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30.05.2014 - 

Studie von ECC Köln

90 Prozent der Online-Händler werden verschwinden

Ronald Wiltscheck widmet sich bei ChannelPartner schwerpunktmäßig den Themen Software, Security und E-Commerce. Außerdem ist er im Event-Geschäft tätig.
Sowohl stationäre Fachhändler als auch pure Online-Player stehen vor großen Herausforderungen. Was sich bis 2020 alles ändern wird, das schildern ECC Köln und die Managementberatung Mücke, Sturm & Company in einer Studie.
Der Handel im jahre 2020 ist emotional, überall da, individuell, kundenorientiert, vernetzt und flexibel.
Der Handel im jahre 2020 ist emotional, überall da, individuell, kundenorientiert, vernetzt und flexibel.
Foto: ECC Köln

Der Siegeszug des eCommerce und die damit einhergehende stetig fortschreitende Digitalisierung des Einkaufs hat sowohl auf die stationären Fachhändler als auch auf die reinen Webshop-Betreiber gravierende Auswirkungen So verändert das gewandelte Kundenverhalten die Anforderungen an Erreichbarkeit, individualisierte Angebote und das Einkaufserlebnis. Kurz gesagt: Die Geschäftsmodelle müssen sich grundlegend ändern.

"Die Customer Journey wird den Handel der Zukunft bestimmen. Nur Händler, die ihr Kerngeschäft um flexible Konzepte erweitern, haben zukünftig eine Chance", macht Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Köln, deutlich. In fünf Thesen beschreiben das Forschung- und Beratungsunternehmen ECC Köln und die Managementberatung Mücke, Sturm & Company wie dramatisch sich der Handel bis zum Jahr 2020 verändern wird und wie stationäre Fachhändler aber auch reine Online-Verkäufer darauf reagieren müssen. "Es besteht die Gefahr einer Erosion im Handel. Die Handelswelt von heute wird es in sechs Jahren nicht mehr geben", warnt Prof. Dr. Nikolaus Mohr, Managing Partner bei Mücke Sturm & Company:

5 Thesen zur Digitalisierung der Handelslandschaft bis 2020

These 1: Re-Invent or Die

70 Prozent der traditionellen Händler werden sich völlig neu erfinden oder verschwinden.

Bis zu 30 Prozent aller stationären Outlets werden bis zum Jahr 2020 aus dem Markt ausscheiden - so eine Prognose des IFH Köln. Weitere 40 Prozent werden nur überleben, wenn es Ihnen gelingt, ihr Geschäftsmodell grundlegend zu verändern. Nur wer den online-getriebenen Anforderungen der Kunden gerecht werden kann, hat eine Chance zu überleben. "Die klare Botschaft heißt: Der traditionelle Handelskäufer stirbt aus und damit auch der traditionelle Handel", so Dr. Nikolaus Mohr.

These 2: The winner will take it all!

90 Prozent der derzeitigen reinen Online-Händler werden nicht überleben.

Der Markt der Pure Player wird sich aufgrund extrem niedriger Margen konsolidieren. Es werden sich nur diejenigen Konzepte durchsetzen, die Kernkompetenzen optimieren, ein klares Leistungsversprechen gegenüber dem Kunden abgeben und dies auch dauerhaft erfüllen können. "Bei den Pure Playern werden dies neben Amazon einige wenige Category-Spezialisten sein", so Dr. Kai Hudetz.

These 3: Seamless Commerce wins!

Kanaldenken war gestern - Multi-Touchpoint-Management ist morgen.

Kunden fordern schon heute "Next Level Cross Channeling": intelligente und kundenorientierte Konzepte, die dem Verbraucher an jedem Touchpoint einen echten Mehrwert bieten - ohne Kanalbrüche.

These 4: Customer Journey is everywhere!

Flexible, relevante und unterhaltende Formate bestimmen den Handel der Zukunft.

Flexible und innovative Konzepte sind gefragt, die sich konsequent an der Customer Journey der Kunden orientieren. Händler, die es schaffen, ihr Kerngeschäft um neue, flexible und möglichst individuelle Konzepte zu erweitern und den Kauf zu einem Erlebnis machen, werden zukünftig erfolgreicher sein.

These 5: Brand Leadership rules!

Starke Marken dominieren den Markt.

Das Internet erhöht den Anteil der markenorientierten Zielkäufer. Klare Gewinner dieser Entwicklung sind Hersteller und Händler mit starken Marken. Seit Jahren wachsen die Online-Shops der Hersteller deutlich schneller als der Online-Handel insgesamt. So zeigt eine Untersuchung des IFH Köln, dass der Online-Handel insgesamt zwischen 2008 und 2013 um den Faktor 2,5 gewachsen ist, während die Shops der Hersteller fast eine Vervierfachung erzielen.

Zum Thesenpapier: Mücke, Sturm & Company, Strategieberatung für die Digitale Transformation und das ECC Köln, Marktforschungs- und Beratungsunternehmen rund um E-Commerce, bilden eine Partnerschaft, um Handelsunternehmen zu Digital Master zu entwickeln. Als branchenübergreifende Experten im deutschsprachigen Raum untersuchen ECC Köln und Mücke Sturm & Company laufend aktuelle Entwicklungen in Handel und Industrie.

Weitere Informationen zu den fünf Thesen zur Zukunft des Handels bis 2020 sowie sechs Erfolgsgeschichten finden Sie hier.

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Alexander Holz

Angst und Panik waren immer nur sehr kurzfristige Ratgeber, 90% werden sterben, klingt einfach überzeugend dramatisch und leicht verständlich beunruhigend. Gut, dass es die beiden Agenturen gibt, die den 10% helfen und bei den 90% noch rechtzeitig Projekte abrechnen. Wandel ist ein guter Ratgeber, aber vielleicht berücksichtigen die mündigen Kunden auch, dass ein reiner Erlebniskauf nicht immer die beste Kaufentscheidung für ihn zutage bringt, sondern oftmals das böse Erwachen kommt. "Billig gekauft, zweimal gekauft" gilt leider schon Jahrzehnte. Zudem sollten Verbraucher bedenken, dass eine Konzentration auf wenige Player im rein volkswirtschaftlichen Sinn zu einer Verschlechterung der Situation für den Kunden führen wird, da es weniger Wettbewerb geben wird und einzelne große Anbieter in der Preisfestlegung zunehmend freier werden. Viel wichtiger für das Internet ist eine Qualitätsdebatte, um Frustration und Enttäuschung zu vermindern, wenn das Bestellte dem Gelieferten so gar nicht entspricht oder nach kurzem Gebrauch bereits kaputt ist. Auch im Service- und Dienstleistungsbereich werden dann wenige Player das Marktverhalten mitbestimmen. Ich wünsche mir eher fairen Wettbewerb, technisch tolle Möglichkeiten, eine hohe Qualität von Produkt und Serviceleistungen und Vielfalt. DDR 3.0 und Oligopole brauchen wir nicht mehr.
War nicht amazon zuletzt in den Schlagzeilen und wurde übelst bestreikt wegen seiner Sozialverantwortung...? Wenn die dann zu den 10% gehören bitte mal zuende denken, wie sich das wohl auswirken würde. Danke ECC und bitte nicht direkt aus Mücken Elefanten machen.

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