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27.11.1974 - 

Bundespost testet Lesecomputer:

60 000 Briefe pro Stunde

BERLIN - Anfang nächsten Jahres wird im Berliner Postamt 11 zu Versuchszwecken ein Lesecomputer der AEG-Telefunken installiert. Das System soll mit einer Verarbeitungsgeschwindigkeit von 60 000 Briefsendungen in der Stunde die Arbeit von 20 bis 30 Codierplätzen eines Verteilerpostamtes übernehmen, an denen derzeit pro Mitarbeiter maximal 1 200 Sendungen in der Stunde manuell markiert werden können. Durch das Automatisieren des komplizierten Vorgangs sollen Personalkosten reduziert werden, die ganz erheblich zum Defizit der Bundespost beitragen.

Bald Norm für Standard-Adressen

Das System soll zunächst alle Sendungen im Standardformat bearbeiten: Fensterkuverts und Postkarte, deren Adresse in einer handelsüblichen Druckschrift geschrieben ist, können gelesen werden. Hauptarbeit des Rechners ist derzeit das Erkennen der für ihn wichtigen Zeile der Anschrift - schwierig, denn es gibt in Deutschland keine Norm für das Adressieren von Briefen. Sollte sich der "Postcomputer" bewähren und bei weiteren Installationen zum Einsatz kommen, will die Bundespost einheitliche Vorschriften für die Plazierung einer Adresse herausgeben. Das System versucht, Zeichen für Zeichen durch ein Rasterbild zu erkennen, wandelt das gefundene Wort in Maschinencode um, markiert die Briefsendungen und befördert sie zu den eigentlichen Sortiermaschinen, die bei der Bundespost schon länger im Einsatz sind.

Sparen statt Gebührenerhöhungen

Im Bereich der Deutschen Bundespost müssen täglich etwa 30 Mio. Briefe und Postkarten auf 24 000 verschiedene Orte verteilt werden - erfreulich, daß jetzt auch die Post daran denkt, in den eigenen Reihen Geld zu sparen anstatt durch ständige Gebührenerhöhungen die Betroffenen mürbe zu machen.