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29.08.1975 - 

Bahlsen Keksfabrik, Hannover, realisiert Rechnerverbund

50 MDT-Terminals über Wählleitungen

HANNOVER - Die Bahlsen Keksfabrik KG, Hannover, plazierte einen Großauftrag: 50 MDT-Terminals vom Typ Philips 352 T (16 K) im Gesamtwert von rund 6,4 Millionen Mark. Die intelligenten Terminals werden schubweise in den Bahlsen-Verkaufsniederlassungen im gesamten Bundesgebiet eingesetzt. Wie jetzt bekannt wurde, laufen die ersten 20 Installationen bereits. Die tägliche Korrespondenz über Telephonwählleitungen mit dem Bahlsen-RZ in Hannover (IBM 370/145) funktioniert einwandfrei.

Monatlich werden zwei bis vier Anlagen zusätzlich geschaltet. Bis Mitte 1976 soll das komplette Netz stehen.

Die Terminals sind mit dreifachen Magnetbandkassettenstationen (P 145) und Mosaikschnelldruckern (P150, 175 Z/s) ausgestattet. Die DFÜ erfolgt über Postmodems und Wählleitung.

Das Einsatzgebiet ist die Verkaufsabrechnung in den Niederlassungen. Nach der Datenerfassung der nach Touren vorsortierten Aufträge auf Magnetbandkassette wird die Tourenliste unmittelbar ausgedruckt. Sie dient der Zusammenstellung der Lieferungen im Lager. Die Daten von der Magnetbandkassette gehen täglich zwischen 10 und 14 Uhr zum RZ in Hannover. Später ist Nachtbetrieb vorgesehen. Die Postmodems sind für automatische Anwahl durch die RZ eingerichtet. Dort wird - unter gleichzeitiger Bestandsfortschreibung - fakturiert. Ausdruck der Rechnungen und der Lieferscheine übernimmt wieder das dezentrale Terminal. Die einheitliche Terminal-Software wurde von Philips erstellt. Philips erhielt den Großauftrag nach zweijährigen Tests und Probeinstallationen gegen große Konkurrenz, an der Spitze Nixdorf. Bahlsen-Manager Manfred Hammesfahr: "Philips gewann aus technischen Gründen".

Wieweit Preisvorteile eine Rolle für Bahlsen spielten, kann man nur vermuten. "Wir haben eine gute Gesamt-Projekt-Kalkulation gemacht", umschreibt Philips-Verkaufsleiter Werner Neubert, Hannover, das diffizile Problem. Für die Einführung des Verfahrens waren - laut Hammesfahr - weniger Kostenüberlegungen entscheidend als vielmehr personelle und organisatorische Probleme.

Der tatsächliche Rationalisierungseffekt kann zur Zeit auch noch nicht beurteilt werden. Auf die Frage, warum Bahlsen ein System dezentralisierter Intelligenz wählte, weiß Manfred Hammesfahr eine eindeutige Antwort: "Verantwortung vor Ort, Erhaltung der Lieferfähigkeit auch bei Ausfall des Zentralcomputers".