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05.05.1995

3D-Techniken sollen die Telepraesenz erheblich verbessern

BERLIN (ms) - Je besser sich die Kommunikation zwischen den Menschen technisch nachbilden laesst, um so groesser ist die Akzeptanz beim Nutzer. Zu diesem Ergebnis kommt die Heinrich-Hertz-Institut fuer Nachrichtentechnik Berlin GmbH, die in den vergangenen Jahren neue Bilddarstellungs- und 3D-Techniken von mehr als 600 DV-Laien testen liess.

Viele Anwender scheinen sich ueber die Vorteile der Kommunikation per Video einig zu sein. Meetings via Bildschirm seinen wirtschaftlicher und wuerden Zeit und Geld sparen. Allerdings ist dieses Vergnuegen vorerst nur mit Einschraenkungen zu geniessen. Herkoemmliche Bildtechniken lassen noch zu wuenschen uebrig.

Nach neuen Techniken fuer Videokonferenzsysteme forscht seit einigen Jahren das Heinrich-Hertz-Institut fuer Nachrichtentechnik in Berlin. Mitte letzten Jahres wurde das 1990 gestartete und vom Bundesministerium fuer Forschung und Technologie sowie dem Berliner Senat gefoerderte Projekt "Videokonferenzen mit HDTV- und 3D- Techniken" beendet.

Damit am Anwender nicht vorbeigeforscht wird, hat man am Institut waehrend dieser Zeit die neuen Verfahren von rund 600 DV-unkundigen Versuchspersonen testen lassen. Als "erfolgversprechend fuer die Bildkommunikation" habe sich dabei die Stereoskopie, also das plastische Sehen von Bildern, herausgestellt, so Projektleiter Lothar Muehlbach. Allerdings nur dann, wenn kuenftig autostereoskopische Systeme, bei denen die Gespraechspartner keine speziellen Brillen fuer den raeumlichen Eindruck tragen muessen, weiterentwickelt werden.

Umfeld fuer Konferenz ist noch nicht perfekt

Hochaufloesende Bilddarstellungen (High Definition Television = HDTV), so ergaben die Versuche, seien vor allem dort erwuenscht, wo es sehr auf Details ankomme, wie bei der Telekooperation in der Medizin, der Konstruktion oder bei Wartungen und Reparaturen.

Zur Verbesserung der Telepraesenz habe auch die Darstellung der beteiligten Partner "in natuerlicher Groesse" beigetragen. Kritisch wird die Wiedergabe der Bewegungsparallaxe - die Aenderung des Bildes, wenn der Betrachter sich bewegt - bewertet. Damit die Personen "gezielt um Objekte herumschauen" koennen, beduerfe es noch weiterer Forschungen, heisst es.

Was das neue 16:9-Bildformat anbetrifft, so soll es "von vornherein keine Vorteile fuer den Anwender" bringen, es sei denn, dass "spezielle Situationen mit drei oder vier Personen nebeneinander ein breiteres Format verlangen". Fuer die Wiedergabe des Umfeldes der Konferenzteilnehmer seien auch die derzeit genutzten HDTV-Aufloesungen noch zu gering. Bei einer Bildwiederholfrequenz von 50 Hertz haetten die Testpersonen das starke Grossflaechenflimmern bemaengelt.

Laut dem Berliner Institut stehen die Testergebnisse nun den Herstellern fuer die Produktion von neuen Geraeten zur Verfuegung.

Auf die Uebertragung von Videokonferenzen ohne stoerenden Nebeneffekt wird der Nutzer jedoch noch warten muessen. Firmen wie Sharp haetten zwar bereits erste brillenlose Displays anzubieten, meint Muehlbach, doch sei die Qualitaet eher minder. Zwei bis drei Jahre wird es nach Meinung des Berliner Wissenschaftlers noch dauern, bis sich die Anwender ueber die ersten perfekten Endsysteme freuen koennen.