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10.01.1997 - 

Speichersysteme und -Management/Kleiner, schneller und billiger

40 Jahre Festplatte - eine Erfolgsstory

Der IBM-Ingenieur Rey Johnson kann sich die Meriten der Erstentwicklung der Festplatte an die Brust heften. Seine Erfindung löste die bis dahin gängigen Hilfsmittel wie Magnettrommeln sowie Lochkarten und -streifen zum Speichern von Informationen ab.

Die ersten kommerziell einsetzbaren Einheiten vermarktete IBM unter dem Namen "Ramac 305". Das Gerät war etwa so groß wie zwei damalige Kühlschränke und speicherte 5 MB. Das magnetische Festplattenlaufwerk bestand aus 50 Disks mit einem Durchmesser von 24 Zoll, also rund 60 Zentimetern. Die Anwender hätten dafür rund 50000 Dollar oder 10000 Dollar je MB auf den Tisch blättern müssen. In dieser Zeit wurde DV-Equipment allerdings fast ausschließlich geleast.

Unter den IBM-Entwicklern befand sich auch ein junger Ingenieur, Alan Shugart. Er kam 1951 zu Big Blue und blieb dem Unternehmen 18 Jahre verbunden. Bei seinem Wechsel 1969 zur Memorex Corp. nahm er 200 IBM-Entwickler mit und produzierte die ersten Konkurrenzprodukte zu IBMs Floppylaufwerken "24FD".

Drei Jahre später gründete Shugart zusammen mit zehn Kollegen seine eigene Firma, die Shugart Associates. Von dort kamen so aufregende Geräte wie die "SA 902", die zwei gekoppelte, nebeneinanderliegende Laufwerksmechanismen besaß. Auf der Acht-Zoll-Platte ließen sich damit zweimal 200 KB speichern.

Dem jungen Unternehmen gelang damit zwar der technische Durchbruch, es geriet aber finanziell in die Bredouille: Auf Druck der Venture-Kapitalgeber mußte Alan Shugart 1974 den Chefsessel räumen und betätigte sich die nächsten Jahre als DV-Berater, Barbesitzer und Eigner eines Lachsfangbootes. Shugart Associates wurde an Xerox verkauft.

IBM entwickelte in dieser Zeit das fest eingebaute "Winchester"-Laufwerk ("3350"), das die Kosten auf 100 Dollar je MB senkte. Konkurrenzfirmen wie Prime und Quantum enstanden, und die ersten japanischen Unternehmen fingen mit der Produktion von Floppylaufwerken an. 1978 erhielt Big Blue das erste Patent auf die Raid-Technik und brachte ein Jahr später das "3370"-Laufwerk auf den Markt, das erstmals mit Dünnfilmköpfen und RLL-Aufzeichnung (RLL = Run Length Limited) arbeitete.

Im Jahr darauf meldete sich auch Alan Shugart im Silicon Valley zurück: Er gründete unter anderem zusammen mit Finis Connor die Firma Seagate. 1980 brachte die Firma aus Scotts Valley das erste 5,25-Zoll-Laufwerk auf den Markt. Seagates rasantes Wachstum - 1993 lief das 50millionste, 1996 das 100millionste Laufwerk von Band - gründet sich insbesondere auf Firmenübernahmen.

1989 wurde Mitbewerber Imprimis geschluckt, 1994 die Softwareschmiede Palindrome. Allein im Jahr 1995 wurden die Hersteller von Netz-Management-Software Network Computing, Netlabs Inc., Frye Computer Systems Inc. und CIT Inc. übernommen. Der Knaller kam ein Jahr später, als sich Seagate mit Connor Peripherals vereinte und zum größten unabhängigen Festplattenhersteller mauserte.

Für die Erfolgsgeschichte der Festplatte ist noch kein Ende in Sicht. IBM schätzt, daß im Jahr 2000 mehr Laufwerke (132 Millionen) als Fernsehgeräte (125 Millionen) verkauft werden. Den Gesamtumsatz der Speichertechnikindustrie beziffert IDC auf über 62 Milliarden Dollar für das Jahr 1999. Dabei schreitet die Miniaturisierung weiter voran - in den Labors von Big Blue finden sich 100-MB-Platten von der Größe einer halben Dollarmünze. Gleichzeitig sinken die Preise pro gespeicherten MBs, und die Übertragungsraten werden steigen.

Derzeit arbeiten IBM, Seagate und Controller-Hersteller Adaptec an der Zusammenführung der beiden schnellen Schnittstellen Fibre Channel- Arbitrated Loop (FC-AL) und IBMs Serial Storage Architecture (SSA). Der erarbeitete Vorschlag soll Übertragungsraten von 100 MB/s oder mehr garantieren und liegt bereits dem ANSI-Komitee vor.