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26.02.1999 - 

Neues X3D-Format kopiert Microsoft-Idee

3D-Konsortium gibt VRML endgültig den Laufpaß

MÜNCHEN (CW) - Das "Web 3D Consortium", bestehend aus Herstellern wie Apple, Blaxxun, Microsoft, Platinum, Sony und anderen Branchengrößen, verabschiedet sich von der Virtual Reality Modeling Language (VRML). Ein neues Format auf Basis der Extensible Markup Language (XML) soll endlich allen Ansprüchen an die räumliche Darstellung auf Web-Seiten gerecht werden.

Das langsame Sterben des gemeinsamen 3D-Standards begann bereits im vergangenen Sommer, als der Verband den alten Namen "VRML-Consortium" ablegte. Dem Standard fehlte die breite Unterstützung der Industrie. Microsoft hatte damals mit "Chromeffects" ein eigenes ToolKit für 2D- und 3D-Grafiken angekündigt und mittlerweile das von Metacreations entwickelte Metastream-Format in Windows 98 integriert. Damit lassen sich dreidimensionale Objekte über das Internet übertragen, betrachten und verändern.

VRML wurde stets als schwer erlernbar, schwierig zu erweitern, langsam im Download und generell unhandlich abgelehnt. Tony Parisi, Co-Autor der Spezifikation und mittlerweile Vice-President bei Platinum Technology, wollte weg von dem alten Image und kündigte im Sommer 1998 eine schrittweise Umarbeitung der Spezifikation an, die unter dem Arbeitstitel VRML-NG (NextGeneration) erfolgen sollte. Jetzt präsentierte Parisi erste Ansätze des neuen, plattformunabhängigen X3D-Standards.

Der 3D-Experte will die Laufzeit-Maschine verkleinern, die Kombination mit anderen Standards wie MPEG 4 oder HTML-NG ermöglichen sowie die Extensible Markup Language (XML) in X3D integrieren. Auf ein Fundament alter VRML-Elemente soll quasi ein frei definierbares Gerüst aus XML-Befehlen gesetzt werden, das Web-Entwicklern ein höheres Maß an Flexibilität ermöglicht und vor allen Dingen den Umgang mit 3D-Elementen wesentlich unkomplizierter gestaltet. Genau das war auch der Ansatz von Microsoft mit Chromeffects: ein proprietärer Standard sollte durch allgemeine XML-Erweiterungen für Internet-Anwendungen geöffnetwerden. Nun hat das X3D-Consortium den Spieß umgedreht und den alten VRML-Standard aufgebohrt. Microsoft, selbst Mitglied des Konsortiums, will nun angeblich die eigenen Erfahrungen mit Chromeffects in die X3D-Sprache einbringen.