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10.03.1995

60 000 Mitarbeiter sollen bis zum Jahr 2000 gehen Telekom: Erfolgreiches letztes Jahr unter staatlicher Hoheit

HANNOVER (CW) - Die Deutsche Telekom AG hat nach vorlaeufigen Zahlen ihren Umsatz im Geschaeftsjahr 1994 um etwa acht Prozent auf rund 64 Milliarden Mark gesteigert. Allerdings ist das operative Ergebnis von gut fuenf Milliarden Mark noch in voller Hoehe an den Bund abzufuehren, so dass der Bonner Carrier das letzte Jahr als Staatsunternehmen nach den Worten seines Interims-Vorstandsvorsitzenden Wilhelm Paellmann mit "plus-minus Null" abschliessen duerfte.

An dem fuer das ehemalige Postunternehmen erfreulichen Zuwachs des Geschaeftsvolumens waren, wie Paellmann vor der Presse in Hannover betonte, "alle Unternehmensbereiche beteiligt". Der wichtigste Umsatztraeger des Bonner Telecom-Konzerns ist allerdings nach wie vor der Telefondienst, der 1994 um rund 8,5 Prozent auf gut 46 Milliarden Mark zulegte. Die Zahl der Telefonanschluesse stieg im gleichen Zeitraum von 37 auf 39,2 Millionen (die der Kabelanschluesse von 13,5 auf fast 15 Millionen). Allein in den neuen Bundeslaendern und Ostberlin wurden Paellmann zufolge 1994 mehr als 1,4 Millionen neue Anschluesse geschaltet.

Fuer das laufende Geschaeftsjahr erwartet das Telekom-Management eine Fortsetzung des positiven Umsatztrends. Dies bedeutet in Zahlen ausgedrueckt eine prognostizierte Umsatzsteigerung um rund fuenf Milliarden Mark auf etwa 69 Milliarden Mark. Gleichzeitig will das Unternehmen bis zum Jahr 2000 sukzessive seine Personalstaerke um nun rund 60000 Mitarbeiter auf insgesamt 170000 Beschaeftigte reduzieren, was schon 1995 einen Anstieg des Pro- Kopf-Unsatzes von 278000 auf 307000 Mark bedeuten wuerde. Paellmann begruendete den im Vergleich zu frueheren Planungen deutlich erhoehten Stellenabbau, der durch normale Fluktuation und bereits verabschiedete Vorruhestands- und Abfindungsregelungen erreicht werden soll, unter anderem mit der Entscheidung der EU-Kommission, das Netzmonopol statt im Jahr 2000 nun schon 1998 aufzuheben.

Wesentlich fuer die kuenftigen Geschaeftserfolge sei zudem die schnelle und moeglichst umfassende internationale Ausrichtung der Telekom AG. Dies um so mehr, da, so Paellmann zur kuenftigen Strategie des Unternehmens, "wir Produkte und Dienstleistungen nicht nur an global operierende Kunden verkaufen wollen, sondern auch unseren nationalen und internationalen Konkurrenten, die auf unserem Heimatmarkt Geschaefte generieren duerfen und wollen, entgegentreten muessen". Eckpfeiler entsprechender Bemuehungen sind dabei nach wie vor die geplanten Kooperationen mit France Telecom und Sprint. Zu den Spekulationen ueber diesbezueglich ablehnende Haltungen der Kartellbehoerden in Bruessel und Washington wollte der derzeitige Telekom-Chef jedoch keinen Kommentar abgeben.