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01.07.1988 - 

Anwender setzen Modelle als Stand-alone-System ein:

9370er von IBM verfehlen ihr Einsatzziel

FRAMINGHAM (CW) - IBMs Universal-Mainframefamilie 9370 scheint mehr Erfolg als Stand-alone-Rechner in kleineren Unternehmen als in dem von Big Blue angepeilten Marktsegment der Abteilungsrechner zu haben. Der Marktführer selbst ist über das Einsatzgebiet überrascht, das die Benutzer den nur schleppend verkauften Mittelklassegeräten zugewiesen haben.

"Hier lassen sich Geschäfte machen, von denen wir bei der Markteinführung des 9370-Rechners vor zwei Jahren nichts geahnt haben", sagt IBMs Marketingchef J. F. Sceen. Dazu gehören Anwenderprogramme für CAD, CAM und die Betriebssysteme Pick und MUMPS. Sceen nannte keine Verkaufszahlen, sagte aber, daß 40 Prozent der bisher abgesetzten Computer Erstinstallationen gewesen seien. "Wir haben kein 9370-Modell gesucht", so ein Sprecher des Unternehmens Buckeye Custom Products, "aber ein System für CAD-Anwendungen". Das Unternehmen fährt heute IBMs Programm Catia auf einem 9370er. Der Minicomputer unterstützt dort zwei 5080-Grafikterminals. Auch bei Johnson and Johnson werden die Maschinen als Stand-alone-System eingesetzt. Modell /60 der Familie steuert dort sieben Terminals, ist jedoch nicht mit einem größeren Rechner verbunden. Bei Sears and Roebuck sind 25 9370er nicht als - wie von IBM geplant - Abteilungsrechner eingesetzt, sondern dienen als Server. Nach Meinung von Marktexperten begegnen Großanwender dem IBM-System mit Skepsis. Auch führende Softwarehäuser sind kritisch und sehen keine Veranlassung, ihre Applikationen auf die Serie zuzuschneiden.

Ganz anders kleinere Entwicklungshäuser: Sie springen mit Nischenprodukten in die Angebotslücke. Das Unternehmen Ultimate installiert eine eigene Version des Pick-Betriebssystems auf einem 9370-Modell und verkauft es weiter, der Hersteller Mitrol bietet ein CAM-Paket an. Auch IBM hat reagiert und will seinen Kunden in Zukunft den Umgang mit den neuen Systemen erleichtern. Auf Wunsch werden die Rechner komplett mit den Betriebssystemen VM, VSE und DPPX/370 ausgeliefert. Der Grund für den Service: Anwender hatten Schwierigkeiten, die Rechner zum Laufen zu bringen. "Weil die Modelle als Rechner für Endanwender deklariert wurden, habe ich eine leicht zu bedienende Software erwartet, das Gegenteil war der Fall", sagt Donald Zager Direktor des Unternehmens Data Processing.

Konkurrenz in der Marktnische droht der Rechnerserie jedoch aus dem eigenen Haus. Big Blues neue Silverlake-Familie ist nicht nur relativ einfach zu bedienen, sondern ist auch für kleinere Unternehmen interessant. Umgekehrt kann Silverlake den 9370-Modellen den Weg in große Unternehmen ebnen. Die Software zur Büro-Automation

- zusammen mit Silverlake angekündigt - läuft auch auf diesen Geräten.