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25.08.1995

8870-Quattro-Architektur wird ab 1997 durch RISC-Systeme abgeloest VW geht im Vertrieb auf Client-Server-Anwendung

MUENCHEN (CW) - Die Volkswagen AG wird ihre europaweite Vertriebsorganisation gemeinsam mit der Siemens-Nixdorf Informationssysteme AG (SNI) DV-technisch auf eine neue Basis stellen. VW beauftragte SNI mit der Entwicklung des modular aufgebauten Softwarepakets "Euroelan", das die jetzige Loesung "Vaudis" abloesen soll. Damit nimmt die Wolfsburger Vertriebsorganisation auch Abschied von ihrer zentralistischen DV- Topologie mit 8870-Quattro-Hosts und ersetzt sie ab 1997 durch Unix-basierte Server und PC-Clients.

Euroelan setzt auf SNIs Kfz-Standardprodukt "Nedis" (New Dealer Information System) auf, das nicht herstellerspezifisch, sondern fuer die Belange der gesamten Autobranche ausgelegt ist. Dieser Softwarekern soll in dem gemeinsamen Projekt durch Module erweitert werden, die auf die speziellen Beduerfnisse der VW- Vertriebsorganisation zugeschnitten sind.

Beginnen, so Informationen von SNI, werde man mit Deutschlands VW- Vertriebspartnern, unmittelbar danach mit den europaeischen. Bis zum Jahr 2000 soll das neue Vertriebs-Softwaresystem bei allen VW- , Audi-, Seat- und Skoda-Haendlern in Europa, somit in insgesamt zirka 13000 Betriebsstaetten, im Einsatz sein. Zu den Kosten des Gesamtprojekts gaben beide Unternehmen keine Stellungnahme ab.

Nixdorf hatte Vaudis Mitte der 70er Jahre fuer VW entwickelt, allerdings war es ausschliesslich auf die Anforderungen des deutschen Marktes ausgerichtet. Im Zuge der Aufweichung der europaeischen Laendergrenzen sei das alte System jedoch nicht mehr zeitgemaess, hiess es.

Vaudis lasse sich per Migration zwar auch auf RISC-Systemen einsetzen. So laufe das in die Jahre gekommene Vertriebssoftware- Paket sowohl auf SNIs "RM"-Servern, in denen RISC-CPUs von der Silicon-Graphics-Tochter Mips Technologies Inc. arbeiten, als auch auf den RS/6000-Maschinen der IBM. Diese beiden Hardwareplattformen und ein weiterer Hersteller duerften, so weitergehende Informationen, auch Zielarchitekturen fuer die ab 1997 im Euroelan-Verbund arbeitenden Server sein.

Die Wolfsburger Autobauer wollen sich aber endlich sowohl von der veralteten Nixdorf-Architektur als auch der "Business-Basic"- Programmstruktur loesen. Die 8870-Hosts erfuellten, so ein SNI- Manager gegenueber der CW, in keiner Weise mehr die Anforderungen an ein modernes DV-System.

Ziel von VW sei ferner, die Arbeitsplaetze in den rund 13000 VW- Partnerbetrieben komplett mit PCs auszustaffieren: "Euroelan soll auf PC-Endgeraeten laufen." Dabei plane man Windows NT sowie Windows 95 als Client-Betriebssystem ein.

Ueber Euroelan sollen die Arbeitsplaetze in den Haendlerniederlassungen mit Finanzierungs-, Leasing- und Versicherungsanwendungen ausgestattet werden. Neben den klassischen Modulen Finanzbuchhaltung, Kostenrechnung, Zahlungs- Management und Zeiterfassung werden die PCs mit Schnittstellen fuer Multimedia-Applikationen versehen sein.

Bislang stehen nur an wenigen Arbeitsplaetzen "intelligente" Systeme, also PCs. In der Regel laufen die Daten noch ueber die klassisch DV-Kommunikation zwischen den proprietaeren VW-Hosts und "dummen" Terminals bei den Vertriebspartnern.