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26.06.1998 - 

Klassische Branchen erholen sich

60 Prozent mehr Jobs für DV-Profis

Bereits 1997 war ein gutes Jahr für wechselwillige DV-Profis. Damals nahmen die Jobangebote in den 40 von EMC ausgewerteten Zeitungen inklusive der COMPUTERWOCHE um 35 Prozent zu. Je näher der Euro und das Jahr 2000 rücken, desto größer scheint der Bedarf an IT-Experten zu werden. Dies gilt insbesondere für Mitarbeiter in der Anwendungsentwicklung. Die Offerten stiegen hier von Januar bis Mai auf 15 094 (1997: 9670). Am größten ist dabei der Bedarf an Entwicklern und Programmierern (1997: 5526 Stellen, 1998: 8101).

Auch in der Systemprogrammierung ist noch genug zu tun, obwohl es immer wieder heißt, daß an Experten auf diesem Gebiet bald kein Bedarf mehr herrschen werde. Im vergangenen Jahr schrieben die Arbeitgeber 3602 Stellen aus, heuer sind es in den ersten fünf Monaten 6097. Erwartungsgemäß gut im Rennen liegen auch die Netzfachleute. Laut EMC-Auswertung stieg die Zahl der Angebote von 1622 auf 2548.

Ruhiger dagegen geht es in den Chefetagen und Rechenzentren zu. Hier verzeichnen die EMC-Statistiker keine nennenswerten Zuwächse. Für DV-Manager wurden statt 279 heuer 390 Offerten ausgeschrieben und für Jobs im Rechenzentrum 297 anstelle von 236. Der IT-Vertrieb verzeichnet nicht mehr die gewohnten Zuwächse. Zwar werden mit 5370 offenen Stellen nach wie vor viele Verkäufer gesucht. Gegenüber dem Vorjahr (4448 Stellen) ist die Steigerung allerdings moderat.

Weiteres Indiz für die Beruhigung auf dem VB-Arbeitsmarkt: Im vergangenen Jahr machte der Anteil der Vertriebsofferten am Gesamt-IT-Stellenmarkt 17,5 Prozent aus, nun fiel er auf 13 Prozent.

Bezogen auf die einzelnen Branchen bestätigt sich eine schon seit Monaten zu beobachtende Entwicklung: Die große Nachfrage nach Computerfachleuten kommt aus den DV-Beratungs- und Softwarehäusern. Die Offerten stiegen von 11495 auf 17441. Damit schreiben die DV-Dienstleister knapp weniger als die Hälfte der freien Positionen aus.

Erwartungsgemäß stellt auch die Telekommunikationsbranche viel Personal ein, wobei hier das Wachstum abflacht. Hatte sich die Zahl der Stellen 1997 gegenüber dem Vorjahr noch auf 4705 mehr als verdoppelt, so ist der Zuwachs jetzt geringer: 1614 Stellen in den ersten fünf Monaten des Vorjahres, 2463 in diesem Jahr.

Auch die klassischen Branchen wie Maschinenbau und Elektronik, aber auch Chemie sind auf dem Weg der Erholung. Standen im vergangenen Jahr die Zeichen auf Stagnation, zumindest was den IT-Arbeitsmarkt für diese Branchen betrifft, so verdoppelten sich die Offerten beispielsweise im Maschinenbau auf 1502. Noch positiver sieht es im Fahrzeugbau aus, wo sich der Zuwachs auf 1132 Angebote fast verdreifachte. Allmählich ruhiger wird es dagegen bei den Finanzdienstleistern. Die Offerten stiegen lediglich von 1546 auf 2019 Stellen.