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20.09.1996 - 

IT-Arbeitsmarkt-Entwicklung 1996

88 Prozent der Anzeigen wenden sich an Spezialisten

Starke Nachfrage herrscht sowohl in der Anwendungsentwicklung (siehe Grafik), als auch in Support, SAP, Netzwerk-Applikationen, Datenbanken, dazu in den neuen Anwendungsbereichen Informations- Management, Data-Warehousing und Internet/Intranet.

Großer Bedarf besteht auch bei den sogenannten extrovertierten Positionen, vor allem in den Bereichen Produkt-Management, Pre- /Postsales-Support und Vertrieb/Account Management. Neben dem hier gefragten spezifischen Know-how des Bewerbers ist als entscheidendes Auswahlkriterium vor allem eine entsprechende extrovertierte, unternehmerisch denkende Persönlichkeit für das Arbeiten in einem kundenorientierten Umfeld gefragt. Wenig tut sich dagegen im mittleren und im Top-Management. Lediglich vier Prozent der Offerten wenden sich an das mittlere, ganze 0,6 Prozent an die oberste Ebene. Im Zuge der neugeschaffenen schlanken Strukturen macht sich die kontinuierlichen Ausdünnung bei Führungskräften bemerkbar.

Darüber hinaus werden vakante Positionen aus den eigenen Reihen besetzt oder ein Personalberater engagiert. Nur selten erscheinen daher solche Positionen in Tages- und Fachzeitschriften.

Die Suche nach qualifizierten Bewerbern über Anzeigen verläuft daher für Arbeitgeber oft ergebnislos. Der mangelnde Erfolg von Anzeigenkampagnen liegt darin begründet, daß zum einen die Qualifikationsfenster geeigneter Kandidaten sehr viel enger geworden sind.

Zum anderen ist die Wechselmotivation von den "erfolgreich beschäftigten" Mitarbeitern derzeit aufgrund der noch angespannten Situation am Arbeitsmarkt sehr gering und das Sicherheitsbedürfnis sehr hoch geblieben. Es bedarf schon exzellenter Argumente, um einen Stellenwechsel zu vollziehen.

Die Unternehmen machen aber auch Fehler bei der Adressierung einer Anzeige. Beispielsweise wird gestalterischen Aspekten Vorrang gegenüber inhaltlichen Aussagen eingeräumt. Texte im englischen Wortlaut verunsichern Kandidaten unnötig. Unübersichtlich große Anzeigen - mit Gemischtwarencharakter - wenden sich an die falschen Personengruppen. Das Ergebnis ist dann meist viel Quantität und eine Flut an Bewerbungen, dagegen minimale Qualität, was die Rückläufe betrifft.

In einer Umfrage der Pape Personalberatung vom Mai dieses Jahres bei namhaften Unternehmen der IT-Industrie wurden nur 65 Prozent aller Stelleninserate betreffend Ingenieurpositionen kompetent besetzt, was den Mißstand, aber auch das Fehlverhalten verdeutlicht.

*Christian Pape ist Geschäftsführer der gleichnamigen Personalberatung in Gernlinden.