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4300: Zukunftssicher?

09.02.1979

Von der eigenen Unfehlbarkeit überzeugt (Originalton der IBM-internen 4300-Information: "Ab heute gibt es keine kleinen DV-Kunden mehr") betritt der IBM-Geschäftszweig "Datenverarbeitung" den umkämpften Erstanwender-Markt. Die schreibtischgroßen "E-Serien"-Modelle 4331 und 4341 sind mit Hauptspeichergrößen von 0,5 bis 4 MB (64 K-Bit-Chip-Technologie) und neuer Speicherperipherie zweifellos Einstiegsalternativen für Nixdorf-, Siemens-, Honeywell- und Univac-Prospects - zumal IBM sensationell niedrige Hardwarepreise nennt. Sie sollen freilich mehr sein als Stecknadeln im Fleisch der aufmüpfigen Inhouse-Konkurrenz "Basis-Datenverarbeitung", die sich bisher allein der MDT- Herausforderer annahm.

Der 4300-Kassiber nennt ganz offen, wer die Abnehmer für die neuen Maschinen sein sollen: IBM-DV-Kunden mit 370-Systemen.

Logisch, daß der Marktführer dabei nicht an ein Replacement der Modelle 115 und 125 (durch die 4331) sowie 135, 138, 145 und 148 (durch die 4341) denkt. Vielmehr wird "zusätzlicher Bedarf für Zweitrechner" unterstellt - nicht grundlos: Die begrenzten Online-Fähigkeiten der kleinen bis mittleren DOS-Systeme (Antwortzeitverhalten!) erwiesen sich zunehmend als Einsatzbremse für "speichertreibende" Datenbank-Anwendungen.

Doch im Gegensatz zum BD-Bereich, der beim System /38 mit einer völlig neuen, auf die maschinenintegrierte Datenbank abgestellten Rechner-Architektur aufwartet, erhalten CICS DOS/VS und DL/1 DOS/VS lediglich einen neuen Rahmen. Zwar wurde DOS/VS in einer "Extended"-Version (DOS/VSE) als ranghöchstes Betriebssystem neu implementiert, doch können die "Evolutionäre" auch im 370-Modus arbeiten.

Daß die Software komplett entbündelt wurde, mag 370-Kunden, die ihre Programm-Investitionen geschützt wissen, nicht sonderlich beunruhigen, solange der Hardwareverfall Budgets freisetzt. Darauf baut IBM.

Die starke Betonung der 370-Verwandtschaft sollte indes Anlaß genug sein, an der Zukunftssicherheit der 4300-Rechner zu zweifeln.