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25.06.1976 - 

Anwenderbericht: Odermark GmbH, Goslar

400000 Mark gespart - und doch flexibel

Leasing an sich ist für eine gewisse Gruppe von EDV-Leitern - nicht nur bei sogenannten "Staranwendern" - eigentlich kein Thema mehr: Sie praktiziert "Management by doing" und hat diese Einsparungsmöglichkeit längst abgehakt. Was andere bisher davon abgehalten hat, durch Langfristbindung Hardwarekosten zu vermeiden - und das ist bei Leasing mindestens drin kann wohl auf eine kurze Formel gebracht werden: Flexibilität und Einsparung schließen sich aus.

GOLSAR - "Ich muß da irgendwie rauskommen können" wird immer wieder von EDV-Leitern angeführt, die sich mit dem Leasing-Gedanken beschäftigen. Für Peter Stolte, Leiter DV und Organisation bei der Odermark GmbH, Goslar, gibt es dieses Problem nicht mehr: "Wir haben uns für die Ausrichtung des Leasing Prämissen gesetzt."

Dazu gehört nach Stoltes Ansicht eine Vertragsform, die den Ausstieg innerhalb der festgesetzten Laufzeit erlaubt: "Wir wollen beweglich bleiben." Was nicht heiße, daß permanent darauf gewartet werde, ob auf dem Hardware-Sektor etwas Neues kommt. Stolte: "Wenigstens drei Jahre müssen wir ein bestimmtes System fahren können."

Obligate Langfristplanung

Unabdingbare Voraussetzung dafür: Eine langfristige Projektplanung. "Wir haben eine Unternehmensplanung, die der EDV-Leitung für 36 Monate aufzeigt, welche Aktivitäten zu bewältigen sind", erklärt der Odermark-Mann. Danach müßten sich die Wünsche in bezug auf Systemerweiterungen ausrichten.

Von dieser Philosophie ausgehend, hat Stolte das "Ei des Kolumbus" gefunden: Den kündbaren Mietvertrag mit Anrechnung des Veräußerungserlöses auf die vom Leasingnehmer zu leistende Schlußzahlung (steuerliche Zurechnung des Leasinggegenstandes beim Leasinggeber).

Im Klartext heißt das: Stolte hat CPU seiner 370/135 auf 60 Monate geleast mit der Nebenabrede, daß er den Vertrag nach Ablauf von 30 Monaten kündigen kann, dann jedoch eine Abschlußzahlung auf den Tisch (des Leasinggebers) legen muß. Der Clou dabei: Wenn die Leasingfirma die betreffende Anlage second hand weiterverkauft oder verleast, muß sie 90 Prozent des Netto-Verwertungserlöses auf die Abschlußzahlung anrechnen.

Leasingfirmen nicht flexibel

So steht's in einem Papier des Bundesfinanzministeriums vom 22.12.1975, das diese Vertragsform definiert. Damit wurde eine Unsicherheit aus der Welt geschafft, die jahrelang das Verhältnis zwischen Leasingfirmen und Anwendern belastete. Denn im Leasing-Erlaß hatte der Gesetzgeber ursprünglich gesagt "Du kannst bis zu 90 Prozent der betriebsüblichen Abschreibungszeit gehen - nicht weiter." Was in der Praxis dazu führte, daß die Leasinggeber keine Laufzeiten über die Afa-Zeit hinaus vereinbaren wollten.

Das hat sich geändert (siehe oben). Obwohl es - so Stolte - immer nach Leasingfirmen geben soll, die nicht bereit sind, den Erlaß des Bundesfinanzministeriums entsprechend auszulegen, "weil sie vor der Aktivierungspflicht Angst haben". Denn auch das ist ein Faktum bei dieser Vertragsform: Das wirtschaftlichen Eigentum wird der Leasingfirma zugerechnet - für Stolte ein zahlbarer Vorteil.

Indes: Entscheidend für den Goslarer EDV-Leiter war, gegenüber der Herstellermiete" in Konditionen reinzukommen, die merkbare Einsparungen bringen". Dies bedeutet Langzeitverträge.

Das ist gelungen: Allein bei der CPU macht die Ersparnis gegenüber der Hersteller-Miete monatlich 11000 Mark aus - das sind gut 40 Prozent, nicht gerechnet die "immateriellen" Vorteile. Dazu Stolte: Die Mehrschichtmiete entfällt, und man ist vor IBM-Preiserhöhungen sicher - das läßt sich auch ausweisen."

Daß er sich in punkto Wiederverkaufswert verkaIkuliert haben kannte, befürchtet Stolte nicht: "Die 135 wird als mittlerer Größenordnung, für die von der Anwenderzahl her ein hoher Bedarf da ist, ihren Wert behalten."

An die Adresse der Zauderer: "Irgendwann muß jeder, der im Jahr 130 000 Mark sparen will, eine Aussage treffen." In drei Jahren seien das immerhin fast 400 000 Mark: "Was soll mir denn da noch groß passieren." Zumal - wie er betont - vor der endgültigen Entscheidung für die 135 alle denkbaren Alternativen im Hause Odermark durchgespielt wurden. Das Ergebnis war eindeutig: Weder 360-Leasing Langzeitverträge anderer Hersteller konnten bei vergleichbarer Systemleistung mit der Möglichkeit des 370-Leasing mithalten.

Stolte liefert die Begründung gleich mit: "Selbst wenn wir an eine 360 unendlich viele 2319-Karnickelstelle hängen wurden, bekämen wir Sicherheit in den nächsten drei Jahren Kapazitätsprobleme bei den Platten. Zudem ergäbe sich durch das Aufrüsten einer 360, um sie im DOS/ VS fahren zu können - was bekanntlich heute geht - sowie durch den Einsatz von Power-Möglichkeiten (GRASP etc.) eine Gesamtbelastung (Hardware plus Software), die fast an die 370-Leasingrate herankommt:: "Der Kostenvorteil zu den hardware-bedingten Einengungen dieser Systemlösung ist unwesentlich.