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06.08.1976 - 

US versus IBM

95 Prozent der Zeugen unnütz

NEW YORK - Zwischen 75 und 95 Prozent der Zeugenaussagen, die bisher im Antitrust-Prozeß "US versus IBM" gemacht wurden, sind nach Ansicht des IBM-Anwaltes Thomas D. Barr unnütz gewesen: "Ihr Inhalt hätte vorhergesagt werden können - oder die Parteien (eine nach amerikanischem Recht mögliche Lösung) hätten sich von vornherein auf das einigen können, was die Zeugen ausgesagt haben."

Der Prozeß dauert jetzt 14 Monate. Es sind während der 150 Verhandlungstage erst etwa 30 Prozent der Zeugen gehört worden, die die Regierung benannt hat, nämlich 33 von 107. Danach erst kommen die IBM-Zeugen.

Das mit "Stipulation" bezeichnete Verfahren, für das Barr eintritt und

bei dem sich die Parteien beispielsweise auf bestimmte Daten für Produktankündigungen oder bestimmte Preise einigen können, die dann vor Gericht als wahr gelten, würde nach Meinung des IBM-Anwaltes 90 bis 95 Prozent Zeit sparen: Andernfalls müssen alle diese Angaben durch Zeugenaussagen und Kreuzverhör erhärtet werden.

Beim Urteil alte Männer

Richter David N. Edelstein will solche Besprechungen allerdings nicht leiten - obwohl er warnte: "Wenn wir keinen Weg finden, das Verfahren abzukürzen, werden alle die, die heute jung sind, das Urteil erst als alte Männer erleben." Zu der Wahrscheinlichkeit, das Verfahren durch Einigung der beiden Parteien abzukürzen, meinte Edelstein: "Nichts ist unmöglich - aber die Lage ist nicht so, wie sie sein könnte - solange wir in einem bewaffneten Lager leben."

Angst vor Formfehlern

Einig sind sich die Parteien nur in einem Punkt: Sowohl IBM- als auch Regierungsanwälte schrecken vor dem Gedanken zurück, daß in dem Prozeß später Verfahrensmängel entdeckt werden könnten, die einen Einspruch rechtfertigen. "Das wäre das Schlimmste auf der Welt."