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13.08.1976 - 

Von der Massenarbeit zur Gesamtunternehmensplanung

48 Großrechner bei der Bundespost

BONN - Vor 15 Jahren, kurz nachdem die ersten Universalrechner der zweiten Generation an den Markt kamen, begann die Deutsche Bundespost die seit 40 Jahren genutzte Lochkartentechnik durch elektronische Datenverarbeitung zu ersetzen. Heute verwendet die Post 48 Großrechner; mehr als 2500 EDV-Fachkräfte sind mit rund 150 Anwendungen beschäftigt. Die Bundespost ist damit einer der größten, wenn nicht überhaupt der größte DV-Anwender in Europa.

Die Systeme stammen zu 60 Prozent von IBM (Größenordnung: zwischen 370/145 und 370/168), zu 30 Prozent von Siemens (4004/150 und 151) sowie zu 10 Prozent von Univac (1108). Mit einem echten Hardware-Mix ist die Post allerdings zurückhaltend: Bei Bildschirmanwendungen werden beispielsweise IBM-Systeme mit IBM-Terminals (für Gesamtunternehmensplanung) und Siemens-Systeme in Verbindung mit Siemens-Terminals (Betriebskrankenkasse) eingesetzt.

Alle Massenarbeiten auf DV umgestellt

Die Post übernahm zunächst ständig wiederkehrende Massenarbeiten auf EDV: Heute werden für mehr als 10 Millionen Rentenempfänger monatlich die Zahlungen aufbereitet, durchgeführt und mit den Versicherungsträgern verrechnet. Einmal jährlich werden die Renten angepaßt. Verarbeitung von Lebensbescheinigungen unter Einsatz von Beleglesern, Datenträgeraustausch mit den Versicherungsträgern und Einbeziehung von Auslandsrenten kennzeichnen den neuesten Stand der Renten-DV bei der Post.

Die Abrechnung der Telefongebühren für die rund 13,7 Millionen Fernsprechteilnehmer ist nahezu vollständig automatisiert.

Weitere Beispiele für Massenarbeiten per DV: Der Postzeitungsdienst mit 6 Millionen Beziehern, die Lagerwirtschaft im Fernmeldewesen mit über 50 000 verschiedenen Gegenständen und Materialien sowie die Lohn/Gehaltszahlung für die halbe Million Mitarbeiter.

Bildschirme bei BKK-Sachbearbeiter

Nachdem jetzt alle geeigneten Massenarbeiten auf DV umgestellt sind, geht der Weg einerseits zu Bildschirmanwendungen, andererseits zum DV-Einsatz bei Planung und Steuerung. Für die Postbetriebskrankenkasse wird zur Zeit ein Verfahren erprobt, bei dem die Sachbearbeiter in den Bezirkskrankenkassen über Bildschirmterminals ständige Dialog-Verbindung mit dem Großrechner im Posttechnischen Zentralamt in Darmstadt haben, wo alle Personal- und Leistungsdaten gespeichert sind.

Planung und Steuerung

Steuerung und Kontrolle der Fernmeldeinvestitionen erfolgt per DV-Einsatz, Fahrleistungen und Betriebskosten der über 70 000 Post-Kraftfahrzeuge können als Entscheidungshilfe direkt abgefragt werden. Ein Personalinformationssystem stellt Informationen über alle Arbeitsplätze bei der Bundespost, deren Kostenstruktur und

personelle Besetzung bereit.

Als "beispielhaft für den gegenwärtigen Stand der EDV in einem Großunternehmen" sieht die Post die jüngste Einführung einer computergestützten "Gesamtunternehmensplanung" an. Aufgabe: "Durch vorausschauendes, systematisches Durchdenken und Beschreiben von Unternehmenszielen ein bedarfsgerechtes Angebot von Post- und Fernmeldeleistungen in der Bundesrepublik langfristig sicherzustellen".

Informationen vom Marktforscher

Auf der Basis ökonometrischer Modelle werden die erwartete gesamtwirtschaftliche Entwicklung simuliert, Prognosen über die wahrscheinliche Nachfrage nach Post-Leistungen erstellt und der Bedarf an Investitionsgütern, Finanzmitteln und Personal projektiert. Damit die Rechnungen praxisnah bleiben, werden seit einige Zeit verstärkt Marktforschungsinstitute eingeschaltet: Die Post will wissen, welche neuen Dienste sie in ihr Programm aufnehmen sollte und wo bei den bestehenden Diensten noch Marktlücken zu schließen sind. (pi)