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05.09.1986 - 

Ankündigungen von Corvus, Compaq und Advanced Logic Research in der 32-Bit-Klasse:

386-Mikros hängen große Abteilungsrechner ab

MÜNCHEN (CW) - Die Ankündigungsflaute im Mikrocomputermarkt scheint überwunden. Nach dem Corvus-Announcement eines Mikros auf 80386-Basis ziehen jetzt Compaq (Houston/Texas) sowie Advanced Logic Research (Irvine/Kalifornien) nach. Aber auch um den 80286-Prozessor tut sich etwas: IBM bringt einen Billig-AT, und DEC kontert mit einem AT-Kompatiblen.

Die Corvus-Ankündigung halten eine Reihe von Analysten für einen großen Fehler. Dafür sprächen im wesentlichen zwei Gründe: Derzeit existiere keine PC-DOS-Version, die die Funktionalität, insbesondere die Multitasking-Fähigkeit des 80386-Chips voll ausnutzen könne, und der Preis sei einfach zu hoch. So verlangt Corvus für seinen 386 fast 13 000 Dollar.

Compaq liegt da mit dem Deskpro 386, dessen weltweite Ankündigung am 9. September stattfinden wird deutlich günstiger: Zwischen 7000 und 11 000 Dollar wird die Maschine kosten. Händler schätzen die Chancen des Rechners, dessen Intel-Prozessor mit 16 Megahertz betrieben wird und zu dessen Ausstattung eine 40-MB-Platte sowie acht freie Plätze für Zusatzkarten gehören, zurückhaltend positiv ein. Zitat: "Neue Produkte von Compaq haben am Tag der Ankündigung noch, niemanden vom Hocker gerissen. Das Produkt ist gut, doch es wird eine Weile dauern, bis der Verkauf in Gang kommt."

Shearson Lehman Brothers, Marktbeobachter aus New York, schätzen, daß der texanische Mikroproduzent Ende 1987 knapp ein Viertel seines Umsatzes mit dem neuen Rechner machen wird. Aber einige Händler bleiben skeptisch. Der Käufer werde möglicherweise auf einen 80386-Rechner von IBM warten, bevor nennenswerte Stückzahlen geordert würden. Doch IBM plant derzeit nicht, einen Rechner auf Basis des neuen Intel-Prozessors herauszubringen - zu sehr baut Big Blue noch auf seinen Risc-PC.

Big Blue hat noch den Risc-PC im Auge

Compaq setzt gleichwohl unbeirrt auf die Geschwindigkeit und den höheren Speicherausbau des Neulings. Vor allem für Grafikanwender erweiterte Compaq das Betriebssystem MS-DOS 3.1. Zusätzlich brachten die Entwickler auf der Hauptplatine einen zum IBM Enhanced Graphics Adapter kompatiblen Display-Adapter unter. Keinen Kommentar gab es zu dem neuen Produkt aus dem deutschen Headquarter in München. Pressesprecher Edmund Hain schloß sich damit seinem US-Kollegen an, der, von der CW-Schwesterzeitschrift Micro Marketworld befragt, in typischer IBM-Manier antwortete "Wir sprechen nicht über nicht angekündigte Produkte."