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30.07.1976 - 

Computer-Tomographie revolutioniert Röntgen-Diagnose:

43 200 Meßwerte ergeben ein 1,5 mm²-Röntgenbild

MÜNCHEN - Die von dem englischen Physiker G. N. Hounsfield entwickelte Computer-Tomometrie revolutioniert zur Zeit die gesamte Röntgendiagnostik. Die klinische Erprobung des Computer-Tomographen begann 1971 mit Schädeluntersuchungen in England; in Deutschland wird mit den Geräten seit 1974 an verschiedenen Universitätskliniken gearbeitet. Für die Gehirnuntersuchung ist die Computer-Tomometrie bereits zur Standardmethode geworden. Vor allem in Zusammenhang mit Krebsuntersuchungen gewinnen jetzt auch "Ganzkörper-Scanner" an Bedeutung. Bei der herkömmlichen Röntgen-Aufnahmetechnik erscheinen die räumlich hintereinander liegenden Strukturen auf einem einzigen Film übereinander projiziert. Bei der Computer-Tomographie werden dagegen Querschnitt-"Bilder" erzeugt. Dazu wird die Strahlen-Absorption bestimmter Gewebsbezirke durch Abtasten mit einem Röntgenstrahl-Bündel ermittelt und aus den verschiedensten Richtungen gemessen. Die Daten werden fortlaufend in einen Minicomputer eingegeben, der fester Bestandteil des Röntgensystems ist. Mit einem komplizierten Rechenprogramm werden anhand von 43 200 Meßwerten genaue Gewebeabsorptionswerte für jeweils 1,5 Quadratmillimeter der Schnittfläche errechnet. Damit baut der Rechner dann ein Netz mit 25 600 Gewebedichtewerten auf. Diese Matrix kann anschließend numerisch mit einem Zeilendrucker ausgedruckt werden. Das Netz der Gewebedichte wird aber auch einem Sichtgerät zugeleitet, das auf einer Katodenstrahlröhre mit 25 600 Bildpunkten ein Bild erzeugt, das sich fotografieren läßt. Auf diese Weise kann auch jede gewünschte Schicht des menschlichen Gehirns auf einem Fernsehmonitor sichtbar gemacht werden.

Die relativ hohen Kosten (ein Tomograph für Schädeluntersuchungen kostet ca. 1 Million Mark) und die beschränkten Liefermöglichkeiten der Herstellerfirmen hält die Einführung solcher Geräte zur Zeit noch in Grenzen. So haben beispielsweise die (...)men EMI Ltd. und General Electric Co. Aufträge über 400 Kopf-Tomographen (davon 12 aus der BRD) und 55 Ganzkörper-Geräte vorliegen.