routinemäßig. Ergebnis: Der Leasing-Vertrag wurde nicht über die gesamte Laufzeit von 60 Monaten hinaus verlängert. Der Entscheidungsspielraum mußte in voller Höhe erhalten bleiben.

Ob wir jetzt - 43 Monate nach Vertragsabschluß - die getroffene Entscheidung wiederholen würden, wenn seinerzeit der Angebotszeitpunkt und die Kosten der Systeme 138 und 148 bekannt gewesen wären? Wir antworten: Die Entscheidung war richtig:

1. Wir haben bereits dreieinhalb Jahre mit niedrigen Kosten gearbeitet und fahren bis zum möglichen Liefertermin der neuen Systeme weiter mit niedrigen Kosten.

2. Wir können aufgrund unserer Vertragsbedingungen jederzeit das Leasing-Verhältnis vorzeitig beenden, wenn dies wirtschaftlich vertretbar ist.

3. Vor dem "normalen" Ablauf des Leasing-Vertrages ist aufgrund bestehender Lieferzeiten ohnehin keine 138 oder 148 zu bekommen.

4. Die Leasing-Gebühr bei der Vertragsverlängerung bzw. das freie Leasing-Angebot liegen durchaus in der Größenordnung der Miete der neuen Anlagen. Wir rechnen tendenziell sogar mit niedrigeren Preisen.

5. Wir sind in der Entscheidung sachlich und terminlich völlig frei. Hierbei stellt allerdings jetzt das IBM-Angebot eine Alternative zum Leasing der 145 dar. Das war früher nicht so.

6. Wir haben genügend Zeit und die Entscheidungsfreiheit, unser Gesamtkonzept neu zu überdenken. Das gilt auch für die Einbeziehung zukunftsorientierter neuer Konzeptionen auf dem Hardware-Sektor, z. B. den starken Ausbau von Online-Lösungen, Möglichkeiten der dezentralen Datenverarbeitung und Entwicklung der dezentralen EDV-Verantwortung.

Zum Schluß sei noch eines gesagt: Auch bei einer Entscheidung für die 138 oder 148 werden wir über Leasing und langfristige Verträge nach denken ...

Peter Stolte, Leiter DV und Org., Odermark GmbH, Goslar

Ich halte unsere Leasing Entscheidung in keiner Weise für, falsch, denn Leasing und Mix waren für unsere Entscheidung 1975 ausschlaggebend. Bedingung hierfür waren die Einführung von TP-Lösungen und gleichzeitiges Senken der Hardware-Miete. Wenn wir heute den Vergleich zur 138 anstellen, ergibt sich folgende Situation: Alleine seit dem Zeitpunkt der Leasing-Entscheidung bis zu einer möglichen Installation einer 138 haben wir bereits 200000 Mark gespart, nämlich 18 Monate a 11000 Mark. Hinzu kommt, daß wir unsere Maschine von 144 K auf 320 K aufgerüstet haben zu einem Leasing-Preis einschließlich Wartung von 24800 Mark. Wenn wir die Maschine nun auf 512 K aufrüsten würden - um sie mit der 138 vergleichbar zu machen, ergibt das eine Leasing-Gebühr einschließlich Wartung von 27200 Mark. Verglichen mit 138er-Preis sind das bei einem Einjahres-Vertrag eine Leasinggebühr von 29420 Mark und bei einem Vierjahresvertrag von 26750 Mark. Das bedeutet, daß die 135 mit 512 K in etwa dem Leasing-Wert der 138 entspricht.

Es heißt ja die 138 sei wesentlich schneller. Aber vielleicht sollten wir erst einmal die Benchmark-Läufe abwarten. Wir brauchen für unsere kommerziellen Anwendungen keine interne höhere Rechenleistung, sondern - und das wird immer deutlicher bei TP-Anwendungen eine Beschleunigung der I/0s. Das Angebot der IBM sowie die SCP-Unterstützung hilft uns nichts, denn wir sind DOS-Anwender. Wir sind sehr skeptisch, ob nicht diese Leistungsvorteile - ähnlich wie beim virtuellen Konzept - gar keine sind. Hier soll sich erst einmal zeigen, daß für weniger Geld mehr Durchsatz geboten wird. Wir können nicht immer warten, ob eine neue 148 kommt, jeder muß sich einmal entscheiden.