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14.09.2001 - 

Messaging und neue Dienste sollen die GPRS-Nachfrage ankurbeln

3G ist der Silberstreif am Horizont

Mit Kurt Hellström, President und CEO des schwedischen TK-Konzerns Ericsson, sprach CW-Redakteur Peter Gruber.

CW: Entlassungen, Verluste, Kurseinbrüche - Ericsson sorgt in diesem Jahr für viele Negativschlagzeilen. Hinzu kommt die siechende Konjunktur. Woraus schöpfen Sie den Optimismus, Ihr Unternehmen aus der Krise zu führen?

HELLSTRÖM: Für die nähere Zukunft bin ich, um ehrlich zu sein, nicht so optimistisch. Gegenwärtig sind leider keine Anzeichen für eine Verbesserung der Marktbedingungen zu erkennen. Im Gegenteil: Die Wirtschaftskrise in Lateinamerika - besonders in Argentinien - bleibt nicht ohne Auswirkung auf die Weltwirtschaft. Wenn heute irgendwelche Indikatoren auf den Markt ausschlagen, dann tendenziell eher zum Schlechten als zum Guten.

CW: Also kein Licht am Horizont?

HELLSTRÖM: Doch, die längerfristigen Perspektiven stimmen uns verhalten positiv.

CW: Welche meinen Sie?

HELLSTRÖM: Wir befinden uns mitten in einem Technologiewandel hin zur dritten Mobilfunkgeneration, das heißt, wir sind dabei GPRS (General Packet Radio Service) und 3G-Netze am Markt einzuführen. In diesem Geschäft sind wir stark.

CW: GPRS ist bisher aber kein Renner.

HELLSTRÖM: Gemessen an dem Wirbel, der um diese Technik gemacht wurde, haben Sie Recht. Die Akzeptanz ist bisher hinter den Erwartungen zurückgeblieben, das wird sich jetzt aber ändern. GPRS ist im Kommen.

Die Einführung von 3G wird sich im Übrigen nicht in dem Ausmaß verzögern, wie manche Leute gern behaupten. Es gibt in unseren Rollout-Plänen keine Änderungen. Ich denke, alle - Equipment-Lieferanten wie auch Netzbetreiber - werden in der gebotenen Zeit am Markt sein.

CW: Warum sind Sie zuversichtlich, dass GPRS in Europa ein Erfolg wird?

HELLSTRÖM: Ein wesentlicher Faktor, der dafür spricht, ist eine gewaltige Anwendung, nämlich das Messaging. D2-Vadofone generiert mit dem Short Message Service in Deutschland fast 20 Prozent seines Umsatzes. Das Netz kann dieses Volumen kaum mehr verkraften. D2-Vodafone braucht also eine neue Lösung. GPRS wird nicht nur ein wesentlich besseres Messaging ermöglichen, sondern auch viele neue Dienste.

Man kann nicht leugnen, dass anfangs alle mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten. Die Folge waren instabile Netze, und es mussten erst verfahrensspezifische Probleme gelöst werden. Diese Kinderkrankheiten sind unterdessen jedoch beseitigt. Außerdem stand der Nutzung von GPRS ein weiteres Handicap im Wege: der Mangel an Telefonen. Dieses Problem besteht ebenfalls nicht mehr. Jetzt laufen die Netze stabil, es gibt attraktive Endgeräte, und die Netzbetreiber sind um guten Content bemüht. Damit steht für den Anwender ein wesentlich interessantes GPRS-Angebot zur Verfügung.

CW: Werden die Netzbetreiber nicht versuchen, erst ihre Investitionen in GPRS einzuspielen, bevor sie 3G forcieren?

HELLSTRÖM: Für Netzbetreiber, die bereits über ein GSM-Netz verfügen, beläuft sich der finanzielle Aufwand in GPRS-Technik lediglich auf zehn bis 15 Prozent der bereits in diese Netze getätigten Investitionen. Es ist für die Netzbetreiber nach wie vor profitabel, weiter in ihre GSM-Netze zu investieren. Ich kann Ihnen sagen, dass Mannesmann und die Telekom dringend mehr Spektrum benötigen. Alle Transceiver, die wir ab jetzt ausliefern, sind in der Lage, sowohl GSM-Sprachverkehr als auch GPRS-Datenverkehr zu transportieren. Für die Carrier ist das keine größere Investition.

CW: Nach den kostspieligen UMTS-Auktionen sind die Kassen der Provider aber leer und ihnen tun auch diese vermeintlich kleinen Investitionen weh.

HELLSTRÖM: Natürlich sind die Investitionen in 3G-Netze eine großer Batzen, und es stellt sich die Frage: Warum sollen Netzbetreiber schon jetzt investieren? Von den zeitlichen Vorgaben der Regulierer für den Netzaufbau einmal abgesehen, ist der Grund ganz einfach: Die Provider benötigen Kapazität. Auf Dauer werden sie attraktive Services, die über Sprache hinausgehen, nicht mehr ausschließlich über ihre GSM- beziehungsweise GPRS-Netze transportieren können. Dazu brauchen sie 3G.