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18.03.1983 - 

Kundenorientierter Vertrieb und neue Produkte:

3M sucht mehr Profil im deutschen Markt

NEUSS (cmd) - Mit einem gestrafften Vertriebskonzept und neuen Produkten will die 3M Deutschland GmbH, Neuss, auf dem Office-Automation-Markt mehr als bisher von sich reden machen. Vor der Presse betonte Otto Walter Uhl, Mitglied der 3M-Geschäftsleitung und verantwortlich für den Bereich Büro-Informationssysteme, daß man künftig verstärkt als Systemlieferant gegenüber den Kunden auftreten werde.

Zu den Hauptproblemen des Unternehmens gehörten vor allem die geringe Marktdurchdringung und der geringe Bekanntheitsgrad. Um hier Abhilfe zu schaffen, habe man den Vertrieb neu geordnet: Statt der bisher praktizierten produktorientierten Organisation verfolge man jetzt ein kundenorientiertes Konzept. Daneben hat sich 3M nach den Worten von Uhl entschlossen, den Fachhandel stärker in den Vertrieb miteinzubeziehen. Als ersten Schritt habe man bereits mehr als dreieinhalbtausend Kunden an den Handel abgegeben. Trainingsprogramme der 3M sowie gemeinsame Verkaufsaktivitäten ergänzten die Zusammenarbeit.

Nach den ersten Erfahrungen in diesem Jahr lasse sich das Händlergeschäft gut an.

Zu den angekündigten Produktneuheiten, die auf der Hannover-Messe erstmals einem breiten Publikum vorgeführt werden, gehört die 3M Mailbox, ein elektrisches Postsystem. Wie Günther Zech, Marketingleiter Telekommunikationssysteme der Neusser hervorhob, ist 3M bisher der einzige Hersteller in der Bundesrepublik mit einem schlüsselfertigen System". Die Mailbox habe sowohl die FTZ-Zulassung für den Anschluß an Datex-P als auch für den Anschluß an das Fernsprechnetz über Postmodems. Auf diese Weise könne jeder Mailbox-Teilnehmer auf sein, nur ihm zugängliches elektronisches Postfach" im zentralen Computer zugreifen und - paßwortgesichert - Nachrichten abrufen/ablesen, bearbeiten und beantworten.

Das Gesamtsystem besteht aus drei Komponenten. Die Zentraleinheit ist ein Multiprozessor-Mikrocomputer-System, das je nach Ausbaustufe die Nutzung durch 100 bis 200 Teilnehmer beziehungsweise die Einrichtung ebenso vieler Postfächer erlaube. Die Mailbox sei sowohl mit vorhandenen DV-Anlagen als auch mit anderen dezentralen Mailboxen verknüpfbar. Die zweite Komponente ist der Whisper-Writer, ein portables Datenterminal mit akustisch gekoppeltem Modem oder wahlweise V.24-Schnittstelle und einem "flüsterleisen" Thermodrucker. Dieses Gerät könne auch zentral erstellte und gespeicherte Bilder, Grafiken und Skizzen ausdrucken. Als dritte Komponente ist schließlich der Mailbox-Unterstützungsplatz mit Bildschirm, Digitalisier-Tablett, Digitalisier-Kamera, Schönschreibdrucker, Lochstreifen-Leser und eigener Winchesterplatte verfügbar. Die Zentraleinheit kostet nach Angaben von 3M zirka 100 000 Mark, der Whisper-Writer 4500 Mark.

Bereits zwei LANs eingerichtet

Auf dem Sektor "lokale Datennetze erwarten die Neusser noch in diesem Jahr den großen Durchbruch. 3M beabsichtigt - so Mathias Huber, der verantwortliche Marketingleiter für diesen Bereich -, 1983 insgesamt "mehr als zehn Installationen zu realisieren". Beim Einhard Verlag in Aachen sowie bei der Wuppertaler Vorwerk Elektro habe man bereits zwei LANs eingerichtet, zwei weitere Projekte, unter anderem in der neuen Honeywell-Bull-Hauptverwaltung, würden im Juli dieses Jahres folgen.

Nach den bisherigen Erfahrungen der 3M betragen die LAN-Anschlußkosten je Steckdose 1000 bis 5000 Mark und pro Laufmeter 15 bis 30 Mark. Zur Zeit arbeitet man auf dem Hardwaresektor mit Hewlett-Pakkard und Honeywell Bull zusammen, dies ist jedoch Huber zufolge keine ausschließliche Sache.

Im Rahmen der umfangreichen Präsentation stellten die Neusser darüber hinaus weitere Produktneuheiten vor beziehungsweise kündigten diese für die Hannover-Messe an. Dazu gehören unter anderem zwei Fernkopierer, Mikrografie-Produkte und Datenspeichermedien. Für alle im 3M-Programm befindlichen Diskettentypen gewährt das Unternehmen ab Januar dieses Jahres erstmals eine Funktionsgarantie von sechs Jahren.