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15.08.2016 - 

Outsourcing

5 Mythen zur Steuerung von Cloud-Providern

Branimir Brodnik schreibt als Experte zu Sourcing-Themen in der IT wie zum Beispiel IT-Kostenoptimierung sowie Verhandlungen mit Suppliern und Providern. Er ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der microfin Unternehmensberatung GmbH und weist eine über 20-jährige Berufserfahrung in den Bereichen Financial Services und Consulting auf.
Tim Scheibach ist Principal Consultant bei microfin Unternehmensberatung.
Die Cloud hat auch das Provider Management nachhaltig erschüttert. Agile und schlanke Cloud-Lösungen erfordern scheinbar ein ganz anderes Management als klassische Outsourcing-Deals - oder sogar gar keines. Diese Einschätzung kann gefährlich und teuer werden.

Lesen Sie, welche Irrtümer und Mythen zum Cloud-Provider-Management sich in so manchem Unternehmen verbreitet haben.

Mythos 1: Provider Management ist überflüssig.

Die Argumentation:Die Fachbereiche sind der Ansicht, dass ein Provider Management in der Cloud nicht mehr notwendig ist. Die Angebote seien schließlich standardisiert und es gebe keine individuell konfigurierten und verhandelbaren SLAs.

Die Realität: Auch in der Cloud wird Provider Management benötigt, da auch hier Unternehmensfunktionen ausgelagert werden und damit Geschäftsrisiken weiterhin zu minimieren sind. Außerdem stehen die Cloud-Lösungen nicht allein, sondern sind im Verbund aller ausgelagerten Funktionen zu betrachten - was ein einzelner Fachbereich nicht leisten kann. Zu den Mindestanforderungen gehört es, die Release-Zyklen des Providers abzustimmen und einzuplanen.

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Mythos: Mit Cloud-Services wird alles einfacher. Fakt: Bei der Provider-Steuerung ist nach wie vor besondere Sorgfalt angebracht.
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Foto: Nonwarit - shutterstock.com

Mythos 2: Cloud-Services überwachen ihre Verfügbarkeit am besten selbst.

Die Argumentation: Die Fachbereiche sind der Ansicht, dass ein Cloud-Service per se hochverfügbar sei, weil er ja tausendfach angeboten werde. Der Anbieter müsse daher ohnehin alle Risiken und Ausfälle absichern. Und das könne er besser als die eigene IT.

Die Realität: Der hohe Kostendruck bei Cloud-Angeboten kann immer wieder auch zu Kompromissen im Availability-Management führen. Zudem sind Cloud-Anbieter Security-Risiken in besonderem Maße ausgesetzt. Auch im Falle von Cloud-Services ist etwa die Datenverfügbarkeit und -wiederherstellbarkeit regelmäßig zu prüfen. Insbesondere in regulierten Branchen wie etwa dem Finanzsektor müssen Cloud-Nutzer ihren Kontrollpflichten gegenüber den Cloud-Anbietern nachkommen. Die Nutzung von Cloud-Services ist Outsourcing!

Mythos 3: Service-Management-Prozesse müssen nicht mehr mit dem Provider abgestimmt werden.

Die Argumentation: Der Provider hat durch sein standardisiertes Angebot viel mehr Erfahrung und muss schon aus eigenem Interesse effiziente und professionelle Prozesse im Service-Management Prozesse anbieten - einschließlich des Service-Request-Managements. Hier lässt sich nichts anpassen, aber auch nichts optimieren.

Die Realität: Viele Cloud-Angebote machen Abstriche im personalisierten Kundenkontakt; zudem nützt ein hoch standardisiertes Service-Management in erster Linie dem Anbieter. Auf Kundenseite steigt der Aufwand: Die Angebote, ihre Funktionsweise und die Kosten sind im Zweifel detailliert zu hinterfragen.