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02.04.1999 - 

700 bis 1000 Stellen fallen der Fusion zum Opfer

700 bis 1000 Stellen fallen der Fusion zum Opfer AOLs Firmenstruktur nach dem Netscape-Kauf steht

SAN FRANZISKO (CW) - Nach der vollzogenen Übernahme von Net- scape Communications gab America Online nun erste Details der zukünftigen Firmenstruktur bekannt. Demnach wird das Unternehmen künftig in vier Produktbereiche aufgegliedert sein. Ohne Reibungsverluste vollzieht sich der Merger nicht: Insgesamt 700 bis 1000 Mitarbeiter müssen ihren Hut nehmen.

Künftig soll die Interactive Services Group für den Online-Dienst Compuserve sowie Net- scapes Web-Portal Netcenter verantwortlich zeichnen. Unter der Interactive Properties Group finden Produkte Unterschlupf, die auf verschiedenen Rechnerplattformen beziehungsweise Online-Diensten verfügbar sind, beispielsweise der Chat-Service "ICQ Instant Messaging". Die Netscape Enterprise Group wird sich um Firmenkunden kümmern, die Netscape-Produkte einsetzen. Hier fließt auch die E-Commerce-Kooperation mit Sun Microsystems ein.

Niederlassungen von AOL und Compuserve außerhalb der USA werden der International Group angegliedert. Darunter fällt auch das gemeinsam mit der Bertelsmann AG betriebene Joint-ven- ture AOL Bertelsmann Europe.

AOL beläßt den Firmensitz von Netscape im kalifornischen Mountain View. Über mögliche Streichungen bestimmter Produkte und Dienstleistungen ließ das Unternehmen nichts verlauten. Auf jeden Fall bleiben sowohl die Portal-Site Netcenter als auch die Browser-Produkte der Internet-Company unangetastet.

Mit Netcenter will AOL sein Portalgeschäft ausbauen, denn bisher beackert das Unternehmen nur den Konsumentenmarkt. Sowohl die Portal-Site Aol.com als auch der originäre Online-Dienst verzeichnen in erster Linie in den Abendstunden hohe Besucherzahlen. Dagegen klinken sich die eher professionellen Surfer bei Netcenter im Laufe des Tages ein. Bisher hat es AOL ausgezeichnet verstanden, die Mitgliederzahl seines Online-Dienstes auf nunmehr 16 Millionen hochzuschrauben. Nun muß das Unternehmen unter Beweis stellen, ob es auch im professionellen Umfeld Fuß zu fassen vermag.

Gleichzeitig gab AOL ein Bekenntnis zu dem von Netscape initiierten Open-Source-Projekt Mozilla.org ab. Dort entsteht beispielsweise die Layout-Engine "Gecko", die Basiskomponente zukünftiger Browser. Auf einen Freigabetermin für den bereits überfälligen "Communicator 5" legte sich der Anbieter nicht fest. Er erscheine im Laufe des Jahres, heißt es lapidar in einer Mitteilung.

America Online und Netscape bringen es zusammen auf etwa 12000 Angestellte. Zwischen 350 und 500 Jobs sollen auf jeder Seite gestrichen werden. Gerüchte, der weltgrößte Online-Dienste-Anbieter werde auch Entwicklern den Laufpaß geben, da der Kooperationspartner Sun Microsystems ebenfalls über beträchtliche personelle Ressourcen verfüge, erhärteten sich nicht.