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22.01.1982

38 nimmt Umstellungshürden immer noch besser als 4300

Anwender der IBM /34 und /3, die ihr installiertes System durch ein leistungsfähigeres ablösen müssen, entscheiden sich öfter für die /38 als für die 4300. Obwohl es auch zwischen den Modellen /3 und /38 keine hundertprozentige Kompatibilität gibt, wird diese Umstellung als "das kleinere Übel" angesehen. DV-Leiter Reinhard Frick entschied sich für die /38, da er von seiner /34 schon zu verwöhnt war, um den Mehraufwand In der Programmierung in Kaut nehmen zu wollen.

Bei Gerhard Mayer macht die /38 durch das bessere Preis-/Leistungsverhältnis und das leichter zu handhabende Betriebssystem das Rennen. Friedhelm Holtz ist ebenfalls der Meinung, daß wegen der in mittleren Unternehmen begrenzten Anzahl von DV-Personal der Schritt zur /38 leichter falle. Allerdings hätten die 4300-Umsteller den Vorteil, daß sie von Systemwechseln - in Verbindung mit Softwareanpassung - auf lange Sicht verschont blieben. ih

Alexander Cramer

EDV-Beratung, Köln

Viele /34-Kunden sehen sich heute - in den meisten Fällen früher als erwartet - vor das Problem gestellt, das installierte System zu erweitern beziehungsweise durch ein leistungsfähigeres System abzulösen. Die Gründe und Ursachen sind vielfältig. Sie reichen von offensichtlichen Fehlplanungen bei der Dimensionierung der Anlage über falsche Prognosen zum Ausmaß des Unternehmenswachstums bis zur Integration neuer Anwendungsgebiete.

Allerdings wird die Situation dann kritisch, wenn die Grenzen der Ausbaufähigkeit des Systems erreicht sind und herstellerbedingt ein Systemwechsel erforderlich wird. Dabei drängt sich der Vergleich zu gängigen Konfektionsgrößen auf. Ist der Kunde "nur größer oder auch fülliger" geworden?

Betrachtet man unbefangen die angebotenen IBM-Systeme nach der Umorganisation, so fällt auf, daß weder die ehemaligen BD-Systeme untereinander, noch die DV-Systeme und schon gar nicht die "Kleinen" mit den "Großen" kompatibel sind, im Gegensatz zu manchem Mitbewerber mit weniger klangvollem Namen. Zwar wird gemunkelt, daß eine Systemerweiterung im Bereich der /38 angekündigt werden soll, aber angesichts von fast zehn nichtkompatiblen Rechnersystemen und der offensichtlichen Beweglichkeit des Marktführers auch bei strukturellen Veränderungen, erscheint eine Konsolidierung im Bereich der angebotenen Produkte nicht ausgeschlossen.

Unterstellt man bei den beiden Alternativen ein ähnliches Niveau im Bereich der einmaligen und laufenden Kosten - auch für die /38 ist Operating nötig - so bleibt dennoch ein zentrales Problem: Die /34 kennt nur Dateien, die /38 nur Datenbanken. Die 4321 mit dem SSX-Softwarepaket - eine Art Mini-DOS einschließlich umfangreichem Datenmanagement (CICS, DL/I) - kann und kennt aber beides. Die damit verbundene Möglichkeit einer Datenbank-Evolution statt einer Revolution sollte in Anbetracht der erheblichen sonstigen Umstellungsbelastungen bei den Entscheidungsvorbereitungen nicht unberücksichtigt bleiben.

Die Beantwortung welche "passende Größe", kann sicherlich nicht ohne eingehende Behandlung der im Einzelfall unterschiedlichen Prioritäten erfolgen. An einer Tatsache werden allerdings auch Datenbank-Euphoristen nicht vorbeikommen: Die Kapazitätsgrenzen einer /38 als Nachfolgesystem für eine /34 sind bei zunehmender Anwendungsbreite heute absehbar. Deshalb prüfe, wer sich bindet. Potentielle Aufsteiger sollten erst dann endgültig entscheiden, wenn sie die von der IBM zur Verfügung gestellte Alternative ernsthaft geprüft haben.

Reinhard Hansmann

DV-Leiter, Frick Teppichboden Supermärkte GmbH, Burgwald (IBM /34)

Für unser Handelsunternehmen mit über 60 Filialen in der gesamten Bundesrepublik ist es von entscheidender Bedeutung schnelle und aktuelle Informationen zur Verfügung zu haben. Verbunden mit der Forderung nach individuellen Auswertungen erschienen uns unsere Programme auf unserer IBM-Anlage /34 nicht mehr zeitgemäß.

Unter diesem Aspekt entschieden wir, uns auf dem Markt nach einer neuen moderneren Anlage mit Datenbank umzusehen. Da mittlerweile auch in der EDV verstärkt auf die Kosten geachtet wird, war es eigentlich selbstverständlich, eine Maschine zu suchen, mit der man schnell und effizient praktikable Lösungen erarbeiten kann. Wir erarbeiteten ein Anforderungsprofil, das auf die individuellen Wünsche unseres Unternehmens zugeschnitten war. Besonders wichtig war, daß die neue Anlage auch in der Lage sein sollte, die zukünftigen Dienste der Bundespost in Anspruch zu nehmen.

Mehrere Hersteller wurden mit verschiedenen Anlagen ins Kalkül gezogen. Einige schieden in der Vorrunde bereits aus, da sie gar keine oder nur unzureichende Datenbank nachweisen konnten. In der zweiten Runde waren nur noch IBM, Nixdorf, Hewlett-Packard und Sperry Univac vertreten. Ausschlaggebende Kriterien für die Endrunde waren Bedienerfreundlichkeit, Programmieraufwand, und -unterstützung durch das System sowie das Preis-/Leistungsverhältnis.

Vor dem Hintergrund, daß wir aus Kostengründen nicht mehr EDV-Personal einstellen wollten, war schon jetzt ersichtlich, daß nur die IBM /38 alle Hürden mehr oder weniger gut meistern würde. Zwar konnte auch die /38 unsere Forderung nicht hundertprozentig erfüllen, aber da diese Maschine noch sehr jung ist und ein potenter und zuverlässiger Partner dahintersteht, sehen wir der Zukunft gelassen entgegen.

Sämtliche Maschinen der DV-Klasse, auch die Alternative 4300 aus dem Hause IBM, schieden aus, da wir mit unserer IBM /34 schon zu sehr verwöhnt waren, um noch den erforderlichen Mehraufwand in der Programmierung und Bedienung in Kauf nehmen zu wollen. Außerdem hätte dies Spezialisten erfordert.

Wir haben in unserer DV-Abteilung zwar gute Programmierer, die besitzen aber keine speziellen Systemkenntnisse. So konnte es bei dem relativ günstigen Preis nicht verwundern, daß nur noch die IBM /38 in der Endrunde vertreten war.

Wie uns mittlerweile unsere Lehrgänge für dieses System gezeigt haben, ist es sicherlich nicht einfach, mit solch einem System umzugehen, da es die vielen Möglichkeiten einer großen DV-Anlage mit dem Komfort einer Maschine der mittleren Datentechnik miteinander vereint. Wir sind jedoch nach wie vor der Meinung, daß wir hier die richtige Entscheidung zugunsten eines zukunftsorientierten Systems mit allen Möglichkeiten der modernen Datenverarbeitung und des dahinterstehenden Partners getroffen haben.

Friedhelm Holtz

Leiter Org. und Betriebswirtschaft AHC Oberflächentechnik, Kerpen

Ein nicht unbedeutender - Anwenderkreis - vornehmlich /34- und /3-Benutzer - steht vor dem Problem, eine zukunftsorientierte Hardwareplanung erstellen zu müssen. Auf den Hersteller IBM bezogen, bieten sich dem zukünftigen Umsteller zwei Systemfamilien an, deren Vor- und Nachteile es abzuwägen gilt. Die Zielsetzung bei dem Für und Wider der Fakten könnte wie folgt definiert sein:

Erwerb einer entwicklungsfähigen Hard- und Software auf lange Sicht unter der Restriktion, den Umstellaufwand kosten- und zeitmäßig in einem erträglichen Rahmen zu halten.

Für die Entscheidung ist es wichtig, ein möglichst breites Spektrum an Faktoren zu untersuchen, um das Entscheidungsrisiko zu minimieren. Einige solche - unter Ausschluß der Vollständigkeit und Außerachtlassung von Leistungskriterien - sollen im folgenden aufgezeigt werden.

- Die Umstellung auf die /38 dürfte für den /3 bzw. /34-Benutzer leichter sein - schon aus dem Grund heraus, daß eine - wenn auch entfernte - Verwandtschaft der Betriebssysteme besteht. Funktionen wie SEU/DFU etc. sind dem /34-Benutzer bekannt.

- Während IBM für den Wechsel /3 beziehungsweise /34 zur /38 mittlerweile gute und umfangreiche Konvertierhilfen zur Verfügung stellt sieht es bei Wechsel auf das System 4300 doch recht dürftig aus. Zwischenzeitlich sollen jedoch einige Konvertierpakete (RPG) auf dem Softwaremarkt erhältlich sein.

- In bezug auf den RPG-Compiler bietet die /38 die wesentlich bessere Alternative. Der RPG II der 4300 soll bekanntlich keinem besonders hohen Standard entsprechen. Aufgrund der vermutlich unzureichenden Compilerpflege ist der Umsteller wahrscheinlich gezwungen, auf Cobol oder Assembler umzusteigen.

- Die /38 besitzt integrierte Datenbanken, deren Benutzung durch die direkte Verbindung mit der Programmiersprache vereinfacht ist. Bei der 4300 muß man auf DL1/DB oder auf ein Fremdimplementat zurückgreifen. Zumindest dürften hier die Anforderungen an das EDV-Personal erheblich höher sein als bei der /38.

- Der 4300 steht mit DOS ein relativ altes Betriebssystem zur Verfügung, dessen Entwicklungsaussichten oder Ablösung sicherlich als kritisch betrachtet werden müssen. Der Einstieg mit OS oder VM dürfte dem Umsteller zu aufwendig und kompliziert sein.

- Das System 4300 bietet nach meiner Meinung das wesentlich bessere Hardwarekonzept in puncto peripherem Angebot.

Die Entwicklungs- und Ausbaufähigkeit der Hardware ist - betrachtet man die Nennzahlen - bei der 4300 größer. Die /38 arbeitet ausschließlich mit Festplatten. Für die Datensicherung sind weder Wechselplatten noch schnelle Magnetbandeinheiten verfügbar. Veraltete Magnetbandeinheiten mit unzureichenden Leistungen zu irrationalen Preisen sind bei der /38 vorhanden.

- Die Einstiegsmaschine 4321 wird bislang nur zum Kauf angeboten.

- Wer sich für das System /38 entscheidet, geht damit eine hohe System- und Herstellerbindung ein, weil weder im Hause IBM noch bei einem anderen Hersteller Kompatibilität der /38 Hard- und Software zu einem anderen System besteht. Bei einer derartigen Dependenz ist es für den Umsteller besonder wichtig zu wissen, wo die Entwicklungsgrenzen des Systems /38 liegen. Die Frage ist, ob das System /38 ähnliche Größenordnungen wie die 4300 erreicht. Zumindest kann aber festgestellt werden, daß IBM sich mit der /38-Software den seit den 60er Jahren beschrittenen Weg der Compiler-Standardisierung weitgehend entzogen hat. (RPG III)

- Das System 4300 ist für Fremdsoftwareimplementate (DB-Software, Monitore, Testhilfen etc.) sehr gut vorbereitet. Zudem stellt der Markt eine Fülle solcher Arbeits- und Leistungsverbesserer zur Verfügung. Dieses Metier ist der /38 völlig unbekannt. Auf der anderen Seite dürften Softwarepakete irgendwann der Pflege eines Systemprogrammierers unterstellt werden müssen.

Vielleicht bringt die Änderung der IBM-Vertriebskonzeption hier die eine oder andere wünschenswerte Verbesserung. Es ist vollkommen unverständlich, warum auf der einen Seite periphere Hardware (Drucker 3262, Platten 3370) für /38 und 4300 vertrieben werden, andererseits die Bandlaufwerke (günstiges Preis-/ Leistungsverhältnis) dem /38-Anwender vorenthalten werden. Aus Anwendersicht ebenfalls unlogisch ist, warum das Einstiegsmodell 4321 nur zum Kauf angeboten wird. Darüber hinaus wird dem Kunden ein DOS-VSE-Verschnitt offeriert (SSX/VSE).

Man darf aus der Straffung der Vertriebsorganisation hoffentlich auch eine Standardisierung der Systemplatten erwarten. Die eine oder andere Hardwarekomponente der 4300 würde auch gut zur /38 passen. Angesichts des Know-how-Potentials dürfte eine Anpassung der Hard- und Software kein Problem sein.

Nach der Optimierung des IBM-Vertriebes wäre es sinnvoll, wenn auch die Systemklassifikation beseitigt würde. Ansonsten würden sich aus der Sicht des Anwenders nur die IBM-Ansprechpartner in einer Person wiederfinden. Die Duplizität der VBs war in der Vergangenheit vielleicht das größte Problem für den Anwender. Aufgrund der IBM-internen Konkurrenz traten ungeheure emotionale Spannungen auf, wenn der BD-Anwender sich für DV-Produkte interessierte. Oft blieb - wenn die Beratung der BD-VBs zu kärglich ausfiel - nur der direkte Weg zum DV-VB. Dieses Hintergehen der IBM-Bezugsperson artete nicht selten in eine Vertrauenskrise aus.

Schon aus diesem Grund stehe ich der Umstrukturierung der IBM-Vertriebsorganisation positiv gegenüber.

Was die Entscheidung für oder gegen /38 beziehungsweise 4300 betrifft, bin ich der Meinung, daß jeder potentielle Aufsteiger anhand des unternehmensbezogenen Wachstums klären muß, welches System für ihn auf Dauer das bessere ist. Fest steht, daß der /3 bzw. /34-Anwender, sollte er zum System 4300 überwechseln, sich auf eine hohe und zeitaufwendige Umstellung vorbereiten muß und daß er mit der /4300 ein großes Areal-Neuland betritt. Schon aus diesem Grund und angesichts des in mittleren Unternehmen begrenzten Volumens an EDV-Personal dürfte der Schritt zur /38 leichter fallen. Tröstlich für den 4300-Umsteller könnte die Tatsache sein, daß er von Systemwechseln - besonders in Verbindung mit Softwareanpassungen - auf lange Sicht weitgehend verschont bleibt.

Gerhard Mayer

DV-Leiter, Cilag GmbH, Alsbach (IBM 3-12)

Um den Anforderungen besser genügen zu können, planten wir die Installation eines leistungsfähigen Dialogsystems. Da wir keinen Herstellerwechsel vornehmen wollten, standen in unserer Größenordnung die IBM-Systeme 4300 und /38 zur Auswahl. Wir haben uns für die /38 entschieden, wobei das Preis-/Leistungsverhältnis den Ausschlag gab. Wir sind der Meinung, daß eine 4300, die die gleichen Leistungen erbringt wie die /38, mehr Geld kostet. Außerdem ist das Betriebssystem der /38 meiner Meinung nach einfacher, übersichtlicher und leichter zu handhaben als das DOS-Betriebssystem mit VS bei der 4300-Serie.

Obwohl es keine hundertprozentige Kompatibilität zwischen Modell 3 und /38 gibt ist die Umstellung von 3- 12 auf eine /38 wesentlich einfacher als die Umstellung auf eine Anlage der 4300-Serie. Natürlich kann die 4300 noch ausgebaut werden, aber das ist in unserem Fall nicht relevant. Die Plattenspeicherkapazität der /38 reicht für unsere Belange noch zehn Jahre aus. Ein weiterer Punkt, warum wir uns für die /38 entschieden haben: Es kann nicht nur - wie bisher - RPG III eingesetzt werden, sondern jetzt auch Cobol.

In unserem Konzern ist es sehr unterschiedlich, welches System angeschafft wird. Es hängt davon ab, wo die nächstgrößere Gruppe sitzt und welches System sie hat. Wenn beispielsweise die nächstgrößere Gruppe im Ausland sitzt und eine 370 verwendet, dann liegt es nahe, daß die deutsche Gesellschaft eher zu einer 4331 neigt. Wie sich nun die Umstrukturierung des Vertriebs von IBM auswirken wird muß abgewartet werden. In der Übergangszeit könnten natürlich Probleme auftreten.

Dem Anwender kann es passieren, daß er in nächster Zeit von einem anderen Vertriebsbeauftragten als vorher beraten wird. Wenn IBM das Schulungsproblem erst einmal in den Griff bekommen hat, könnte ich mir vorstellen, daß die Produkte gleichermaßen kompetent von einem ehemaligen VB der Datenverarbeitung vorgestellt werden. Aber bis dahin gibt es viel zu lernen, denn die Palette ist doch sehr groß.

AU: