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02.04.1976

56 Anwender - 147 Systeme

Die Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung mbH Bonn (GMD), hat Ende 75 eine Befragung bei DSS-Anwendern durchgeführt, die soeben abgeschlossen wurde; die Auswertung der Fragebogen ist noch nicht veröffentlicht worden. CW erfuhr von Dr. Michael Agi, Mitarbeiter der Arbeitsgruppe für Datenerfassung im GMD-Institut für Informationssysteme, vorab die wichtigsten Ergebnisse.

Ausgewertet wurden 66 Fragebogen von 56 Benutzern, darunter 21 öffentliche Verwaltungen und 30 Privatunternehmen.

Tabelle 1

Behörden:

Bundes- (10 Dienststellen) 3

Landes- 6

Kommunale 2

Behördliche Einrichtungen,

Anstalten des öffentlichen

Rechts, Stiftungen usw. 10

Privatbetriebe:

Dienstleistungsbetriebe 13

Industriebetriebe 16

Handelsbetriebe 1

Zugehörigkeit nicht bekannt 5

Bei dem befragten Anwenderkreis, der nach GMD-Angaben repräsentativ für die Gesamtheit aller Anwender sein soll, sind 8 verschiedene DSS-Modelltypen im Einsatz - die Verteilung entspricht mit einer geringen Abweichung den Marktanteilen der Datensammelsystem-Anbieter in der Bundesrepublik. Unter den in die Erhebung einbezogenen Firmen und Verwaltungen sind einige sehr große Organisationen, wie etwa das Finanzministerium Nordrhein/Westfalen - das treibt die Zahl der durchschnittlich pro Anwender installierten Systeme sowie der an eine Zentraleinheit im Normalfall angeschlossenen Erfassungsplätze leicht nach oben.

Tabelle 2

Wie viele Einzelplätze sind installiert?

a) pro Unternehmen

b) pro Zentraleinheit

52 Antworten:

insgesamt 147 Systeme mit 1789 Einzelplätzen

zu a)

minimal: 4 maximal: 285

durchschnittlich: 27,52

zu b)

minimal: 4 maximal: 24

durchschnittlich: 12,16

Die GMD-Erhebung bestätigt, was DSS-Verkäufer längst wissen, daß nämlich der Einsatz eines Datensammelsystems erst ab vier Einzelplätzen interessant, mit zunehmender Zahl an EP's jedoch immer lukrativer wird.

Daß Datensammelsysteme in erster Linie als Locher-Ersatz für Massendatenerfassung angemietet werden, zeigt die Tabelle 3. Wer hätte jedoch vermutet, daß unter den Datenerfassungsgeräten, die durch Datensammelsysteme abgelöst werden, intelligente Einzelplätze, Online-Terminals und Kleincomputer sind? Überraschen wird auch, daß unter den "Verlierern" kaum mehr Lochstreifengeräte zu finden sind.

Tabelle 3

Welche Datenerfassungsgeräte wurden damit abgelöst?

Locher/Prüfer in 43 Fällen

Intelligente Einzelerfassungsplätze in 8 Fällen

Online-Terminals in 7 Fällen

Lochkombinationen in 5 Fällen

Buchungsmaschinen

Fakturier-/Schreibautomaten in 5 Fällen

Datensammelsysteme in 3 Fällen

Lochstreifengeräte in 2 Fällen

Kleincomputer in 2 Fällen

ohne Angaben bzw.

keine Systeme abgelöst in 10 Fällen

Aus der Gesamtzahl der abgelösten Systeme, die wegen Mehrfach-Installationen größer ist als die Zahl der interviewten Firmen, ergibt sich bereits, daß pro Unternehmen/Verwaltung nebeneinander mehrere Erfassungsmethoden eingesetzt werden. Wie Tabelle 4 zeigt, wird jedoch auch nach der Installation eines Datensammelsystem noch "mehrgleisig" erfaßt. Fazit daraus: Die Lochkarte ist nicht totzukriegen, wird jedoch in Groß-Unternehmen zunehmend nur noch für "kleine" Aufgaben wie das Erfassen von Programmen und Korrekturen verwendet.

Tabelle 4

Welche DE-Methoden laufen parallel zum Datensammelsystem (Lochkarten, OCR... )?

Locher/Prüfer 39

Beleglesung 16

Online-Terminals 8

Lochstreifen 5

Kleincomputer 5

DE außer Haus 2

DFV 2

Ausweisleser 1

Keine 14

ohne Angaben 1

Dazu GMD-DSS-Spezialist Dr. M. Agi: "Von vielen Anwendern wird bemängelt, daß bei Datensammelsystemen keine Anschlußmöglichkeit für eine Lochkarteneinheit besteht." Ein Manko, daß die Integration der Datenerfassung erschwere. Ob die DSS-Hersteller diesen Wink verstehen?

Was noch auffällt: Neben Key-to-Disk-Systemen werden vielfach Belegleser eingesetzt. Was in den USA bereits mit Erfolg praktiziert wird, DSS und Belegleser zu kombinieren, steckt hierzulande noch in den Kinderschuhen. Es zeichne sich jedoch - so Dr. Agi - ein eindeutiger Trend in diese Richtung ab.

Tabelle 5

Sind die Erfassungsplätze zentral oder dezentral aufgestellt?

zentral: in 50 Fällen

dezentral: in 14 Fällen

keine Angaben: 1

maximale Entfernung: 10 km

ansonsten: 30-800 m

In den Anfängen steckt in der Bundesrepublik auch der dezentrale Einsatz von DSS-Einzelplätzen, wozu sie an sich prädestiniert sind (Tabelle 5). Der Trend, die Erfassungsstationen an den Arbeitsplatz des Sachbearbeiters "vorzuschieben", wird sich mit Sicherheit verstärken, kostet doch - wenn man von einer Standard-Konfiguration mit 12 Plätzen ausgeht - jede zusätzliche Erfassungsstation nur noch monatlich 200 bis 300 Mark.

Tabelle 6

Wurden Anwenderprogramme (nicht System- und Formatprogramme)

vom Hersteller mitgeliefert?

alle 6

teilweise 19

keine 32

keine Angaben 7

in Zusammenarbeit mit dem Hersteller 2

Widersprüchlich scheinen die Anwender-Aussagen zur Frage der Software-Verfügbarkeit. Ein Großteil der Anwender benutzt standardisierte Software und ist damit offensichtlich zufrieden. Demnach wäre die Programmierbarkeit - ein Punkt, auf dem die Hersteller in ihren Prospekten gern herumreiten - gar nicht sonderlich gefragt. Dennoch, fast die Hälfte der Anwender programmierte die DSS-Systeme selber.

Tabelle 7

Wo bzw. wann treten Engpässe bei Ihrem System auf (Antwortzeiten, Plattenkapazität, Datenübertragung... )?

ohne Angaben 5

keine Engpässe 24

Platten-/Trommelkapazität 25

Antwortzeiten 11

Sonstige:

nicht genügend Abstimmungsmöglichkeiten 1

Anzahl der zu bearbeitenden Dateien 1

Auch in der Tabelle 7 steckt ein Hinweis an die Hersteller: Wenn Engpässe im System auftreten, dann bei Plattenkapazitäten.

So alt wie das DSS selbst ist der Einwand, daß es nicht sicher ist: "Wenn die ZE ausfällt, ist die ganze Datenerfassung im Eimer." Und so etwas kommt leider vor (Tabelle 8). Was die Sicherheit angeht, so muß man die Anfälligkeit von Platte und ZE addieren.

Tabelle 8

Welche Systemkomponenten waren besonders anfällig?

Keine 18

Zentraleinheit 6

Einzelplatz 18

Platteneinheit 11

Bandeinheit 4

ohne Angaben 5

Keine eigentlich neuen Erkenntnisse brachte die Auswertung der Frage nach den Gründen für die Wahl eine DSS: Die Wirtschaftlichkeit steht gar oben, gefolgt von der Bedienungsfreundlichkeit (Tabelle 9). Ersteres wird eigentlich immer erreicht, zum zweiten Punkt bleiben selten Wünsche offen.

Tabelle 9

Welche Gründe waren maßgebend für die Auswahl Ihres Datensammelsystems?

Wirtschaftlichkeit in 36 Fällen

Bessere Arbeitsplatzbedingungen in 21 Fällen

Programmierung in 19 Fällen

Bessere Hardware in 19 Fällen

Datensicherheit in 16 Fällen

Die Quintessenz der GMD-Studie kommentierte Dr. M. Agi: "Der Einzug der Datensammelsysteme ist nicht aufzuhalten."

Informationen: GMD Ges. f. Math. u. Datenverarb. 5205 St. Augustin 1, Postfach 1240, Schloß Birlinghoven