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19.04.1991 - 

Servicemannschaft war vorbereitet

3Coms internes Rechnernetz fällt einem Virus zum Opfer

SANTA CLARA (CW) - Eine Infektion mit einem Computervirus zwang am Dienstag letzter Woche den Netzwerkanbieter 3Com, große Teile seines hausinternen PC-Netzes für mehrere Stunden stillzulegen. Die Säuberung des aus neun separaten LANs mit insgesamt 5000 Rechnern bestehenden Netzes kostete das Wartungspersonal einen ganzen Tag.

Im Laufe des Vormittags hatten sich Anrufe wegen "Systemhängern" und Störungen der Bildschirmdarstellung gehäuft. Eine Überprüfung der betroffenen Computer ergab, daß eine Anzahl von Programmen mit einer Variante des Jerusalem-Virus, einem der verbreitetsten DOS-Parasiten, infiziert war. Nachdem sich das Virus offenbar über das Netz verbreitete, wurden sofort alle LAN-Bridges unterbrochen und die "verseuchten" LANs heruntergefahren. In den anderen Bereichen konnte die Arbeit ohne größere Beeinträchtigungen fortgesetzt werden.

Bei der anschließenden Untersuchung aller Rechner wurden sämtliche Programme gelöscht, die größer als normal zu sein schienen - bei einer Jerusalem-Infektion wird das befallene Programm um etwa 1800 Byte länger -. Insgesamt waren 25 Rechner betroffen. Dank der schnellen und umsichtigen Reaktion der Servicemannschaft, so 3Coms -Netzadministrator Richard Porter, habe eine Katastrophe gerade noch verhindert werden können. Da zudem von allen gelöschten Programmen Sicherungskopien existierten, sei kein größerer Schaden entstanden.

"Aus Sicherheitsgründen" wollte Porter nicht bekanntgeben, welche Abteilungen infiziert wurden. Er betonte jedoch, daß keine Entwicklungs- oder sonstigen codeproduzierenden Bereiche betroffen waren. Auch das globale Netz des Unternehmens, über das es mit Kunden und Händlern verbunden ist, sei sauber geblieben. Aus Sicherheitsgründen, erklärte Porter, endeten die Fernverbindungen in einem isolierten LAN.

Wie das Virus eingeschleppt wurde und auf welchen Wegen es sich im Netz ausbreitete, ist bislang noch ungeklärt.

Obwohl es sich laut Porter um den ersten Fall handelte, bei dem sich ein Virus über das 3Com-Netz ausbreitete, sei das Unternehmen nicht unvorbereitet gewesen. Es habe seit längerem einen entsprechenden Notfallplan gegeben, der periodisch geprobt worden sei. Das habe ihnen ermöglicht, den Ernstfall erfolgreich zu bewältigen.