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03.02.2006

A.T. Kearney sieht Neubeginn als Chance

Nach dem Management-Buyout hoffen die Berater auf Wachstum.

Mit dem Verkauf seiner Beratungstochter an deren Partner hat EDS Ende Januar einen Schlusstrich unter die jahrelangen Versuche gezogen, sein Betriebsgeschäft mit den Consulting-Aktivitäten von A.T.Kearney zu verknüpfen.

Mehr als 170 Führungskräfte von A.T.- Kearney haben sich an dem Management-Buyout Ende Januar beteiligt. Gewählt wurde ein elf-köpfiges Board of Directors, das die Leitung des unabhängigen Unternehmens übernimmt. Chief Executive Officer (CEO) ist Henner Klein. Über die finanziellen Details des Deals wurde Stillschweigen vereinbart. Experten schätzen den Wert von A.T.Kearney auf 300 bis 400 Millionen Dollar. Bei der Übernahme 1995 hatte EDS rund 600 Millionen Dollar bezahlt.

Ausgenommen von dem Management-Buyout sind der Geschäftsbereich Maintenance, Repair and Operations (MRO), der bei EDS verbleibt, sowie die Personalberatung Executive Search, die an eine Investmentgruppe verkauft wurde.

CEO Klein bezeichnete die Transaktion als "Beginn eines spannenden neuen Kapitels" in der Geschichte des seit 80 Jahren bestehenden Unternehmens, dessen Ruf als unabhängiges Consulting-Haus unter dem EDS-Dach gelitten hatte. Neben dem allgemeinen Rückgang im Beratungsgeschäft hatten kulturelle Unterschiede, fehlende Synergieeffekte und Management-Fehler der Muttergesellschaft das Unternehmen in die Verlustzone getrieben. Die Einnahmen sind schon seit Jahren rückläufig: Im Jahr 2000 hatten die Berater noch einen Umsatz von 1,5 Milliarden Dollar eingenommen. 2004 trug die Consulting-Tochter mit 806 Millionen Dollar nur noch fünf Prozent zu den Gesamterlösen von EDS bei.

Nach den Restrukturierungsmaßnahmen des vergangenen Jahres und angesichts der wieder steigenden Nachfrage nach Consulting-Leistungen zeichnet sich laut Claus-Peter Schrack, Marketing-Director Central Europe, inzwischen eine Besserung ab. So habe der Beratungsumsatz 2005 insgesamt um zwei bis drei Prozent, in Zentraleuropa sogar um vier Prozent zugelegt. Für das kommende Jahr werde ein weltweites Wachstum "im guten einstelligen Bereich" angestrebt.

Von dem Management-Buyout erhofft sich A.T. Kearney zudem einen Motivationsschub unter den Beratern, von dem die Kunden profitieren würden. Auch nach Ansicht von Ashish Nanda, Professor an der Harvard Business School, bietet das Partner-Modell für ein Unternehmen, dessen strategische Vermögenswerte hauptsächlich in den eigenen Mitarbeiter bestehen, die größten Vorteile: "Kompetente Experten in einer gemeinsamen Organisation zu vereinigen, an der sie ein finanzielles Interesse haben, führt zu einem echten Engagement, Resultate zu erzielen", so der Experte.

EDS hatte A.T. Kearney 1995 übernommen. Seitdem hatte der IT-Dienstleister vergeblich versucht, die Berater in die eigene Service-Organisation zu integrieren. Der Verkauf der Strategieberatung an die eigene Führung war bereits seit einem Jahr diskutiert worden, scheiterte aber an den unterschiedlichen Preisvorstellungen der Partner. (sp)